10.12.2020

Deutscher Engagementpreis f√ľr Meet a Jew

    Das Projekt Interner LinkMeet a Jew des Interner LinkZentralrats der Juden in Deutschland entstand im Jahr 2020 aus dem Zusammenschluss der beiden Projekte Rent a Jew und Interner LinkLikrat ‚Äď Jugend & Dialog. Letzteres wurde im Jahr 2019 als Preistr√§ger im Wettbewerb Aktiv f√ľr Demokratie und Toleranz vom BfDT ausgezeichnet.

    Meet a Jew © Zentralrat der JudenMeet a Jew ¬© Zentralrat der Juden
    Bei Meet a Jew werden Ehrenamtliche an Schulen, Universit√§ten, Sportvereine und andere Einrichtungen vermittelt, um dort den Teilnehmenden Einblicke in den j√ľdischen Alltag heute zu geben. Durch diese pers√∂nlichen Begegnungen sollen Vorurteile und Stereotype abgebaut werden, damit deutlich wird, dass es viel mehr Themen als Antisemitismus, die Shoah oder den Nahostkonflikt gibt, √ľber die wir gemeinsam sprechen sollten.

    Am 03.12.2020 wurde das Projekt Meet a Jew mit dem Interner LinkDeutschen Engagementpreis 2020 in der Kategorie "Demokratie st√§rken" ausgezeichnet. Die Preisverleihung kann Interner Linkhier angeschaut werden. Das BfDT hat mit Daniel Botmann, Gesch√§ftsf√ľhrer des Zentralrats der Juden in Deutschland, √ľber das Projekt und die Bedeutung der Auszeichnung gesprochen.

  • Anfang Dezember wurden Sie mit dem ‚ÄěDeutschen Engagementpreis‚Äú ausgezeichnet ‚Äď herzlichen Gl√ľckwunsch auch von uns! Wie war Ihre Reaktion, als Sie davon erfahren haben?

    Wir haben uns sehr √ľber die Auszeichnung gefreut. Es ist der erste Preis f√ľr Meet a Jew nach dem Zusammenschluss der Vorg√§ngerprojekte und ein positives Highlight zum Abschluss eines ungew√∂hnlichen Jahres. Die vergangenen 12 Monate waren nicht immer einfach. Nicht nur die Pandemie hatte unsere Arbeit erschwert, auch die Anschl√§ge in Halle, Hanau und Hamburg sowie die Zunahme von Verschw√∂rungsmythen, haben dieses Jahr gepr√§gt und noch einmal best√§tigt, wie wichtig zivilgesellschaftliches Engagement und Pr√§vention von Antisemitismus ist.

    Dieser Preis und die Wertsch√§tzung kommen daher genau richtig. Sie best√§rken uns darin weiterzumachen und unsere Mitmenschen zu ermutigen, sich ebenfalls aktiv f√ľr unsere Gesellschaft einzusetzen. Denn der Antisemitismus bedroht unsere demokratischen Werte und geht somit nicht nur J√ľdinnen und Juden etwas an.
  • Was ist das Besondere an "Meet a Jew‚Äú, wo liegt der Unterschied zu anderen Projekten zu j√ľdischem Leben in Deutschland?

    Es gibt viele tolle Projekte. Das Besondere an Meet a Jew ist, dass hier nicht √ľber J√ľdinnen und Juden gesprochen wird, sondern mit ihnen. Unsere Freiwilligen kommen in Begegnungen selbst zu Wort und zeigen: das Judentum geh√∂rt nicht nur zur deutschen Vergangenheit, sondern auch zur Gegenwart. Wir sind ein selbstverst√§ndlicher Teil dieser Gesellschaft, Deutschland ist auch unser Land. Die √ľber 300 Freiwilligen machen bundesweit das Judentum sichtbar - das ist wichtig, da die Pr√§senz des j√ľdischen Lebens in der √Ėffentlichkeit oft zu kurz kommt.

    Ein weiterer Aspekt ist, dass das Projekt sowohl nach au√üen als auch nach innen wirkt. Die j√ľdischen Freiwilligen, besonders die j√ľngeren, werden w√§hrend der Ausbildung in ihrer Identit√§t gest√§rkt und k√∂nnen durch ihr Engagement bei Meet a Jew in ihrer Pers√∂nlichkeit wachsen. Viele Eltern berichtet, dass sie ihre Kinder, durch die Trainings und das Engagement, viel selbstbewusster und gest√§rkter erleben.
  • Mit Ihrem Projekt "Meet a Jew‚Äú initiieren Sie einen Austausch zwischen j√ľdischen und nicht-j√ľdischen Menschen. Ihre Freiwilligen besuchen etwa Schulen und andere (Bildungs-)Einrichtungen, welche Erfahrungen machen Ihre Engagierten vor Ort? Welches Feedback erhalten sie?

    Unsere Freiwilligen berichten sehr positiv von den Begegnungen. Oft sind sie die ersten j√ľdischen Menschen, denen ihre nicht-j√ľdischen Gespr√§chspartner begegnen. Das ist sehr sch√∂n, aber auch mit viel Verantwortung verbunden. Einer der h√§ufigsten R√ľckmeldungen ist, dass sie auf Augenh√∂he "wie Du und Ich‚Äú wahrgenommen werden. Nach dem Gespr√§ch, weicht das abstrakte Bild von "den Juden‚Äú einem sympathischen Gesicht und bekommt einen konkreten Namen ‚Äď Lisa, David, Jessica oder Nathaniel. Die Gemeinsamkeiten r√ľcken in den Vordergrund, Wissensl√ľcken werden geschlossen und stereotype Vorstellungen aufgebrochen.
  • Sie wurden bereits f√ľr die Vorg√§ngerprojekte LIKRAT und Rent-a-Jew ausgezeichnet. Wie hat sich das Projekt seit der Zusammenlegung der Projekte weiterentwickelt und was sind Ihre Pl√§ne f√ľr das n√§chste Jahr?

    Daniel Botmann © Zentralrat der JudenDaniel Botmann ¬© Zentralrat der Juden
    Es ist viel passiert seitdem wir die beiden Vorg√§ngerprojekte unter dem Dach des Zentralrats der Juden in Deutschland zu einem Projekt zusammengeschlossen haben. Wir haben unser Aus- und Fortbildungskonzept ausgebaut, um dem Bedarf von allen Freiwilligen gerecht zu werden, haben Corona-bedingt ein Online-Format entwickelt und neue Zielgruppen definiert. Meet a Jew ist auf f√ľnf Jahre angelegt, in jedem Jahr wird ein neuer Schwerpunkt erarbeitet. In 2020 ist es Sport, weil wir wissen, dass Sport viele Menschen zusammenbringt. Begegnungen im Stadion sind dabei nur eine denkbare M√∂glichkeit des Dialogs. Mit unseren Kooperationspartnern, Makkabi Deutschland e.V. und Lernort Stadion e.V., wollen wir noch mehr Menschen Begegnungen erm√∂glichen. Immer mehr Sportvereine kommen auf uns zu mit der Frage, ob wir nicht zusammenarbeiten k√∂nnten ‚Äď das freut uns nat√ľrlich sehr. So konnten wir trotz Corona unsere Kooperationen ausbauen und uns auf regionaler und √ľberregionaler Ebene vernetzen.

    Unser Ziel ist es, Menschen zu begegnen, bevor sie Vorurteile entwickeln. Dabei k√∂nnen sie das j√ľdische Leben, wie es gelebt wird, in seiner ganzen Vielfalt kennenlernen. Wir sehen das als einen wichtigen Baustein in der Strategie gegen Antisemitismus.

Das Projekt Interner LinkMeet a Jew des Interner LinkZentralrats der Juden in Deutschland entstand im Jahr 2020 aus dem Zusammenschluss der beiden Projekte Rent a Jew und Interner LinkLikrat ‚Äď Jugend & Dialog. Letzteres wurde im Jahr 2019 als Preistr√§ger im Wettbewerb Aktiv f√ľr Demokratie und Toleranz vom BfDT ausgezeichnet.

Meet a Jew © Zentralrat der JudenMeet a Jew ¬© Zentralrat der Juden
Bei Meet a Jew werden Ehrenamtliche an Schulen, Universit√§ten, Sportvereine und andere Einrichtungen vermittelt, um dort den Teilnehmenden Einblicke in den j√ľdischen Alltag heute zu geben. Durch diese pers√∂nlichen Begegnungen sollen Vorurteile und Stereotype abgebaut werden, damit deutlich wird, dass es viel mehr Themen als Antisemitismus, die Shoah oder den Nahostkonflikt gibt, √ľber die wir gemeinsam sprechen sollten.

Am 03.12.2020 wurde das Projekt Meet a Jew mit dem Interner LinkDeutschen Engagementpreis 2020 in der Kategorie "Demokratie st√§rken" ausgezeichnet. Die Preisverleihung kann Interner Linkhier angeschaut werden. Das BfDT hat mit Daniel Botmann, Gesch√§ftsf√ľhrer des Zentralrats der Juden in Deutschland, √ľber das Projekt und die Bedeutung der Auszeichnung gesprochen.

Anfang Dezember wurden Sie mit dem ‚ÄěDeutschen Engagementpreis‚Äú ausgezeichnet ‚Äď herzlichen Gl√ľckwunsch auch von uns! Wie war Ihre Reaktion, als Sie davon erfahren haben?

Wir haben uns sehr √ľber die Auszeichnung gefreut. Es ist der erste Preis f√ľr Meet a Jew nach dem Zusammenschluss der Vorg√§ngerprojekte und ein positives Highlight zum Abschluss eines ungew√∂hnlichen Jahres. Die vergangenen 12 Monate waren nicht immer einfach. Nicht nur die Pandemie hatte unsere Arbeit erschwert, auch die Anschl√§ge in Halle, Hanau und Hamburg sowie die Zunahme von Verschw√∂rungsmythen, haben dieses Jahr gepr√§gt und noch einmal best√§tigt, wie wichtig zivilgesellschaftliches Engagement und Pr√§vention von Antisemitismus ist.

Dieser Preis und die Wertsch√§tzung kommen daher genau richtig. Sie best√§rken uns darin weiterzumachen und unsere Mitmenschen zu ermutigen, sich ebenfalls aktiv f√ľr unsere Gesellschaft einzusetzen. Denn der Antisemitismus bedroht unsere demokratischen Werte und geht somit nicht nur J√ľdinnen und Juden etwas an.

Was ist das Besondere an "Meet a Jew", wo liegt der Unterschied zu anderen Projekten zu j√ľdischem Leben in Deutschland?

Es gibt viele tolle Projekte. Das Besondere an Meet a Jew ist, dass hier nicht √ľber J√ľdinnen und Juden gesprochen wird, sondern mit ihnen. Unsere Freiwilligen kommen in Begegnungen selbst zu Wort und zeigen: das Judentum geh√∂rt nicht nur zur deutschen Vergangenheit, sondern auch zur Gegenwart. Wir sind ein selbstverst√§ndlicher Teil dieser Gesellschaft, Deutschland ist auch unser Land. Die √ľber 300 Freiwilligen machen bundesweit das Judentum sichtbar - das ist wichtig, da die Pr√§senz des j√ľdischen Lebens in der √Ėffentlichkeit oft zu kurz kommt.

Ein weiterer Aspekt ist, dass das Projekt sowohl nach au√üen als auch nach innen wirkt. Die j√ľdischen Freiwilligen, besonders die j√ľngeren, werden w√§hrend der Ausbildung in ihrer Identit√§t gest√§rkt und k√∂nnen durch ihr Engagement bei Meet a Jew in ihrer Pers√∂nlichkeit wachsen. Viele Eltern berichtet, dass sie ihre Kinder, durch die Trainings und das Engagement, viel selbstbewusster und gest√§rkter erleben.

Mit Ihrem Projekt "Meet a Jew" initiieren Sie einen Austausch zwischen j√ľdischen und nicht-j√ľdischen Menschen. Ihre Freiwilligen besuchen etwa Schulen und andere (Bildungs-)Einrichtungen, welche Erfahrungen machen Ihre Engagierten vor Ort? Welches Feedback erhalten sie?

Unsere Freiwilligen berichten sehr positiv von den Begegnungen. Oft sind sie die ersten j√ľdischen Menschen, denen ihre nicht-j√ľdischen Gespr√§chspartner begegnen. Das ist sehr sch√∂n, aber auch mit viel Verantwortung verbunden. Einer der h√§ufigsten R√ľckmeldungen ist, dass sie auf Augenh√∂he "wie Du und Ich‚Äú wahrgenommen werden. Nach dem Gespr√§ch, weicht das abstrakte Bild von "den Juden‚Äú einem sympathischen Gesicht und bekommt einen konkreten Namen ‚Äď Lisa, David, Jessica oder Nathaniel. Die Gemeinsamkeiten r√ľcken in den Vordergrund, Wissensl√ľcken werden geschlossen und stereotype Vorstellungen aufgebrochen.



Sie wurden bereits f√ľr die Vorg√§ngerprojekte LIKRAT und Rent-a-Jew ausgezeichnet. Wie hat sich das Projekt seit der Zusammenlegung der Projekte weiterentwickelt und was sind Ihre Pl√§ne f√ľr das n√§chste Jahr?

Daniel Botmann © Zentralrat der JudenDaniel Botmann ¬© Zentralrat der Juden
Es ist viel passiert seitdem wir die beiden Vorgängerprojekte unter dem Dach des Zentralrats der Juden in Deutschland zu einem Projekt zusammengeschlossen haben. Wir haben unser Aus- und Fortbildungskonzept ausgebaut, um dem Bedarf von allen Freiwilligen gerecht zu werden, haben Corona-bedingt ein Online-Format entwickelt und neue Zielgruppen definiert.
Meet a Jew ist auf f√ľnf Jahre angelegt, in jedem Jahr wird ein neuer Schwerpunkt erarbeitet. In 2020 ist es Sport, weil wir wissen, dass Sport viele Menschen zusammenbringt. Begegnungen im Stadion sind dabei nur eine denkbare M√∂glichkeit des Dialogs. Mit unseren Kooperationspartnern, Makkabi Deutschland e.V. und Lernort Stadion e.V., wollen wir noch mehr Menschen Begegnungen erm√∂glichen. Immer mehr Sportvereine kommen auf uns zu mit der Frage, ob wir nicht zusammenarbeiten k√∂nnten ‚Äď das freut uns nat√ľrlich sehr. So konnten wir trotz Corona unsere Kooperationen ausbauen und uns auf regionaler und √ľberregionaler Ebene vernetzen.

Unser Ziel ist es, Menschen zu begegnen, bevor sie Vorurteile entwickeln. Dabei k√∂nnen sie das j√ľdische Leben, wie es gelebt wird, in seiner ganzen Vielfalt kennenlernen. Wir sehen das als einen wichtigen Baustein in der Strategie gegen Antisemitismus.