Nazi-Erbe in der Kunstwelt - Antisemitische Kontinuitäten seit der NS-Zeit

Der Kulturbetrieb ist ein Konfliktherd, das zeigte die documenta fifteen wie unter einem Brennglas. Doch während der Antisemitismus der Künstler/-innen aus dem Ausland wochenlang diskutiert wurde, trat eine andere Debatte in den Hintergrund: Der Umgang mit deutschem Kapital und Besitz aus der NS-Zeit. Die Verfolgung, Enteignung und Ermordung von Jüdinnen und Juden wirkt auch in der Kunstwelt nach: Unzählige Kunstwerke wurden ihren jüdischen Eigentümer*innen entrissen und in den Besitz öffentlicher Museen und privater Händler gebracht. Mit diesem Nazi-Erbe gehen Kulturinstitutionen, Einzelpersonen und Galerien jedoch selten transparent um.

Mit einem digitalen Podium will die Bildungsstätte Anne Frank die Auswirkungen von Nazi-Erbe und Antisemitismus auf kuratorische und institutionelle Praktiken in der deutschen Kunst- und Kulturlandschaft diskutieren: Wie profitiert die gegenwärtige Kulturelite von NS-Kapital? Wie gehen Kulturinstitutionen mit Forderungen nach Aufarbeitung und Wiedergutmachung um? Wer wird wie in Diskurse und kuratorische Konzepte eingebunden? Und schließlich: gibt es überhaupt einen in die kulturelle Arbeitspraxis hineinwirkenden Umgang mit dem Nazi-Erbe, der über das reine Besprechen von Antisemitismus hinausreicht?

Mit:

  • Gürsoy Doğtaş, Kurator und Autor
  • Raphael Gross, Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum
  • Leon Kahane, Künstler

Moderation: Saskia Trebing, Monopol Magazin

Weitere Informationen finden Sie Interner Linkhier. Die Veranstaltung wird auf Interner LinkYoutube gestreamt.


Datum:13.12.2022, 18:00
Veranstaltungsort:Online

Veranstalter:Bildungsstätte Anne Frank