Projekt „Bürgerpatenschaften“

Foto: Marokkoreise 2009 (DAGS)
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Von Klaus Stukenborg (Deutsch-Ausländische Gemeinschaft Schwalbach e.V.)

Unser Verein gründete sich im Jahre 1988 und war zunächst bemüht, die verschiedenen Kulturen in der Stadt einander näherzubringen. Dies gelang unter anderem durch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen und durch die Darstellung und Präsentation der verschiedenen Länder. 1995 übernahmen wir den Interreligiösen Arbeitskreis und öffneten diesen internen Kreis, um auch der Öffentlichkeit vorzustellen, welche Gedanken die großen Weltreligionen zu bestimmten Themen haben. Wir besuchten auch deren Andachtsstätten. Dadurch gelang es uns auch, der Bevölkerung die Vorbehalte gegenüber dem Islam ein Stück weit zu nehmen.

Unser neuestes Projekt beschäftigt sich mit „Bürgerpatenschaften“. Wir stellten nämlich fest, dass viele Praktikanten und Lehrlinge aus anderen Kulturen bei ihrer Anstellung scheiterten, da es immer wieder zu Missverständnissen kam. Diese waren vor allem auf beiderseitige Unwissenheit zurückzuführen. Es sind ausschließlich Mitglieder unseres Vereins, die sich zur Verfügung stellen, um als Bindeglied zwischen Jugendlichen und Lehrbetrieb zu fungieren. Dies erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Verhandlungsgeschick. Zunächst muss nämlich die Akzeptanz bei den Jugendlichen hergestellt werden, denn schließlich sollen sich die „Erwachsenen“ bei deren Problemen „einmischen“ können. Ist dieses Vertrauensverhältnis einmal hergestellt, kann im zweiten Schritt im Lehrbetrieb bei anfallenden Problemen vermittelt werden. In konkreten Fällen bedeutete dies zum Beispiel, den Jugendlichen klar zu machen, wie wichtig Pünktlichkeit, Auftreten und Zuverlässigkeit bei einer Anstellung sind. Oder wir konnten dem Arbeitgeber verständlich machen, dass die Belastbarkeit im Fastenmonat Ramadan bei den Jugendlichen aus islamischen Ländern aus verständlichen Gründen nicht so groß ist wie in der übrigen Zeit. In manchen Fällen finanzieren wir auch Kurse und Seminare, um Jugendlichen einen Abschluss zu ermöglichen.

Einige der „Paten“ sind Pädagogen bzw. Richter und bringen eine spezielle fachliche Kompetenz mit. Die „Paten“ suchen immer den Dialog mit unseren ausländischen Mitgliedern und lassen sich die länderspezifischen Eigenheiten von ihnen erklären. Schon aus diesem Grund findet ein reger Gedankenaustausch statt, ohne die Namen der Betroffenen zu nennen, denn Diskretion und Verschwiegenheit sind oberstes Gebot. Andernfalls würden sie das Vertrauen der Jugendlich auch ganz schnell wieder verlieren können. Diese „Patenschaften“ haben sich bisher bewährt, bei vielen Jungendlichen konnte eine Arbeitsstelle vermittelt bzw. gehalten werden, so dass wir diese besondere Projektarbeit, die noch in den Anfängen steckt, in jedem Fall weiter fortführen werden.

Kontakt und weitere Information:
Klaus Stukenborg
Schlesienstr. 54
65824 Schwalbach
Tel.: 06196-84468
Email: klaus.stukenborg@gmx.de
Interner Linkwww.dags-schwalbach.de




 

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