05.08.2014

„Vom Arbeitsplatz abgeholt – als arbeitsscheu abgestempelt“

Ausstellungsplakat "Vom Arbeitsplatz abgeholt – als arbeitsscheu abgestempelt"Ausstellungsplakat "Vom Arbeitsplatz abgeholt – als arbeitsscheu abgestempelt"
Die Ausstellung, die dem Leben des Sinto und Auschwitzüberlebenden Franz Rosenbach nachspürt, war von September bis Dezember 2010 in den Räumen der Geschäftsstelle zu sehen.

Die Ausstellung begleitete die Betrachter/-innen durch die verschiedenen Stationen des Lebens von Franz Rosenbach, der wegen seiner Zugehörigkeit zur Minderheit der Sinti von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Seine Kindheit und Jugend, die er in der Tschechoslowakei und in Niederösterreich verbracht hatte, endete jäh, als er 1939 aufgrund eines neuen Gesetzes der Nationalsozialisten, das Sinti und Roma den Schulbesuch untersagte, der Schule verwiesen wurde. 1934 wurde er am Arbeitsplatz verhaftet und in ein Polizeigefängnis gebracht. 1944 folgte die Deportation der ganzen Familie nach Auschwitz-Birkenau. Der Jugendliche wurde von seiner Familie getrennt und überlebte Sklavenarbeit, Konzentrationslager und Todesmarsch. Von den 29 Familienangehörigen Rosenbachs starben 21 durch die Hand der Nationalsozialisten.

Auch das Leben Franz Rosenbachs in der Nachkriegszeit, in der er noch immer Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt war, wurde in der Ausstellung eindrucksvoll dokumentiert. Es dauerte Jahrzehnte, bis Franz Rosenbach– von Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Sinti und Roma in Deutschland, ermutigt – sich überwand von seinen Erfahrungen in der Öffentlichkeit zu berichten. „Das sind Wunden, die immer wieder aufgehen“, erklärte er im Gespräch mit Birgit Mair vom Nürnberger Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB), die im Rahmen des Projekts Tacheles! die Ausstellung erstellt hat. „Wenn man nicht daran rühren würde, wäre es vielleicht besser – aber ich kann nicht anders, als davon zu erzählen und zu hoffen, dass so etwas nie mehr passiert.“

Birgit Mair vom Nürnberger Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) konzipierte die Ausstellung im Rahmen des Projekts „Tacheles!“.



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