07.06.2018

4 Fragen an: Annette Widmann-Mauz

Annette Widmann-Mauz ist Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung fĂĽr Migration, FlĂĽchtlinge und Integration und neues Beiratsmitglied des BfDT.

Annete Widmann-Mauz (Bild: Steffen Kugler)Annete Widmann-Mauz (Bild: Steffen Kugler)
Welche Rolle spielt zivilgesellschaftliches Engagement in unserer Demokratie fĂĽr Sie?

Für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist zivilgesellschaftliches Engagement unverzichtbar. Es bringt Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen und fördert auf diese Weise den Austausch und das gegenseitige Verständnis. Menschen mit und ohne Migrationshintergrund engagieren sich in Vereinen oder Verbänden regelmäßig für andere und tragen so mit ihrer besonderen Erfahrung und ihren besonderen Fähigkeiten zur Integration bei.

Wie sind Sie persönlich mit den Themen Ehrenamt und praktische Demokratie- und Toleranzförderung in Berührung gekommen?

Als Jugendliche war ich früh gesellschaftlich engagiert und politisch interessiert. Damals war ich als Leiterin einer Mädchengruppe in der Katholischen Jugend aktiv. Für mich persönlich waren die damit verbundenen Erfahrungen und Diskussionen Anstoß, mich darüber hinaus politisch zu engagieren, zunächst auf Kommunal- und Landesebene mit dem Ziel, für die Interessen der Frauen einzutreten und ihre Rolle in der Politik zu stärken. Heute nehme ich in meinem Wahlkreis Tübingen-Hechingen als Mitglied oder Schirmherrin regen Anteil an der ehrenamtlichen Arbeit vieler Vereine im kulturellen und sozialen Bereich.

Welche eigenen Erfahrungen können und möchten Sie in den Beirat des BfDT einbringen?

Als Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration fördere ich ehrenamtliches Engagement in vielfältiger Form. Dazu gehören zum Beispiel Migrantenorganisationen, die in der Beratung, in der Sprachmittlung oder der sozialen Betreuung von Geflüchteten deren Integration unterstützen. Aus meinem Dialog mit den Organisationen weiß ich um ihre herausragende Rolle und möchte ihre Sicht gerne weitergeben. Genauso wichtig wie die Wertschätzung für zivilgesellschaftliches Engagement, ist es auch, dass dem Ehrenamt hauptamtliche Unterstützung und Expertise zur Seite steht.

Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Tätigkeit als Mitglied im Beirat des BfDT?

Ich freue mich auf einen regen Austausch mit den Mitgliedern des Beirates, auf die Perspektiven der Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft und auch auf die ein oder andere Anregung, die Eingang in meine Arbeit finden wird.