19.07.2017

4 Fragen an: MdB Monika Lazar

Foto: MdB Monika Lazar
Monika Lazar ist Mitglied des Deutschen Bundestages (BĂĽndnis 90/DIE GRĂśNEN) und Beiratsmitglied des BfDT

Welche Rolle spielt zivilgesellschaftliches Engagement in unserer Demokratie fĂĽr Sie?

Demokratie ist auf aktive, interessierte und verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Es gibt unzählige zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich dem weit verbreiteten rechten Hass mit unglaublichem Engagement entgegen stellen. Sie leisten einen unschätzbar wertvollen Beitrag für unsere Demokratie.

Wie sind Sie persönlich mit den Themen Ehrenamt und der praktischen Demokratie- und Toleranzförderung in Berührung gekommen?

Meine ersten politischen Schritte machte ich Ende der 80er Jahre in einer Umweltinitiative im Landkreis Leipzig. Ganz offen politisch aktiv wurde ich im Herbst 1989. Ab September nahm ich an den Leipziger Montagsdemonstrationen teil und forderte gemeinsam mit Tausenden Demonstranten freie Wahlen und mehr Demokratie. Auch im Oktober war ich jeden Montag mit dabei, und als am 9. November die Mauer fiel, verstand ich, dass es möglich ist, eine Gesellschaft gewaltfrei zu verändern.

Welche eigenen Erfahrungen können und möchten Sie in den Beirat des BfDT einbringen?

Ich möchte staatliche Strukturen fördern, die frei von institutionellem Rassismus und anderen Vorurteilen in unbürokratischer Weise Menschen helfen, ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben zu führen. Als Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus der grünen Bundestagsfraktion trete ich für eine vielfältige Zivilgesellschaft ein. Eine breite demokratische Infrastruktur ist unverzichtbar, wenn wir in unserem Einwanderungsland zu einem friedlichen, konstruktiven und weltoffenen Umgang miteinander finden wollen.

Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Tätigkeit als Mitglied im Beirat des BfDT?

Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Rechtsextremismusprävention muss sichtbarer werden: Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sind nicht allein ein Kinder- und Jugendproblem, was besonders bei den neurechten Bewegungen wie „Pegida“ deutlich wird. Notwendig ist eine Auseinandersetzung mit allen Formen des Rechtsextremismus, Rassismus und Rechtspopulismus.