28.11.2013

Preisverleihung „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2011 in Lutherstadt-Wittenberg

Am 01. November zeichnet das BfDT neun Preisträger aus Sachsen-Anhalt und Brandenburg aus

Glückliche PreisträgerGlückliche Preisträger
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) hat 2011 im Wettberwerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2011 insgesamt 82 Initiativen und Projekte für ihr vorbildliches und nachahmbares zivilgesellschaftliches Engagement als Preisträger ausgewählt.

Wir laden Sie herzlich ein zur Preisverleihung am 01. November 2012 um 15:00 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses Markt 26, 06886 Lutherstadt Wittenberg.

Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister von Lutherstadt Wittenberg, Eckhard Naumann werden Jens Ackermann, Abgeordneter des Deutschen Bundestages und Mitglied im Beirat des BfDT, und Dr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, die Preisträger in einer öffentlichen Preisverleihung im Ratssaal des Rathauses von Lutherstadt Wittenberg würdigen. Im Anschluss an die Preisverleihung besteht die Möglichkeit, mit Preisträgern und Veranstaltern bei einem Empfang ins Gespräch zu kommen.

Folgende Projekte werden ausgezeichnet:

„Wer sich umdreht oder lacht“
Theaterjugendclub Chamäleon e.V., Wittenberg

Mit dem Stück „Wer sich umdreht oder lacht“ ruft der Theaterjugendclub „Chamäleon“ e.V. in Wittenberg ein dunkles Kapitel der DDR-Geschichte ins Gedächtnis. Das Stück handelt von der Geschichte des und den Erzählungen über den Jugendwerkhof Torgau, dem einzig geschlossenen Jugendwerkhof der ehemaligen DDR. Jugendliche des TJC-Chamäleon erarbeiteten das Stück zum Thema Heimerziehung in den DDR-Jugendwerkhöfen und führten es in der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau auf. Durch die Aufarbeitung des Themas in Form eines Theaterstücks will das Projekt den Opfern der Jugendwerkhöfe ein Sprachrohr sein.

„Dorfakademie Höhenland“
Landblüte e.V., Höhenland

Der Verein Landblüte e.V. hat im Jahr 2009 in dem Brandenburgischen Dorf Höhenland die „Dorfakademie Höhenland“ gegründet. Weil insbesondere Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien im ländlichen Raum kaum Möglichkeiten haben, an Bildungs-, Sport- und Kulturveranstaltungen der umliegenden Städte teilzunehmen, bietet die „Dorfakademie“ ein Programm mit Workshops, Trainings und Projektarbeit für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, mit dem die fehlenden Bildungs- und Freizeitangebote des Dorfes kompensiert werden. In der Dorfakademie werden Kinder zu Studierenden. Sie erhalten einen Studierendenausweis, der nach jeder Vorlesung abgestempelt wird. Wenn sie mindestens sechs Vorlesungen und Workshops besucht haben, erhalten sie ein „Diplom“.

„Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE in Dessau-Roßlau“
DAA – Deutsche Angestellten Akademie GmbH, Dessau-Roßlau

Das Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE hat sich 2009 als Bündnis aus 50 Vereinen, Institutionen und engagierten BürgerInnen der Stadt Dessau-Roßlau gegründet. Ausgangspunkt für die Netzwerkgründung war die Frage, wie die Bereitschaft zur aktiven demokratischen Mitgestaltung der Stadtgesellschaft erhöht werden kann. Das Netzwerk begreift sich als Schnittstelle, möchte Angebote bündeln und Kooperationen vertiefen. Das Netzwerk sieht die unbedingte Wahrung der universellen Menschenrechte und einer praktischen Zivilcourage als Voraussetzung und Vision für ein demokratisches Gemeinwesen. Zugleich wendet sich das Netzwerk gegen jegliche Form von Diskriminierung, Gewalt und Menschenfeindlichkeit. Eine öffentlichkeitswirksame Maßnahme des Netzwerkes ist z.B. eine Reihe kreativ gestalteter Postkarten und Plakate unter dem Motto „Demokratie ist, was du draus machst“.

„Mobbing – Nein Danke! - Nie mehr gebückt über den Schulhof!
Lübbenauer Jugendrechtshaus e.V., Lübbenau

Kinder und Jugendliche sind mehr denn je in Straftaten verwickelt und Mobbing ausgesetzt. Seit September 2010 wird Kindern der Klassen 3 bis 6 in dem Projekt „Mobbing – Nein Danke!“ des Lübbenauer Jugendrechtshauses e.V. vermittelt, welche Folgen gewaltsames Handeln haben kann. Indem die TeilnehmerInnen sowohl in die Opfer- als auch in die Täterrolle eintauchen, können sie besser erfahren was Gewalt auslösen kann. Es wird ein Erkenntnisprozess in Gang gesetzt und durch spielerisches Lernen wird gleichzeitig das Rechts- und Demokratiebewusstsein jedes Einzelnen gestärkt. Ziel des Anti-Mobbing-Trainings ist die Sensibilisierung jedes Einzelnen. Dazu gehört der Gewinn von Selbstsicherheit im Auftreten gegenüber anderen, Handlungsfähigkeit und Entscheidungssicherheit, die Fähigkeit zur Selbstreflexion, Artikulations- und Argumentationsfähigkeit sowie die Kenntnis über Pflichten, Regeln und Verfahrensweisen.

„Blick schärfen – Für einen Harz ohne Rassismus“
Kultur, Bildung, Freizeit e.V., Ilsenburg

Der 1995 von 25 Jugendlichen gegründete gemeinnützige Verein „Kultur, Bildung, Freizeit e.V.“ ist ein anerkannter Träger der Kinder- und Jugendarbeit. Im Jahr 2009 initiierte der Verein das Projekt „Blick schärfen“, eine Internet-Kampagne gegen Rechtsextremismus. Blickschaerfen.de verfolgt das Ziel, ein demokratisches und tolerantes Grundverständnis gegen Rechtsextremismus zu stärken. Als Internetplattform liefert blickschaerfen.de aktuelle Informationen, aufklärendes Material und gibt Raum für Diskussionen. Schwerpunkt der Kampagne ist es, über Strategien rechtsextremer Gruppen und Parteien im Harz aufzuklären, Gegenstrategien aufzuzeigen und Zivilcourage gegen Rechts zu fördern. Zu diesem Zweck bietet das Projekt die schnelle Bereitstellung von Informationen und die Vermittlung von Hilfs- und Beratungsangeboten.

„Engagiert für Integration – Integrationsförderung für Kinder und Jugendliche“
Internationaler Bund e.V., Potsdam

Der Internationale Bund e.V. in Potsdam will mit dem im November 2010 gestarteten Projekt „Für starke Integration gemeinsam aktiv“ die Integration von vietnamesischen Eltern, Jugendlichen und Kindern in die Potsdamer Bürgergesellschaft verbessern. Dazu wird schrittweise eine Kombination aus Informations-, Diskussions-, Beratungs-, Sport-, Freizeit- und Kulturveranstaltungen durchgeführt. Es werden gezielt interessierte Deutsche ohne Migrationshintergrund genauso wie MigrantInnen anderer Nationalitäten. Ein Ziel besteht darin, MigrantInnenorganisationen im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit zu fördern und zu professionalisieren.

Ausstellung „Zukunftsbilder“
Refugium e.V., Magdeburg

Der Magdeburger Verein „refugium“ vertritt in Sachsen-Anhalt die Interessen von Kindern und Jugendlichen, die ohne Begleitung erwachsener Familienangehöriger aufgrund von Krieg, Verfolgung, Folter, Armut oder anderen Ursachen nach Deutschland geflüchtet sind. Refugium e.V. übernimmt Vormundschaften und unterstützt seine Mündel durch eine umfassende Personensorge in allen lebensnotwendigen Bereichen. Mit dem Ausstellungsprojekt „Zukunftsbilder“ will der Verein die Öffentlichkeit auf die minderjährigen Flüchtlinge aufmerksam machen. Die Bilder und Plastiken der Ausstellung wurden von den Kindern und Jugendlichen in einem Kreativseminar unter Anleitung eines Künstlers und eines Sozialpädagogen erstellt.

„PoLaR – Politische Bildung im ländlichen Raum“
Landesarbeitsgemeinschaft für politische Bildung Brandenburg, Potsdam

„PolaR - Politische Bildung im ländlichen Raum“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Ehrenamtlichen im ländlichen Raum und der Landesarbeitsgemeinschaft für politisch-kulturelle Bildung in Brandenburg. Ziel des im März 2010 gestarteten Projekts ist es, zivilgesellschaftliches Engagement und Partizipation in peripheren ländlichen Gebieten zu fördern. Es werden politische Bildungsveranstaltungen zur Förderung von demokratisch-zivilgesellschaftlichen Aktivitäten, ehrenamtlichem Engagement und tolerantem Miteinander in ländlichen Gebieten Brandenburgs durchgeführt. Diese werden gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt und erprobt. Thematisiert werden z.B. Gewalt, Rassismus, konfliktfreies Zusammenleben, Bürgerbeteiligung, regionale Entwicklung und Zivilcourage. Die Veranstaltungen im Rahmen von „PolaR“ sollen unter anderem der Abwanderung junger Menschen aus der Region entgegenwirken.

„Geschichte findet statt“
Initiativgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Wolmirstedt

Seit September 2010 erforscht die Initiativgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums unter der Leitung der Lehrerin Andrea Schlaugat die Geschichte des jüdischen Friedhofs in Wolmirstedt. Die Gruppe engagiert sich dafür, die Erinnerung an den vergessenen Friedhof und an die Geschichte der jüdischen BürgerInnen der Stadt aufrechtzuerhalten und verbindet damit den Appell: „Keinen Rassismus, keine tödliche Ausgrenzung mehr!“ Im September 2010 errichtete die Gruppe zu diesem Zweck einen Gedenkstein auf dem Friedhof und veranstaltete einen „Jüdischen Abend“ in der Aula der Schule. Im Januar 2011 lud die Gruppenleiterin Frau Schlaugat einen australischen Historiker zu einem Diskussionsabend ein, da dieser im Rahmen seiner Forschung über Magdeburger Juden auch auf die aus Wolmirstedt vertriebene Familie Hermann gestoßen war.

Nach der Preisverleihung in Lutherstadt-Wittenberg folgt die nächste Preisverleihung am 09. November in Mainz. Mit den öffentlichkeitswirksamen Preisverleihungen soll vor allem die Bekanntheit der Projekte, Initiativen und Einzelpersonen in ihrem Umfeld und darüber hinaus gesteigert und die Arbeit sowie das Engagement der Preisträger gewürdigt und anerkannt werden.


 

Aktiv-Preisträger/-innen erzählen von ihrem Engagement

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