30.06.2017

4 Fragen an: Dr. Alexandra Kurth

Dr. Alexandra Kurth ist Studienrätin im Hochschuldienst am Institut für Politikwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen und neues Beiratsmitglied des BfDT.

Beiratsmitglied Dr. Alexandra KurthBeiratsmitglied Dr. Alexandra Kurth
Welche Rolle spielt zivilgesellschaftliches Engagement in unserer Demokratie fĂĽr Sie?

Demokratie braucht zivilgesellschaftliches Engagement. Es ist notwendig, um staatliches Handeln zu unterstĂĽtzen, aber auch als Inspiration und Innovation, als Kritik und Korrektiv.

Wie sind Sie persönlich mit den Themen Ehrenamt und der praktischen Demokratie- und Toleranzförderung in Berührung gekommen?

Politische Debatten haben mich schon als Kind interessiert und fasziniert. Als Jugendliche habe ich angefangen, mich ehrenamtlich für Demokratie und Toleranz zu engagieren. Seither habe ich es immer wieder für notwendig gehalten, mich politisch und/oder wissenschaftlich einzumischen, wenn menschenverachtende Ideologien propagiert und Menschen diskriminiert, stigmatisiert, unterdrückt oder gar tätlich angegriffen werden. Dabei habe ich gelernt, dass politisches und zivilgesellschaftliches Engagement fast immer konkret vor Ort im Kleinen beginnt und dass Wenige viel erreichen können, wenn sie die eigenen materiellen und ideellen Ressourcen kreativ einsetzen, wenn sie hartnäckig und solidarisch sind und wenn sie kluge und gute Bündnisse schließen. Engagement muss Spaß machen und darf anstrengend sein. Wer sich mit anderen zusammen engagiert, weiß das und erfährt nebenbei viel über Toleranz und sich selbst.

Welche eigenen Erfahrungen können und möchten Sie in den Beirat des BfDT einbringen?

Neben meinen eigenen Erfahrungen zivilgesellschaftlichen Engagements möchte ich meine wissenschaftliche Expertise in den Beirat einbringen. Ich lehre und forsche seit vielen Jahren zur extremen Rechten, zu Rassismus, Antisemitismus und Sexismus und auch zu Islamismus. Dabei interessiert mich besonders die Vermittlung im Bereich der politischen Bildung, die ich für einen ganz zentralen Baustein in der Auseinandersetzung mit antidemokratischen Ideologien, Einstellungen und Aktivitäten halte.

Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Tätigkeit als Mitglied im Beirat des BfDT?

Ich hoffe, dass mein Wissen, meine Kompetenzen und meine Erfahrungen nützlich für das BfDT sein können und freue mich auf interessante Diskussionen. Ich wünsche mir, dass wir einen Beitrag leisten können, den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Rechtsextremismus und Islamismus, Antisemitismus, Sexismus, Rassismus und andere gruppenbezogene Menschenfeindlichkeiten bedrohen nicht zuletzt Gleichheits- und Freiheitsrechte als fundamentale Pfeiler der Demokratie. Ich möchte diejenigen unterstützen, die das nicht zulassen wollen. Gleichzeitig erhoffe ich mir von der Tätigkeit im Beirat, selbst dazu zu lernen und inspirierende Anregungen für die eigene berufliche und ehrenamtliche Arbeit zu bekommen.