08.06.2011

Aus Kleinem etwas Großes schaffen

Jugendkongress 2011: „Mach mit! Jugend aktiv für Demokratie und Toleranz“

Teilnehmergruppe beim Jugendkongress 2011Teilnehmergruppe beim Jugendkongress 2011


Nach vier erlebnisreichen Tagen ist der diesjährige Jugendkongress des Bündnisses für Demokratie und Toleranz (BfDT) zu Ende gegangen. Vom 20. bis zum 24. Mai 2011 kamen rund 450 Jugendliche zusammen. Unter dem Motto „Mach mit! Jugend aktiv für Demokratie und Toleranz“ setzten sie sich mit den unterschiedlichsten Themen und Fragestellungen einer aktiven und kritischen Zivilgesellschaft auseinander. Am 23. Mai feierten die TeilnehmerInnen darüber hinaus den Geburtstag der deutschen Verfassung: Beim Festakt zur Feier des Tages des Grundgesetzes wohnten sie gemeinsam mit Partnern und Freunden des BfDT der Auszeichnung der Botschafter für Demokratie und Toleranz bei.

Im Mittelpunkt des Jugendkongresses standen neben der inhaltlichen Arbeit vor allem der gegenseitige Austausch und die Begegnung. In diesem Jahr hatte das BfDT eine noch größere Zahl internationaler und noch nicht engagierter Jugendlicher eingeladen und ist so einem Wunsch der Teilnehmer der letzten Jahre nachgekommen. In dieser sehr heterogenen Gruppe konnten die Jugendlichen noch mehr Eindrücke und unterschiedliche Perspektiven gewinnen. Deshalb hieß es am Anfang erst einmal: Kennenlernen! Auf der Auftaktveranstaltung am Donnerstagabend hatten die Jugendlichen nach der Anmeldung am BfDT-Infocounter jede Menge Gelegenheit dazu. Für Auflockerung sorgte nicht nur der Auftritt der Band Café Jazz aus Bautzen, sondern auch die Einlagen und Kennenlernmodule der Improtheatergruppe Gorillaz aus Berlin. Am Ende hatte sich der Veranstaltungssaal des Berlin Congress Center (bcc) in ein lebhaftes Beisammensein verwandelt.

An den kommenden zwei Tagen ging es dann an die inhaltliche Arbeit. Jeder Teilnehmer konnte sich am Vormittag und am Nachmittag für einen Workshop oder ein Außenforum anmelden. Bei den Ausflügen zu historischen Orten Berlins erlebten sie Geschichte und Kultur hautnah – so fuhren sie unter anderem in die Gedenkstätte Sachsenhausen, besuchten die Şehitlik Moschee oder lernten jüdisches Leben in Berlin kennen. In den Workshops ging es um ganz verschiedene Themen rund um Demokratie und Toleranz, wobei deren konkrete Gestaltung mal eher theoretisch, mal eher praktisch ausfiel. Schwerpunktthema war in diesem Jahr das Engagement der Jugendlichen selbst. Mehrere Workshops widmeten sich deshalb ausführlich den verschiedenen Aspekten der Projektarbeit, wodurch die Teilnehmer konkrete Ideen für ihre eigenen Projekte und deren Umsetzung mitnehmen konnten. So zum Beispiel im Workshop „Engagement 2.0", in dem sogar jeweils ein fertiger Videospot produziert wurde. Auch das Modell der interaktiven Workshops hat sich wieder bewährt, in diesem Jahr zum Beispiel umgesetzt im Workshop „Handlungsspielräume in der SED-Diktatur“, in dem die Jugendlichen eine „echte“ DDR-Schulstunde erleben konnten. „Ich bitte Sie jetzt nur um eins: Was ich Ihnen diese Stunde beibringe – bitte schnell wieder vergessen!“, begrüßte Elke Urban, die Leiterin des Schulmuseums Leipzig, halb ironisch die Teilnehmer im improvisierten Klassenzimmer im bcc. Tatsächlich spielten die Teilnehmer ihre Rollen, vom Klassenstreber bis hin zum Teenager-Rebellen. „Ich habe mich total gewundert“, sagte eine Teilnehmerin in der Feedback-Runde am Ende des Workshops. „Man zeigt Gehorsam nicht aus Furcht, sondern wegen des Lobs und der Ermunterung. Man will gefallen und mitmachen.“ Für die Jugendlichen eine einprägsame Erfahrung, die zum Nachdenken anregt.

Umrahmt war das Programm im bcc vom Marktplatz für Engagement, auf dem sich Organisationen, Initiativen und Projekte den Jugendlichen präsentierten. Hier konnten sie nicht nur Informationen zu deren unterschiedlichen Arbeitsfeldern einholen, sondern auch mit deren Vertretern ins Gespräch kommen und an interaktiven Aktionen teilnehmen. Erstmals war damit auch ein Gewinnspiel verbunden: Denen, die erfolgreich an zehn Stationen teilgenommen haben, winkten nun attraktive Preise.

Auch am jährlichen Interner LinkFestakt zur Feier des Tages des Grundgesetzes nahmen die Jugendlichen teil – einmal als Gäste und diesmal auch als Programmgestalter: Die Teilnehmer des Gospel-Workshops zeigten im Haus der Kulturen der Welt, was sie bei Chorleiter Christoph Zschunke gelernt hatten. Im Anschluss ging es dann noch zur großen Abschlussparty in der Kalkscheune, auf der die neuen Bekanntschaften noch einmal im ausgelassenen Ambiente vertieft werden konnten.

Zuvor am Sonntagabend trafen sich die 450 Teilnehmer noch einmal im großen Saal des bcc, wo beim Abschlussplenum jeder Gelegenheit hatte, seine Eindrücke zu schildern. „Ich bin gerade so motiviert…danke dafür. Hammer.“, zeigte sich ein Teilnehmer überwältigt. Das schönste Schlusswort fand ein weiterer Teilnehmer, der für seine Gruppe sprach: „Was wir durch den Kongress lernen können, ist, dass all die Kleinigkeiten, die jeder von uns tut, zusammen etwas Großes ergeben.“




Programmheft


Download-IconHier finden Sie das Programmheft des Jugendkongresses 2011