Stolpersteine in Schnaittach

Der Markt Schnaittach im bayrischen Mittelfranken ist ein Ort mit einer bis ins 15. Jahrhundert zurückreichenden jüdischen Tradition. Die letzten in Schnaittach lebenden Juden wurden zwischen 1938 und 1942 ermordet oder sind geflüchtet. Die achte Klasse der Hauptschule hat es sich zur Aufgabe gemacht, an diese ehemaligen Mitbürger zu erinnern. Zu diesem Zweck sollen in der ganzen Stadt 45 Stolpersteine verlegt werden. Auf den Stolpersteinen sind Namen und Lebensdaten der jüdischen Mitbürger eingraviert.

Das Projekt Stolpersteine basiert auf der Idee des Kölner Bildhauers Gunter Demnig. Bereits 5500 Stolpersteine hat Gunter Demnig in verschiedenen deutschen Städten vor Häusern von verfolgten und ermordeten Bürgern gesetzt.
Die Schüler der Hauptschule recherchierten die Namen und Adressen in Kooperation mit dem jüdischen Museum Franken Fürth, das eine Außenstelle in Markt Schnaittach unterhält. Die Hauptschüler konnten sich so an Hand konkreter Beispiele aus ihrem Heimatort ein Bild vom Holocaust machen. Geschichte ist auf diesem Weg nicht mehr abstraktes, vergangenes Geschehen, sondern ein spannendes Forschungsfeld.

Das Projekt zeigt, wie mit geringen Mitteln ein deutlich sichtbarer Beitrag zur Erinnerung an während der NS-Diktatur ermordete und verfolgte Menschen geleistet werden kann. Des weiteren hervorzuheben ist die Kooperation verschiedener Akteure und die erreichte Verwurzelung in lokalen Strukturen. Dass es sich bei den beteiligten Jugendlichen um Schüler einer Hauptschule handelt, macht dieses Projekt überdies preiswürdig.




Projektträger:Markt Schnaittach
Ansprechpartner:Herr Brandmüller
E-Mail:g.brandmueller@schnaittach.de
Telefon:09153-4090

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