Internationale Wochen gegen Rassismus vom 13. bis 26. März 2017

Internationale Wochen gegen Rassismus 2017 PostkarteInternationale Wochen gegen Rassismus 2017 Postkarte
Vom 13. bis 26. März 2017 finden auch dieses Jahr die internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Ort der bundesweiten Auftaktveranstaltung am Montag, 13. März 2017 ist das Interkulturelle Zentrum, Bergheimer Straße 147, in Heidelberg. Diese wird vom Interkulturellen Zentrum Heidelberg organisiert. Das Motto, unter dem die diesjährigen Veranstaltungen stehen, lautet: „100 % Menschenwürde – zusammen gegen Rassismus“.

Rassistische Einstellungen erstarken



Die rassistische Ablehnung und Abwertung von Geflüchteten, Migrant/-innen sowie vermeintlich »Anderen« und »Fremden« hat sich tief in der Mitte der Gesellschaft und in allen Milieus verfestigt. Für die von Diskriminierung und Rassismus betroffenen Menschen bedeutet dies die alltägliche Verletzung ihrer Menschenwürde – oder im schlimmsten Fall ihrer körperlichen Unversehrtheit. Aktuelle Untersuchungen wie die Studie Interner Link»Die enthemmte Mitte« der Universität Leipzig vom Juni 2016 zeigen, dass insbesondere die Ablehnung von Muslim/-innen, Sinti und Roma und Asylsuchenden noch einmal deutlich zugenommen hat. Gerade jetzt gilt es, die Aktivitäten für mehr Toleranz im Rahmen der Wochen gegen Rassismus zu intensivieren. Denn die beeindruckende Willkommenskultur wird überschattet von populistischer und rassistischer Hetze und Gewalt gegenüber Minderheiten: Der Verfassungsschutzbericht 2015 konstatiert einen drastischen Anstieg der rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten mit »fremdenfeindlichem Hintergrund«; der Anteil der Gewalttaten gegen Asylbewerberunterkünfte hat sich mehr als verfünffacht und rechtspopulistische Parteien und Gruppieren erhalten verstärkt Zulauf. Nach der »Mitte«-Studie lehnt zwar eine deutliche Mehrheit der Gesellschaft rechtsextremes Denken und auch Gewalt zum Teil strikt ab und hat Vertrauen in demokratische Institutionen – andererseits sind Menschen mit rechtsextremer Einstellung immer mehr bereit, zur Durchsetzung ihrer Interessen Gewalt anzuwenden.

■ Im Jahr 2015 wurden insgesamt 1.408 (2014: 990) rechtsextremistische Gewalttaten registriert. Dies entspricht einem Anstieg um 42,2 %.
■ Mit 918 Delikten (2014: 512) nahm davon die Zahl der rechtsextremistischen Gewalttaten mit »fremdenfeindlichem« Hintergrund um 79,6 % zu.
■ Und die Zahl der Brandanschläge stieg dramatisch auf 75 Delikte an (2014: fünf).

Derzeit ist kein Ende abzusehen: Bis Oktober 2016 wurden laut BKA bereits 797 Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte registriert, in 137 Fällen unter Anwendung von Gewalt. Angesichts der gegenwärtig immer besorgniserregenderen Entwicklungen sollen mit den »eigenen Aktionswochen gegen Rassismus« weitere Städte motiviert werden, sich zu engagieren.

Die eigenen Aktionswochen in Städten und Kommunen: Starke Bündnisse gegen Rassismus



Über die Hälfte der Aktivitäten zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus im Jahr 2016 wurden von Veranstaltungsprogrammen der Städte und Kommunen durchgeführt. Diese Städte, ihre kommunalen Träger, Integrationsbeauftragte und zivilgesellschaftliche Bündnisse haben mit eigenen Aktionen eine immer größere Wirkmächtigkeit entwickelt. Die Vernetzung von lokalen Initiativen und Bündnissen wird mit dieser regionalen Aktionsform gefördert, wichtige Synergieeffekte werden ermöglicht und ein starkes Identifikationsgefühl für die Anliegen der Internationalen Wochen gegen Rassismus vor Ort geschaffen.

Hintergrundinformationen zum Projekt "Internationale Wochen gegen Rassismus"

Foto: http://sacivilrights.weebly.com/sharpeville-massacre.html (Source from ANC archives, unknown photographer, 21st March 1960)Foto: http://sacivilrights.weebly.com/sharpeville-massacre.html (Source from ANC archives, unknown photographer, 21st March 1960)
Zum Gedenken an das Massaker von Sharpeville in Südafrika, einer friedlichen Demonstration im Jahr 1960, die gewaltsam zerschlagen wurde, wurde sechs Jahre später, 1966, der 21. März von den Vereinten Nationen zum »Internationalen Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung« ausgerufen. 1979 wurde dieser Gedenktag durch die Einladung der Vereinten Nationen an ihre Mitgliedstaaten ergänzt, eine alljährliche Aktionswoche der Solidarität mit den Gegner/-innen und Opfern von Rassismus zu organisieren. Am 10. Dezember 1996, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, setzt Nelson Mandela in Sharpeville schließlich mit seiner Unterschrift die neue demokratische Verfassung Südafrikas in Kraft. Der 21. März wird in Südafrika als South African Human Rights Day, als »Südafrikanischer Tag der Menschenrechte« begangen.

Seit 1994 koordiniert der Interkulturelle Rat die Initiativen und Aktivitäten rund um den 21. März in Deutschland. Im Jahr 2008 wurde der Aktionszeitraum auf Grund der Vielzahl der Veranstaltungen und steigenden Beteiligung auf zwei Wochen ausgeweitet. Um diese wichtige Arbeit nachhaltig zu sichern, hat der Interkulturelle Rat im Jahr 2014 eine gemeinnützige Stiftung gegründet. Seit Januar 2016 laufen die operativen Arbeiten des Projektes Internationale Wochen gegen Rassismus nun über die Stiftung – weiterhin in Kooperation und Zusammenarbeit mit dem Interkulturellen Rat.


Bei der Realisierung eines Veranstaltungsprogramms können alle städtischen und kommunalen Stellen und Organisationen mit einbezogen werden: Integrationsbeauftragte, Migrations- und Integrationsbeiräte, kommunale Integrationszentren, Volkshochschulen, bestehende Bündnisse gegen Rechts, Flüchtlingsräte, Antidiskriminierungsstellen, Sportverbände, kulturelle Einrichtungen oder engagierte Einzelpersonen.
Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für die Wahrung der Menschenwürde und gegen Rassismus zusammen einzustehen!

Mit Hilfe dieses Interner LinkOnline-Formulars können Sie auf eigene Veranstaltungen hinweisen, die nach erfolgter Überprüfung in den Kalender aufgenommen werden.

Interner LinkHier geht es zu den Veranstaltungen.


Datum:13.03.2017 bis 26.03.2017
Veranstalter:Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus
Kontaktdaten:06151-339971
info@stiftung-gegen-rassismus.de
Internet:http://internationale-wochen-gegen-rassismus.de/

Veranstaltungssuche

April 2017
1 2
34 5 6789
10111213141516
1718192021 2223
24252627 282930
heute
nächste 7 Tage
nächste 30 Tage
Zeitraum angeben

Informiert bleiben

Facebook
YouTube

Logo BPB
Seit 2011 ist die Geschäftsstelle des BfDT Teil der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb