28.11.2013

Preisverleihung „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2011 in Bischofswerda

Am 7. Dezember 2012 zeichnete das BfDT zehn Preisträger aus

Bischofswerda 2012
Insgesamt 82 Initiativen und Projekte wurden für ihr vorbildliches und nachahmenswertes zivilgesellschaftliches Engagement vom Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) als Preisträger ausgewählt. Die Preise sind mit 2.000 € bis 5.000 € dotiert und werden in mehreren, Regionen bezogenen Preisverleihungen vergeben.

Am 7. Dezember 2012 fand in Bischofswerda die Preisverleihung für zehn Preisträger aus der Region Sachsen statt. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister von Bischofswerda, Andreas Erler, würdigte Monika Lazar, Mitglied des Deutschen Bundestages und Mitglied im Beirat des BfDT, und Cornelia Schmitz, stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle des BfDT, die Preisträger in einer öffentlichen Preisverleihung im großen Saal des Rathauses von Bischofswerda. Moderiert wurde die Veranstaltung von Rahman Satti, Themenbereichsleiter ÖA, Integration und Toleranz.

Trotz Schnee und winterlichen Temperaturen von -7 Grad Celcius waren ca. 80 Gäste in den neu gestalteten Ratssaal der Stadt Bischofswerda angereist. Ein besonderer Höhepunkt waren die 14 ZeitzeugInnen des Jüdischen Frauen Vereins e. V. aus Dresden, die mit einem Bus angereist waren. Frau Dr. Preusser-Franke mahnte in eindringlichen Worten, die verdrängte jüdische Geschichte, welche durch die stalinistische Diktatur in einem Völkermord endete, aufzuarbeiten und die letzte Chance zu nutzen, die persönlichen Geschichten der Juden aus Russland bekannt zu machen.

Herr Vitold Reytman, Frau Emma Epstein, Sofia Schainska und Anna Sorokina nahmen stellvertretend für die Opfer stalinistischer Judenverfolgung den Preis des BfDT entgegen. Ein berührender Moment waren die Worte von Vitold Reytman (96 Jahre), der von seiner Arbeit als Dolmetscher beim Einmarsch der Roten Armee 1945 in Berlin erzählte und dem Bündnis für den Preis dankte.

Im Anschluss an die Preisverleihung bestand die Möglichkeit, bei einem kleinem Imbiss ins Gespräch zu kommen, und auch den nahegelegenen Weihnachtsmarkt am Rathaus zu besuchen.



Folgende Projekte wurden ausgezeichnet:



"Macht euren Projekten Beine"
Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit e.V., Bischofswerda

Seit 2008 führt die Initiative Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit e.V. im Landkreis Bautzen das Jugendbeteiligungsprojekt „Macht euren Projekten Beine“ durch. Es fördert Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten und richtet sich an junge Menschen, die tolle Ideen haben und Geld für die Umsetzung ihrer Projekte benötigen.

"Wege nach Chemnitz"
Armes Theater Sachsen e.V., Chemnitz

Das Projekt „Wege nach Chemnitz“ des Vereins „Armes Theater“ gibt unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen die Chance in der Entwicklung einer Theatercollage Erlebtes zu verarbeiten und ihre Geschichten auf der Bühne zu präsentieren. ZuschauerInnen und SchauspielerInnen begegnen sich im interkulturellen Dialog über die Theatercollage im anschließenden Workshop und entwerfen einzelne Szenen des Stücks ihrer Wahrnehmung entsprechend neu.

"Das Erich-Zeigner-Haus – Bildungs- und Begegnungsstätte gelebter Zivilcourage"
Erich-Zeigner-Haus e.V., Leipzig

Das frühere Wohnhaus Erich Zeigners, ehemaliger sächsischer Ministerpräsident und ehemaliger Leipziger Oberbürgermeister, ist heute Treffpunkt von Bürgerinitiativen, Ausgangspunkt weltoffener, demokratischer Aktivitäten in der Stadt Leipzig und Museum. Ebenfalls finden Bildungs- und Qualifizierungsangebote für gelebte Zivilcourage in Geschichte und Gegenwart statt. Damit ist das Erich-Zeigner-Haus auch ein positives Gegenprogramm zum sachsenweit operierenden Neonazi-Treff in der Leipziger Odermannstraße.

"Unterschiede, die einen Unterschied machen. Eine interaktive Ausstellung zu Diskriminierung und Teilhabe"
Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V., Leipzig

Das Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V. schlägt mit der Ausstellung "Unterschiede, die einen Unterschied machen“ eine Brücke zwischen Öffentlichkeit und Fachwelt. In 5 Modulen kommen in der Ausstellung privilegierte und benachteiligte Menschen zu Wort - als Betroffene, Verantwortliche und als ExpertInnen. Thematisiert werden Formen alltäglicher Diskriminierung und die Folgen für Betroffene und Verantwortliche.

"Die Sächsische Schweiz ist bunt"
Aktion Zivilcourage e.V., Pirna

Seit dem Jahr 2010 engagiert sich der Verein „Aktion Zivilcourage“ im Rahmen der Kampagne „Die Sächsische Schweiz ist BUNT“ für die Stärkung demokratischer Werte und die Förderung eines vielfältigen und aufgeschlossenen Miteinanders in der Region. Über die Kampagnenarbeit in Form von Veranstaltungen, Projekten und die Verbreitung von Informationsmaterialien sollen die BewohnerInnen in der ländlichen Region Sächsische Schweiz erreicht werden. Durch regelmäßig veranstaltete „kulturelle Abende“, sollen die Annäherungsschwierigkeiten zwischen den Kulturen überwunden werden und eine Gemeinschaft kultureller Vielfalt entstehen.

"Zeitzeugenprojekt"
Jüdischer Frauen Verein Dresden e.V., Dresden

Die Ausstellung „Fragt uns – Wir sind die Letzten“ ist ein Projekt des Jüdischen Frauen-Vereins Dresden e.V. Durch die Dokumentation von 14 Einzelschicksalen will der Verein darauf aufmerksam machen, dass mit der geringer werdenden Zahl von ZeitzeugInnen die Verpflichtung zur Bewahrung der Zeitdokumente über den Holocaust zunimmt.

"KASSANDRA – Sexistische und homophobe Klischees, Mythen und alltägliche Diskriminierungen erkennen und handeln"
Netzwerk für Demokratie und Courage e.V., Dresden

Das Projekt "Kassandra" des Netzwerks für Demokratie und Courage e.V. (NDC) in Dresden ist ein Bildungskonzept gegen Homophobie und Sexismus. Bei dem im März 2010 gestarteten Projekt geht es um die Auseinandersetzung mit Geschlechterstereotypen und der eigenen Geschlechtersozialisation, mit Vorurteilen und Sexismus, Homosexualität, subtilem und alltäglichem Sexismus in Werbung, Musik, Witzen und es endet in der Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten zum Abbau sexistischen Verhaltens.

"Gegen das Vergessen – Erinnerung leben"
Kultur- und Kunstverein Oederan e.V.

Seit dem Jahr 2004 engagiert sich die Arbeitsgruppe des Kultur- und Kunstvereins Oederan e.V. mit dem Projekt „Gegen das Vergessen – Erinnerung leben“ dafür, die Geschichte des KZ-Außenlagers in Oederan aufzuarbeiten und das Andenken an die Opfer aufrechtzuerhalten. Die Mitglieder der AG nahmen Kontakt zu Überlebenden des KZ auf und organisierten Begegnungstage mit den ZeitzeugInnen.

"Bildungspatenschaften"
Ausländerrat Dresden e.V.

Bei dem Projekt „Bildungspatenschaften“ handelt es sich um ein trägerübergreifendes Projekt des Ausländerrates Dresden e.V.. Durch das seit dem Jahr 2010 bestehende Projekt werden Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren mit Migrationshintergrund an ehrenamtlich tätige PatInnen vermittelt. Die PatInnen geben kostenlose Nachhilfe und fördern so die schulische Entwicklung sowie die sprachlichen Fähigkeiten ihrer Schützlinge.

"fokus 2011"
Second Attempt e.V., Görlitz

"fokus 2011" ist ein Beteiligungsprojekt für mehr Vielfalt und Toleranz, das von Mitgliedern des Second Attempt e.V. organisiert wird. Highlight des Projektes ist ein deutsch-polnisches Festival, bei dem regionale Engagierte, BürgerInnen, Einrichtungen und Jugendgruppen ihr eigenes Festival und dessen Programm gestalten.


 

Aktiv-Preisträger/-innen erzählen von ihrem Engagement

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