22.06.2020

4 Fragen an... Volkmar Vogel, neues Beiratsmitglied fĂĽr das BfDT-GrĂĽndungsressort BMI

©Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger© Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger
Volkmar Vogel ist seit Februar 2020 Parlamentarischer Staatssekretär bei dem Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat und Mitglied des Deutschen Bundestags (CDU/CSU) und das neuste Mitglied im Beirat des BfDT. Wir haben mit ihm über die Rolle des zivilgesellschaftlichen Engagements in unserer Demokratie und seine Erwartungen an seine Beiratstätigkeit gesprochen. Seinen ausführlichen Lebenslauf finden Sie Interner Linkhier.

1. Welche Rolle spielt zivilgesellschaftliches Engagement in unserer Demokratie fĂĽr Sie?

Bürgerschaftliches Engagement ist unverzichtbar für unsere Gemeinschaft. Es hält die Gesellschaft zusammen und macht unser Land lebens- und liebenswert. Dafür benötigen engagierte Leute jedoch auch Unterstützung. Nur dann können sie ihr Potenzial voll entfalten. Deshalb muss die Politik gute Rahmenbedingungen für das Ehrenamt schaffen. Ich bin überzeugt: Jeder Mensch ist dazu berufen, seine soziale Umwelt mitzugestalten – kreativ, vorausschauend, empathisch und mit Vernunft.

2. Wie sind Sie persönlich mit den Themen Ehrenamt und der praktischen Demokratie- und Toleranzförderung in Berührung gekommen?
In den Zeiten der Wende, während des Umbruchs, wollte auch ich einen Beitrag leisten beim Aufbau einer demokratischen und freien Gesellschaft, die geprägt ist vom Engagement jedes einzelnen, von Mitbestimmung und Fürsorge. Jeder sollte das tun, was er am besten kann. Ich wollte schon immer nicht nur reden, sondern auch etwas bewegen. Dafür bot die Kommunalpolitik eine gute Perspektive. Ich kandidierte für den Gemeinderat sowie den Kreistag und wurde gewählt. Im Kreistag sitze ich übrigens bis heute. Meine Leitgedanken für politische Gestaltung sind Freiheit, Mitgefühl, Verantwortungsbewusstsein und Solidarität.

3. Welche eigenen Erfahrungen können und möchten Sie in den Beirat des BfDT einbringen?

Ich habe bis zu meinem 30. Lebensjahr in der DDR das Gegenteil von Demokratie und Toleranz erleben müssen. Zwar wurde stets die große internationale Solidarität beschworen, doch das war in erster Linie Gerede. Die Menschen hatten kaum Gelegenheit, andere Länder zu sehen und mit anderen Kulturen in Kontakt zu kommen. Das wirkt nach, die Folgen spüren wir heute noch. Ein solches Unrechtsregime darf es nie wieder geben. Dafür setze ich mich ein - in meiner Heimat und in Berlin, in meiner politischen Arbeit und privat.

4. Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Tätigkeit als Mitglied im Beirat des BfDT?

Ich möchte helfen, die unzähligen tollen Ideen zur Umsetzung zu bringen. Das Bündnis sollte immer den Kontakt zu den Menschen finden, mit ihnen reden und den Meinungsaustausch pflegen. Das will ich fördern. Bundesweit engagieren sich mehr als 30 Millionen Menschen ehrenamtlich. Dieses Sich-Einbringen ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gemeinschaft. Das Bündnis muss die Bürger bei ihrem Einsatz für Demokratie und Toleranz unterstützen, sowohl bei der Vernetzung untereinander als auch als Mittler zur Politik. Demokratie und Toleranz sind mir eine Herzensangelegenheit!