„Der schwarze Peter“ ein Theaterstück von Kunstdünger – die Agentur für Kulturdesign

Preisträger im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz 2007"

Foto: "Der schwarze Peter", Agentur Kunstdünger
Gewalt und Diskriminierung gegenüber dem "schwarzen Peter"Foto: "Der schwarze Peter", Agentur Kunstdünger
Foto: "Der schwarze Peter", Agentur Kunstdünger
von Jean-Francois Drozak
(Kunstdünger - die Agentur für Kulturdesign)

Das Theaterstück "Der schwarze Peter" setzt sich mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit auseinander. Das Projekt wurde von „Kunstdünger" - die Agentur für Kulturdesign aus Nürnberg konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. - Region Vorpommern im Jahr 2007 in Mecklenburg-Vorpommern aufgeführt. Die Zielgruppe waren insbesondere Jugendliche aus der Region Ost-Vorpommern, wo rechtsextreme Parteien wie die NPD besonders stark und vergleichbare präventive Projekte gegen Rechts eher selten sind. Das Theaterstück, aufgeführt von jugendlichen Schauspielern, tourte an Schulen in der Region Anklam. Über 1000 Jugendliche sahen das Stück, dass auf besondere Art und Weise für die Themen Toleranz und Demokratie sensibilisiert. Das Theaterstück gewann einen Preis im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2007" des Bündnisses für Demokratie und Toleranz. Der Preis wurde am 1. April im Rathaus der Hansestadt Stralsund verliehen.

Intention / Handlung
„Toleranz und Demokratie lernen durch Erleben!" lautet das Motto des Präventionsprojekts „Der schwarze Peter", das sich vor allem gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wendet. Die Schüler werden direkt mit Demokratie und Toleranz konfrontiert, anstatt nur einen moralischen Vortrag zu erleben. Die direkte Teilnahme per Abstimmung vermittelt den Schülern spielerisch Grundwerte der Demokratie.

Als Peter eines Morgens aufwacht, muss er mit erschrecken erkennen, dass sich seine Hautfarbe verändert hat. Zunächst glaubt er die Verfärbung abwaschen zu können. Er muss allerdings bald begreifen, dass die Farbe von seiner Haut nicht mehr abgeht. In der Klinik sagt man Peter, er sei völlig gesund. Er geht in die Schule, wo er aufgrund seiner neuen Hautfarbe von seinen Mitschüler schikaniert wird. Die Lehrkräfte sind überfordert und wissen mit der Situation nicht umzugehen. Peters Freunde und sein Bruder distanzieren sich von ihm. Vorlage zur Entwicklung des Theaterstücks war die Hauptfigur „Gregor Samsa" des Romans „Die Verwandlung" von Franz Kafka. Samsa wacht eines Tages als überdimensionaler Käfer auf und muss sich in seiner neuen Rolle zurechtfinden. Die daraus entstehenden Probleme und Konflikte mit dem Umfeld inspirierten zu dem Stück „Der schwarze Peter".

Die aktive Teilnahme am Stück wird von den Zuschauern immer wieder gefordert. Die Schüler stimmen bei brenzligen Situationen demokratisch ab. Der Handlungsverlauf liegt in der Hand der Zuschauer. Eigene Entscheidungen müssen getroffen werden, die Hauptfigur muss die Konsequenzen tragen und lernen, mit sich und ihrer Umgebung klar zu kommen. Einige Schüler werden vom Moderator nach ihren Entscheidungen befragt, die Thematik wird vertieft und diskutiert.

Erfahrungswerte
Für die Zuschauer spiegelt die Geschichte um Peter, der aufgrund seiner Hautfarbe diskriminiert wird, Teile der Realität wider. Das Stück scheint den Schülern nicht unbekannt zu sein, Schlägereien und Gewalt sind an der Tagesordnung. Trotz Gelächter und abfälliger Kommentare sind auch viele nachdenklich gestimmte Gesichter im Publikum zu sehen. Die Nacharbeit der Lehrkräfte mit dem Begleitheft ist ein wichtiger Bestandteil einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema. Der Bedarf an der Auseinandersetzung mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit ist hoch und gerade in Deutschland von großer Wichtigkeit.

Ethnische Vorurteile ablegen / Aufeinander zugehen
Der konstruktive Umgang mit anderen Kulturen ist eine Grundkompetenz, die Jugendliche in Deutschland erlernen müssen.

Ethnische Diskriminierung hautnah erlebt / Eigene Entscheidungen treffen
Die Zuschauer können sich in dem lebensnahen Stück in das Opfer hineinversetzen. Sie werden in das Geschehen eingebunden, indem sie entscheiden, was als nächstes passiert.

Nachhaltigkeit durch Nacharbeit
Das Beiheft für die Lehrkräfte der jeweiligen Schulen ist wichtiger Baustein des Präventionsprojekts. Es dient zur Vertiefung und Aufarbeitung der Thematik.



Interner LinkKunstdünger - Die Agentur für Kulturdesign


 

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