Ausstellungsprojekt „Die Mädchen von Zimmer 28“

Sie waren nicht älter als vierzehn Jahre, die Mädchen im Mädchenheim L410 in Theresienstadt, als sie zwischen 1942 und 1944 im so genannten „Zimmer 28“ zusammenlebten. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen waren die Mädchen und ihre Familien zu Ghetto-Häftlingen aus dem „Protektorat Böhmen und Mähren“ geworden. Stück für Stück ihres Eigentums und ihrer Menschenwürde beraubt, wurden die Mädchen schließlich ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen und auf engstem Raum zu leben hatten. Immer wieder mussten Freundinnen aus ihren Reihen zum „Transport nach Osten“ antreten und von den 60 Kindern, die vorübergehend im „Zimmer 28“ Quartier fanden, erlebten schließlich nur 15 das Kriegsende.

Im Rahmen unseres ersten Ausstellungsprojektes „Zeichne, was du siehst - Zeichnungen eines Kindes aus Theresienstadt“ machte uns die Künstlerin Helga Weissová, die als Zeitzeugin zu uns nach Arzberg ins Fichtelgebirge kam, auf das Buch „Die Mädchen von Zimmer 28“ von Hannelore Brenner-Wonschick aufmerksam. Als Begleitmaterial zu diesem Buch bot der Verein „room 28 projects“, der von der Buchautorin gegründet worden war, eine Ausstellung über die Mädchen von Zimmer 28 an, die sogar einen originalgetreuen Nachbau des Konzentrationslager-Zimmers beinhaltete.

Aufgrund guter Kontakte zu verschiedenen Kooperationspartnern gelang es dem „Runden Tisch für Demokratie und Toleranz Arzberg“ die nötigen finanziellen Mittel für die Ausstellung sowie für ein ansprechendes Begleitprogramm zu organisieren. Wichtig für das Projekt war es auch, dass eine Bayreuther sowie eine Arzberger Schule sich an der Thematik beteiligten und jeweils als längerfristige Herbergen für das „Zimmer 28“ gewonnen werden konnten.

Mit der Veranstaltungsreihe ist es uns schließlich gelungen, Schüler, Jugendliche sowie Erwachsene in der gesamten Region, das heißt in den Landkreisen Wunsiedel, Tirschenreuth und Bayreuth sowie Bürgerinnen und Bürger aus den angrenzenden tschechischen Gemeinden, realistisch und unverfälscht über die Lebensbedingungen im Konzentrationslager Theresienstadt zu informieren. Besonders anschaulich wurde die Ausstellung auch nicht zuletzt durch eine Vielzahl von Zeitzeugengesprächen und einen Besuch der Gedenkstätte Theresienstadt selbst.

Die Besucher- bzw. Teilnehmerzahlen, die Einträge im Gästebuch, die Presseberichte und die vielen Gespräche, die wir während der Veranstaltungsreihe und danach führen konnten, zeigen, dass hier ein nicht alltäglicher Beitrag zu Demokratie, Toleranz und Menschenwürde gelungen ist.


Projektträger:„Runder Tisch für Demokratie und Toleranz Arzberg“
Ansprechpartner:Ursula Schweers und Ulrich Frey, Sprecher des „Runden Tisches für Demokratie und Toleranz Arzberg“
E-Mail:demokratie-arzberg@web.de

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