28.11.2013

Preisverleihung in Nürtingen am 26. Juni 2008 (Rathaus Glassaal)

Wettbewerb Aktiv für Demokratie und Toleranz 2007

Am Donnerstag, den 26. Juni 2008, werden fünf Projekte aus Baden Württemberg als Preisträger im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2007" geehrt. 
Das von den Bundesministerien des Innern und der Justiz im Jahr 2000 gegründete bundesweite „Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt (BfDT)" vergibt im Wettbe-werb 2007 Preise in Höhe von 1.000 bis 5.000 € für vorbildliches, nachahmenswertes zivilgesellschaftli-ches Engagement für Demokratie und Toleranz an insgesamt 73 Initiativen und Projekte.

Der „Initiativkreis 8.Mai Langenau" hat mit Hilfe von überwiegend ehrenamtlich tätigen Personen das aus breitgefächerte Projekt „Theatrespektakel" ins Leben gerufen. Gemeinsam mit zwei italienischen Regisseuren werden Theateraufführungen koordiniert, in denen Jugendliche aus Deutschland, Polen, Italien und der Türkei als Schauspieler auftreten bzw. zuvor als Workshopteilnehmer die Stücke vorbereitet haben. Die Theaterstücke werden durch anschließend statt findende Workshops ergänzt, die genauso großen Anklang bei Zuschauern und Teilnehmern haben. Der Verein hält durch seine Arbeit die Geschichte wach und engagiert sich mit eigenen Projekte für Toleranz und Gewaltlosigkeit.

Der Bürgertreff am Rathaus Nürtingen ist Koordinierungsstelle für zahlreiche Partizipationsmöglichkeiten der Bürger. Die seit 10 Jahren existierende Nürtinger Sozialkonferenz  soll als Brücke zwischen Bürgern auf der einen, Kommunalpolitik und Verwaltung auf der anderen Seite dienen. Aus ihr hervorgegangen sind u.a. das Interkulturelle Forum sowie die Interkulturelle Anlaufstelle. Beide Initiativen treiben den interkulturellen Austausch zwischen Menschen aus 74 Nationen voran. Hervorzuheben ist die Integrationsarbeit des Bürgertreffs, hinter der immer das Prinzip"Bürger für Bürger" steht. Nürtinger Bürger, zum Teil selbst mit Migrationshintergrund, werden vom Bürgertreff zu Mentoren ausgebildet und setzen Integrationsangebote wie Rechtsberatung, Sprachkurse, Begleitung bei Behörden- und Arztbesuchen eigenverantwortlich um.

Der Verein Reutlinger Computer Oldies bietet Computerkurse besonders für ältere Mitbürger und für Menschen mit körperlichen Behinderungen an. Ziel des Vereins ist es, auch älteren Einsteigern und Menschen mit körperlichen Einschränkungen an Computer und Internet heranzuführen und sie damit nicht von der digitalisierten Welt auszuschließen. Zusätzlich bietet der Verein ein regelmäßig aktualisiertes Internetportal an, das sich über zunehmende Resonanz in allen Altersgruppen erfreut. Neben den Computerkursen bietet der Verein auch Freizeitangebote, wie z.B. einen Stammtisch und Ausflüge in die Umgebung an, um den Kontakt zwischen Menschen mit oder ohne Behinderung zu fördern. Der Verein leistet einen vorbildlichen Beitrag zur Integration von Menschen mit körperlichen Behinderungen.

Der Verein „Elterninitiative Buckenberg-Haidach und Hagenschieß e. V." widmet sich der Integration von jugendlichen Spätaussiedlern in einem Pforzheimer Stadtteil mit sehr hohem Aussiedleranteil. Ziel der Vereinsarbeit ist es, als Bindeglied zwischen jugendlichen und erwachsenen Bewohnern des Stadtteils zu fungieren, um mögliche Konflikte zwischen der ansässigen Bevölkerung und Spätaussiedlern bereits im Vorfeld zu entschärfen. Schwerpunktmäßig beziehen sich die Tätigkeiten der Initiative auf die Bereiche Sport und Freizeitgestaltung sowie ehrenamtliche Jugendarbeit auf der Straße. Die Elterninitiative zeichnet sich  vor allem durch einen geteilten methodischen Ansatz aus, der sowohl auf in Anspruch zu nehmende Angebote im Viertel setzt als auch sich direkt aktiv an die Betroffenen wendet.

Die Arbeitsgemeinschaft für interkulturelle Frauenbegegnungen ist eine Interessengemeinschaft für Frauen aller Nationalitäten, Religionen und Altersgruppen mit dem Ziel, Begegnungs- und Austauschstätten für Frauen aus Eberbach und Umgebung zu schaffen. Die betreffende Region ist durch einen hohen Anteil von türkischen Familien und deutschen Spätaussiedlern gekennzeichnet. Die Frauen nehmen für diese Familien eine Schlüsselposition als Ansprechpartnerinnen für Kindertagesstätten, Schulen und das soziale Umfeld ein. Vorrangiges Ziel ist es, Frauen mit Migrationshintergrund in die Organisation einzubinden, die dann als Netzwerkerinnen in ihr soziales Umfeld hinein wirken können. Die Arbeitsgemeinschaft ist ein gelungenes Beispiel für alltägliche Integrationsarbeit auf Basis eines ehrenamtlichen bürgerschaftlichen Engagements, das auch für andere Kommunen Modell stehen kann.

Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Nürtingen, Herrn Otmar Heirich, wird Frau Heike Heuberger, Mitglied im Beirat des BfDT, die Preisträger in einer öffentlichen Preisverleihung im Rathaus der Stadt Nürtingen auszeichnen und würdigen. Dr. Schiller-Dickhut, stellv. Geschäftsführer des BfDT, wird die Aktivitäten des bundesweiten Bündnisses für Demokratie und Toleranz vorstellen. Im Anschluss an die Preisverleihung besteht die Möglichkeit, mit den Preisträgern sowie den Veranstaltern ins Gespräch zu kommen. Über eine Berichterstattung zu den Preisträgern und dem Wettbewerb würden wir uns sehr freuen. Geladene Gäste melden sich bitte per Fax (030/23 63 408-88) oder Telefon (030/23 63 408-0) an.

Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2007
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