Initiative „FUSSBALLVEREINE GEGEN RECHTS“

Foto: Fußballvereine gegen Rechts
Foto: Fußballvereine gegen Rechts
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Von Jo Ecker (Gründer der Initiative)

Im Jahr 2001 fand ein Kreispokalspiel der C-Junioren-Mannschaft des FC Düren-Niederau 08 gegen eine weitere Dürener Mannschaft statt. Die Multi-Kulti-Truppe der Dürener wurde das ganze Spiel über von einer Gruppe Neonazis beschimpft und bedroht. Weder Zuschauer, Vereinsvertreter und Schiedsrichter schritten ein oder reagierten. Rassistische und zu Gewalt aufrufende Sätze wurden immer wieder lauthals in das laufende Spiel gerufen. Nach dem Match wurden die Spieler, gerade zwischen zwölf und vierzehn Jahren alt, vor dem Sportgelände bedroht und angegriffen. Nur dem beherzten Eingreifen der Betreuer war es zu verdanken, dass es nicht zum Äußersten gekommen ist.

Nach diesen Vorfällen überlegten die Mannschaft und ihr Betreuer Jo Ecker, was man in Zukunft gegen solche menschenverachtende Vorfälle unternehmen könnte. Man gründete zuerst eine Internetinitiative, die Vereinen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz anbot, sich mit der Internetseite von FUSSBALLVEREINE GEGEN RECHTS zu verlinken. Bis heute haben sich über 700 Vereine im Eintragsregister der Webseite eingetragen.

Nach diesem gelungenen Startschuss prägten viel Aufklärungsarbeit und zahlreiche Aktionen das Bild der Initiative. Integrations-Turniere und Benefiz-Spiele gegen Rassismus und Gewalt wurden mit großem Erfolg durchgeführt. Im Jahre 2006 war FUSSBALLVEREINE GEGEN RECHTS Mitbegründer des „Dürener Bündnisses gegen RECHTSEXTREMISMUS, RASSISMUS und GEWALT“, das bis heute aktiv ist. 2008 erfuhr die Initiative eine besondere Anerkennung seiner Leistungen, als sie vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit dem „JULIUS-HIRSCH-PREIS 2008“ ausgezeichnet wurde. Durch diese Ehrung wurde der Initiative bei vielen Vereinen die Tür geöffnet, sodass eine noch konzentriertere Arbeit geleistet werden konnte. 2009 gründete die Initiative das “Merkener Bündnis gegen Rassismus und Gewalt“, nachdem Rechtsradikale im Dürener Ortsteil eine Gastwirtschaft kaufen wollten. Die Initiative konnte das glücklicherweise erfolgreich verhindern: Durch ihr Engagement erhielten die rechtsradikalen Gruppen nicht den Zuschlag für den gewünschten Treff- und Sammelpunkt in Merken.

Momentan laufende Aktionen sind „Vier Schrauben für Zivilcourage“, bei der Vereine, Schulen und öffentliche Gebäude kostenlos ein DIN A4-Kunststoffschild mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus und Gewalt!“ anfordern und aufhängen lassen können. Alle Fußballvereine aus ganz Deutschland sind aufgerufen, bei dieser Aktion mitzumachen. Sollte das einmal aufgehängte Schild Zerstörung oder Diebstahl zum Opfer fallen, ersetzt es die Initiative kostenlos. Bei der Aktion „FOTOS gegen RECHTS“ können Junioren- und Seniorenteams sich mit dem Banner der Initiative ablichten lassen und so Farbe gegen Rassismus und Intoleranz bekennen. FUSSBALLVEREINE GEGEN RECHTS ist immer wieder auch bei Juniorenturnieren präsent, um vor Ort Aufklärungsarbeit zu machen. Zu Freizeit- und Hobbyturnieren, die dezentral organisiert sind und leider oftmals gewalttätig enden, entsendet die Initiative eine eigene Mannschaft um Aggressionen entgegen zu wirken, noch bevor sie entstehen. Beim größten C-Junioren Hallensportfest in Düren ist die Initiative Mitveranstalter und kann dort vor einem größeren Publikum seine Aktionen durchführen. Gemeinsam mit dem Dürener Bündnis wurde im April außerdem die Aktion „Gemeinsam für ein sauberes Düren“ durchgeführt, bei der Nazi-Aufkleber auf Laternenpfählen und NPD-Schmierereien von den Hauswänden entfernt wurden. FUSSBALLVEREINE GEGEN RECHTS ist ebenso gerne bei Podiumsdiskussionen gesehen und schickt seine Vertreter und Fachleute, um auch andernorts Wissen zu Gewaltprävention und Aufklärungsarbeit weiterzugeben. Auf der Homepage www.fussballvereine-gegen-rechts.de kann man sich über Aktionen und Aktivitäten der Dürener Initiative informieren. Auch in diesem Jahr wird FUSSBALLVEREINE GEGEN RECHTS wieder viele spannende Aktionen wie Spiele und Turnierbegleitungen durchführen.



 

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