05.08.2014

Berlin-Istanbul: Erinnerungen an eine neue Heimat

Foto: Miriam Reer
Foto: Miriam Reer
Foto: Miriam Reer
Vom 4.Mai bis zum 30. Juni 2011 war die Ausstellung „Berlin-Istanbul: Erinnerungen an eine neue Heimat. Aus dem Leben deutscher Istanbulerinnen und türkischer Berlinerinnen“ in den Räumen der Geschäftsstelle des Bündnisses für Demokratie und Toleranz zu sehen.

Auf mobilen Wandtafeln stellte die Ausstellung den Lebensweg von vierzehn deutschen und türkischen Frauen dar, die aus ganz unterschiedlichen Gründen ihr Herkunftsland verlassen haben. Mit Bildern und in Interviews erzählten die Frauen selbst von ihren Wünschen und Sorgen, von ihren Hoffnungen und ihrem Alltag und nahmen die Betrachter/-innen so mit zu den verschiedenen Stationen ihres Lebens. So unterschiedlich alle vierzehn waren, sie verband doch das Gefühl, mehrere Heimaten zu haben. Jede für sich eröffnete eine persönliche Perspektive und gab Einblick darin, was es bedeutet, eine Einwanderungsgeschichte zu haben. Auf sehr verschiedene Weise bewerteten sie auch ihre Situation und gingen mit den Herausforderungen um, die es mit sich bringt, in einem fremden Land anzukommen und sich ein neues Leben aufzubauen.

„Ich bin in der Türkei geboren, aber ich bin keine Türkin. Ich lebe in Deutschland, aber ich bin keine Deutsche, und in Griechenland bin ich keine Griechin. Weil ich einen türkischen Pass habe. Man sagt ja: 'Wer zwei Heimaten hat, hat keine.' Ich habe drei und fühle mich am wohlsten in Deutschland. Man sagt ja schließlich auch 'Wo du deinen Magen sättigst, ist deine Heimat'“, fasste Eva Sarıoğlu, eine der portraitierten Frauen, ihre Erfahrungen zusammen.

Ein Team junger Wissenschaftlenr/-inen, Journalist/-inen und Künstler/-inen aus der Türkei und Deutschland hatte die Ausstellung für das KulturForum TürkeiDeutschland e.V. konzipiert. Ganz bewusst wurden Einzelschicksale gezeigt, die nur allzu oft in den verschiedenen Migrationsdebatten untergehen. Und dabei ermöglichte es gerade dieser Blick auf das Individuum, nachzuvollziehen, mit welchen Ängsten, Problemen, aber auch Hoffnungen und Chancen das Leben in einem fremden Land verbunden ist.

Das Besondere an dieser Ausstellung war die deutsch-türkische Doppelperspektive, denn auch Deutsche migrieren und leben als Zuwanderer auf der ganzen Welt. Auch sie begegnen ähnlichen Problemen wie die Zugewanderten in Deutschland. Das Leben als Frau in einer fremden Kultur. Sprache, Glaube, Arbeit, Heimat und auch Vorstellungen zum Altern sind Themen, die sie alle gleichermaßen beschäftigen und bewegen.


Am Ende der Ausstellungen bot sich noch die Gelegenheit einer gemeinsamen Diskussion mit den Kuratoren der Ausstellung und einigen der vorgestellten Frauen. Freunde und Partner des BfDT, sowie interessierte BĂĽrgerinnen und BĂĽrger waren herzlich dazu eingeladen.