30.10.2014

Preisverleihung im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2013 am 01. Oktober in Wiesbaden

Staatsminister und Chef der Hessischen Staatskanzlei Axel Wintermeyer sowie Uta Leichsenring, Beiratsmitglied des BfDT, (Mitte) mit allen Preisträger/-innen des Wettbewerbs "Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2013 aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland (Foto: BfDT)
Herr Dr. Seitz, Abteilungsleiter in der Hessischen Staatskanzlei, hielt die feierliche Eröffnungsrede (Foto: BfDT)
Herr Dr. Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, während des Grußwortes (Foto: BfDT)
Am 01. Oktober 2014 wurden in der Hessischen Staatskanzlei Wiesbaden sieben Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbs "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2013 ausgezeichnet. Die Sieger aus den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland erhielten ein Preisgeld zwischen 2000€ und 5000€ sowie eine Urkunde als Auszeichnung ihres Engagements, die Ihnen während der öffentlichen Preisverleihung verliehen wurde.

Die Begrüßung der Gäste in dem feierlichen Ambiente wurde stellvertretend für den Staatsminister und Chef der Hessischen Staatskanzlei, Axel Wintermeyer, vom Abteilungsleiter Dr. Seitz übernommen. Des Weiteren sprach der Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, Herr Dr. Gregor Rosenthal ein Grußwort und stellte die vielfältige Arbeit des BfDT vor.

Nachdem die einzelnen Preisträgerinnen und Preisträger in einem Podiumsgespräch ihre vorbildliche zivilgesellschaftliche Arbeit vorstellen konnten, wurden die Urkunden von Frau Uta Leichsenring, Beiratsmitglied des BfDT, und Herrn Wintermeyer überreicht, die das Engagement der Initiativen und Projekte ebenfalls ausführlich würdigten.

Ziel des Wettbewerbes "Aktiv für Demokratie und Toleranz" ist es, zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland sichtbar zu machen. Der Wettbewerb wird jährlich vom Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt ausgeschrieben. Unter dem Motto "Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden" sollen in der Praxis bewährte, gut nachahmbare Projekte, die bereits eine gewisse Verstetigung vorweisen können, identifiziert und prämiert werden. So können sie als Beispiel guter Praxis für Engagierte andernorts dienen.

Folgende Projekte wurden ausgezeichnet:

HESSEN


Gesprächsrunde zwischen Dr. Kenan Önen und Tina Hollmann-Loges von "Bildung-Kickt" mit Herrn Wintermeyer (2.v.l), Staatsminister und Chef der Hessischen Staatskanzlei, und Johanna Suwelack (2.v.r), Themenbereichsleiterin für Öffentlichkeitsarbeit und Toleranz (Foto: BfDT)
Bildung-Kickt
Bildung-Kickt gGmbH – Hofheim


Die Bildung-Kickt gGmbH vergibt im Zuge ihres Projekts "Bildung-Kickt" Sport- und Bildungsstipendien an elf- bis 13-jährige fußballbegabte Kinder aus dem Raum Frankfurt und Main-Taunus. Neben Sportangeboten erhalten die Stipendiaten 40 € Bildungsgeld, Hausaufgaben- betreuung, Förderunterricht und die Möglichkeit, an Workshops teilzunehmen, die unter anderem die Persönlichkeitsentwicklung fördern oder interkulturelle Kompetenzen ausbauen sollen.

Ziel des Projekts ist es, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund oder aus sozial schwächeren Familien zu Vorbildern und Multiplikatoren zu machen, die sich in ihrem Umfeld ehrenamtlich engagieren. Durch die Kombination von Sport- und Bildungsangeboten sollen die Kinder früh Respekt, Fairness und Teamgeist erlernen und so auch zu eigenverantwortlichen und selbstständigen jungen Menschen heranwachsen. Dabei stehen der Inklusions- und Integrationsgedanke sowie das aktive Üben von Toleranz im Mittelpunkt.

Das Projekt wird durch eine Vielzahl von Netzwerkpartnern unterstützt. Alle Mitarbeitenden, von den Trainern/-innen bis zur Hausaufgabenbetreuung, sind auf ehrenamtlicher Basis tätig. Das Projekt verdankt sein Entstehen sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung vor allem seinem Gründer Herrn Dr. Cenan Önen, der bis vor kurzem ebenfalls in hohem Maß für das Projekt in seiner Freizeit aktiv war und es nun als Geschäftsführer leitet. (5000 € Preisgeld)

Prof. Dr. med Klaus Sinterhauf und Dr. Gerd Andres, Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung, im Gespräch mit Uta Leichsenring, BfDT-Beiratsmitglied und Johanna Suwelack (Foto: BfDT)
Genç Preis
Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung e.V. - Gießen


Der "Genç Preis" der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung e.V. aus Gießen wurde durch dessen Vorsitzenden Dr. Yasar Bilgin in Erinnerung an das beispielhafte Verhalten der Familie Genç ins Leben gerufen, die 1993 Opfer eines rechtsradikal motivierten Brandanschlags in Solingen wurde.

Der Preis soll ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt setzen und Personen würdigen, die trotz eines fremdenfeindlichen Erlebnisses im Sinne des Versöhnungsgedankens nicht zur Frontenbildung in der Gesellschaft beitragen, sondern weiterhin großen Einsatz für ein friedliches Zusammenleben leisten. Der Preis, der ehrenamtlich organisiert wird, ist mit 10.000 € dotiert. (4000 € Preisgeld)

Die Preisträger/-innen von Respekt e.V. nach der Preisverleihung zum Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2013“ in Wiesbaden (Foto: BfDT)
Jugend - Konflikt - Management
Respekt e.V. - Kassel


Respekt e.V. aus Kassel bietet seit 2008 ein jährlich stattfindendes "Jugend-Konflikt-Management"-Training an. Gesucht werden junge Menschen, die durchsetzungsfähig, kontaktfreudig und verantwortungsbewusst sind und die Bereitschaft mitbringen, sich für andere einzusetzen. Dabei wird ein halbes Jahr wöchentlich drei Stunden trainiert.

Nach Beendigung ihrer Ausbildung zum Jugend-Konfliktmanager sollen die Jugendlichen in der Lage sein, die Mitglieder ihrer Peer-Group bei deren Konflikten untereinander, mit Eltern, in Schule und Ausbildung eigenständig zu unterstützen. Ziel des Projekts ist es, die soziale Kompetenz zu fördern, Handlungsstrategien für Konfliktsituationen zu erlernen sowie die Fähigkeit zur Selbstreflexion zu stärken. Während ein Teil der Absolventen/-innen zurück in ihre Vereine oder Projekte geht, um dort als Konfliktmanager eingesetzt zu werden, bleibt ein anderer Teil bei Respekt e.V. und wird als Co-Trainer für die Ausbildung eingesetzt. Das Team des Respekt e.V. arbeitet ehrenamtlich für das Projekt. (3000 € Preisgeld)

Die Preisträger/-in von JAKtiv - Wir zeigen Gesicht! mit Axel Wintermeyer und Johanna Suwelack (Foto: BfDT)
Hinsehen, mitreden, handeln! JAKtiv – wir zeigen Gesicht!
Jugendarbeitskreisen (jak) Hessen und Niedersachsen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. - Frankfurt a. M. und Hannover.


Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. hat von Februar bis August 2013 das Projekt "Hinsehen, mitreden, handeln! - JAKtiv – Wir zeigen Gesicht!" durchgeführt.

Sieben ehrenamtliche Jugendliche aus Hessen, Niedersachsen und Hamburg entwickelten dabei einen Workshop und eine Foto-Aktion gegen Alltagsrassismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung. Der Workshop beinhaltet drei Module, in denen die historische und aktuelle Relevanz eines aktiven Engagements gegen Diskriminierung, das eigene Verhalten gegenüber Alltagsrassismus sowie Handlungsoptionen für Situationen, in denen Menschen diskriminiert werden, erarbeitet werden. Die Workshops werden durch eine Fotoaktion begleitet, bei der Interessierte mit ihrem Foto "Gesicht zeigen" können. Das Ergebnis ist auf der Internetseite des Projekts für die Öffentlichkeit einsehbar. (3000 € Preisgeld)



Axel Wintermeyer bei der Urkundenübergabe an die Preisträger/-innen von FC Sportfreunde 1920 Schwalbach e.V. (Foto: BfDT)
Integration Kinder und Jugendlicher samt ihrer Eltern – egal welcher Herkunft, Geschlecht, finanzieller Situation oder körperlicher Verfassung
FC Sportfreunde 1920 Schwalbach e.V. -
Schwalbach

Das Projekt "Integration Kinder und Jugendlicher samt ihrer Eltern – egal welcher Herkunft, Geschlecht, finanzieller Situation oder körperlicher Verfassung" des FC Schwalbach in Schwalbach ist ein umfassendes Maßnahmenpaket, mit dem sich ehrenamtliche Vereinsmitglieder für sozial Schwächere und durch ihre Herkunft oder körperlichen Defizite diskriminierte Mitglieder stark machen. Dabei organisiert der Verein verschiedene Veranstaltungen und Aktionen, um allen Mitgliedern die gleichen Chancen zu bieten, am Vereinsleben teilzunehmen. Dazu zählen unter anderem Basare, materielle Unterstützung sowie Hilfe bei sprachlichen Problemen.

Um diesen Aufgaben effektiv nachgehen zu können, hat der Verein die Stelle eines Integrationsbeauftragten eingerichtet. Alle Veranstaltungen und Aktionen werden ehrenamtlich durch die Vereinsmitglieder organisiert und durchgeführt. (2000 € Preisgeld)

Die Preisträgerinnen von Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnungen e.V. erzählten von ihrem Engagement (Foto: BfDT)
SAARLAND

Jährliche Veranstaltungsreihe zu einem aktuellen Thema
Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnungen e.V. - Saarbrücken


Seit 2002 organisiert Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnungen e.V. eine jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe zu aktuellen Themen rund um Migration, Interkulturalität und Antirassismus in Saarbrücken. Über Vorträge, Diskussionsrunden, Filme, Konzerte und Kabarett möchte der Verein die Themen differenziert betrachten und unterschiedliche Menschen und Zielgruppen ansprechen.

Ziel des Projekts ist es, Vorurteile abzubauen und durch den jährlich wechselnden Themenschwerpunkt Aktualität und Praxisnähe zu gewährleisten.

Vergangene Themenreihen liefen unter anderem unter den Titeln „Um Gottes Willen: Glaube, Alltag, Fanatismus“ (2002), „Unterwegs: Frauen, Migration, Integration“ (2006), und „Gesundheit und Migration“ (2010). Für 2014 ist das Thema „Empört Euch – Phänomene sich neu bildender Demokratien“ vorgesehen. Die Organisation der Veranstaltungsreihe wird ehrenamtlich geleistet, lediglich die Geschäftsführerin des Vereins ist hauptamtlich tätig. (3000 € Preisgeld)

Frau Uta Leichsenring, Beiratsmitglied des BfDT, mit der glücklichen Preisträgerin von Junges Aktionsbündnis Neuwied (Foto: BfDT)
RHEINLAND-PFALZ

J.A.N.
Junges Aktionsbündnis Neuwied - Neuwied


Die Jugendgruppe "J.A.N. (Junges Aktionsbündnis Neuwied)" setzt sich seit März 2012 in vielfältiger Weise gegen jegliche Art von Diskriminierung und Ausgrenzung ein. Durch verschiedene Aktionen möchten die Mitglieder der Gruppe nicht nur die Öffentlichkeit auf die Problematik aufmerksam machen, sondern auch benachteiligten und diskriminierten Personen Hilfestellung geben.

Neben der Beteiligung an der Organisation von Demonstrationen gegen Rechtsradikalismus in Kooperation mit anderen Jugendgruppen in Mayen veranstaltete J.A.N. ein Solidaritätskonzert, um ein Sommerfest im Asylbewerberheim Neuwied zu finanzieren. Darüber hinaus führen die Jugendlichen Aufklärungsgespräche bei Konzertveranstaltungen, um das Sicherheitspersonal für Symbole und Erkennungsmerkmale der rechtsextremen Szene zu sensibilisieren. Bei Konzertveranstaltungen im Westerwald ist das Junge Aktionsbündnis seither mit Informationsständen gegen Rechtsradikalismus in der Region vertreten. Zudem organisierten die Jugendlichen einen Filmabend gegen Diskriminierung, bei dem sie Günter Wallrafs Dokumentation "Schwarz auf Weiß" zeigten. Auch privat helfen die Mitglieder Asylbewerbern/-innen und unterstützen diese unter anderem beim Spracherwerb oder leisten Hausaufgabenbetreuung für Kinder. (3000 € Preisgeld)