Jugendinitiative gegen Rechtsextremismus

Die Jugendinitiative gegen Rechtsextremismus Wunsiedel wurde im Jahr 2003 von Wunsiedler Jugendlichen zusammen mit der ehemaligen Jugenddiakonin Andrea Heußner als Reaktion auf den damals jährlich stattfindenden Rudolf - Hess - Gedenkmarsch ins Leben gerufen. Bis heute ist die Jugendini ein Zusammenschluss von etwa 25 Jugendlichen, von denen circa die Hälfte das ganze Jahr über aktiv mitarbeitet.

Anfangs konzentrierte sich das Engagement der Jugendini auf Gegenaktionen zum Naziaufmarsch im August: So wurden beispielsweise Transparente bemalt und über der Marschroute der Nazis aufgehängt, Luftballonaktionen gestartet und Infostände organisiert um den über tausend Neonazis entgegenzutreten. Eine Sitzblockade, die den rechten Demonstrationszug 2004 aufhielt, veränderte die Berichterstattung in den Medien weg vom rechten Wallfahrtsort Wunsiedel hin zum bunten Wunsiedel, das den Ewiggestrigen mit kreativen Aktionen entgegentritt. Der Slogan „Wunsiedel ist bunt nicht braun“, den nach und nach auch andere betroffene Städte in ganz Deutschland übernahmen, war geboren. Im Jahr 2005 wurde der Naziaufmarsch wieder verboten, doch die Wunsiedler sahen Ihre Aufgabe damit nicht als erledigt an. Ein bunter „Tag der Demokratie“ wurde ins Leben gerufen, den die Jugendini seitdem aktiv mitgestaltet. Auch beschränken sich die Jugendlichen nicht mehr nur auf die Veranstaltungen im August, sondern versuchen mit verschiedenen Aktionen, wie z.B. Konzerten, Podiumsdiskussionen und Aufklärungsvorträgen das ganze Jahr über präsent zu sein und so eine breite Schicht der Bevölkerung mit ihren Inhalten zu erreichen.

Der Erfolg war sichtlich spürbar: Immer mehr Wunsiedler gingen offen mit dem Thema Rechtsextremismus um, anstatt wie früher einfach wegzusehen. Im Mai 2005 wurde das Wunsiedler Bündnis (Jugendini, Bürgerini, Stadt und Kirchen) außerdem vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ nach Berlin eingeladen und dort mit dem Titel „Botschafter der Toleranz 2005“ ausgezeichnet – ein Erfolg, der den Jugendlichen Ansporn war, weiterzumachen.

Aktuell liegt das Augenmerk der Jugendini hauptsächlich auf der Umsetzung des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, an dem sich alle Wunsiedler Schulen (Grund-, Haupt-, Wirtschafts-, Realschule und Gymnasium) beteiligen. Mittlerweile tragen alle Schulen den Titel, die Jugendini unterstützt die Schulteams und steht beratend zur Seite, wenn es darum geht, Aktionen zu planen. Zudem veranstalten die Jugendlichen schulübergreifende Aktionen, wie zuletzt eine Filmvorführung „Roots Germania“ mit anschließender Podiumsdiskussion von und mit der Schauspielerin und Fernsehmoderatorin Mo Asumang. Auch haben sich die Mitglieder der Jugendini vorgenommen, die Aktionen des Bürgerforums Gräfenberg zukünftig tatkräftig zu unterstützen. Der Grundstein für diese Zusammenarbeit wurde im August 2007 gelegt, als die Jugendini nicht nur am „Tag der Demokratie“ in Wunsiedel präsent war, sondern zeitgleich bei der Gegendemonstration in Gräfenberg Luftballons steigen ließ und einen Infostand betreute.

Obwohl die Aktionen und die Jugendini an sich nach außen sehr positiv wirken, ist es dennoch schwierig, die Jugendlichen bei der Stange zu halten und Nachwuchs zu finden. Die meisten Mitglieder der Jugendini kommen vom Gymnasium und verlassen die Gruppe, wenn sie nach dem Abitur zum Studium fortziehen. Außerdem gibt es zahlreiche andere Freizeitangebote, so dass viele lieber im Sportverein etc. aktiv sind, als sich politisch zu engagieren. Leider haben wir für dieses Problem bis heute keine Patentlösung gefunden.



Projekt:Jugendinitiative gegen Rechtsextremismus
Ansprechpartner:Arno Speiser
Kontaktdaten:09232-7454
info@jugendini-wunsiedel.de
Internet:http://www.jugendini-wunsiedel.de/

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