26.07.2019

Junge Erfolgsgeschichten, Förderung und Vernetzung – 6. Bildungstreffen für junge Sinti und Roma

Anfang Juli fand das 6. Bildungstreffen für junge Sinti und Roma statt. Mit der Zielsetzung „Förderung, Austausch und Vernetzung“ gab es vielfältige Impulse und Angebote hinsichtlich der Bildungssituation– und arbeit, zu Erfolgsgeschichten aus der Minderheit sowie zu Fördermöglichkeiten durch Stiftungen.

Dr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT © BfDTDr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT © BfDT
Welche Fördermöglichkeiten können junge Sinti und Roma in Deutschland nutzen? Auf welche Herausforderungen hinsichtlich der Bildungssituation stoßen junge Menschen aus der Minderheit? Und wie sehen Erfolgsgeschichten aus, die zum Empowern beitragen können? Diese Fragen waren zentral beim 6. Bildungstreffen Deutscher Sinti und Roma am 06. Juli 2019. Unter der Leitung des stellv. Vorsitzenden des Dokumentations- und Kulturzentrums Oswald Marschall wurde es vom Bildungsreferat organsiert und fand in diesem Jahr im Bildungszentrum „Mer ketne“ in Minden (NRW) statt.

Die Zielsetzung "Förderung, Austausch und Vernetzung" fand in einem vielfältigen Angebot aus Vorträgen, Infoständen und Gesprächen seine Umsetzung. Die Gäste und Teilnehmenden aus Minderheit und Mehrheitsgesellschaft informierten sich am Vormittag über Angebote der Heinrich-Böll-Stiftung, der Hans-Böckler-Stiftung, des Evangelischen Studienwerks, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Studienstiftung des Deutschen Volkes sowie des Freien Zusammenschlusses von Student/-innenschaften, aber auch über Förder- und Beratungsangebote des Dokumentationszentrums. Die Vorträge und Inputs der Referierenden von Marge Lehmann (historische Entwicklung der gesellschaftlichen und bildungsbezogenen Situation der Sinti und Roma), Dr. Jane Weiß (Umgang mit Diskriminierung im Bildungssystem), Lavdije Zidi (innovative Lehrkonzept am Bsp. der Relevanz von Identifikation und Spiegelung in der Pädagogik und Didaktik) gaben einen Überblick zu Bildungssituation und Bildungsarbeit sowie zu Erfolgsgeschichten.

In einem zweiten Teil, der sich noch stärker auf Empowerment und gegenseitige Stärkung konzentrierte, stellte das BfDT seine Motivation dar, sich bereits seit 2008 mit Engagement gegen Antiziganismus und für die Belange von Sinti und Roma einzusetzen. Die Begegnung mit der Mehrheitsgesellschaft stelle einen zentralen Punkt zum Abbau von Diskriminierung, Vorurteilen und Stereotypen dar, betonte dabei Dr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT. Die Kooperationen mit Organisationen der Minderheit wie z.B. dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sind dabei ein wichtiger Baustein. Den Aspekt des Best-Practice und der Anregung zu eigenem zivilgesellschaftlichen Engagement griff die Präsentation dahingehend auf, dass Preisträger/-innen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ und „Botschafter/-innen für Demokratie und Toleranz“ vorgestellt wurden. Erfahrungsberichte der Eltern- und Großelterngeneration aus deren Bildungsgeschichte und ein klares Statement von Oswald Marschall gingen dem anschließenden Austausch aller Anwesenden voraus. Der Vorsitzende des Verein Deutscher Sinti e.V. in Minden verdeutliche eine klare Position entgegen der Diskriminierung und Ausgrenzung, die Sinti und Roma in Deutschland immer noch massiv seitens der Mehrheitsgesellschaft erfahren und zeichnete das fehlende Wissen und herrschende Vorurteile über die Angehörigen der Minderheit am Beispiel der Kommunikation in Sozialen Medien eindrücklich nach. Wichtig war dabei, wie er motivierend deutlich machte, dass man als Sinti*ze und Rom*nja selbstbewusst und fordernd auftreten sollte.



Interner LinkEindrücke der Veranstaltung