13.08.2018

Verstärkung in der Geschäftsstelle

Nouria Ali-Tani stellt sich Ihnen vor.

Nouria Ali-Tani © BfDTNouria Ali-Tani © BfDT
Mein Name ist Nouria Ali-Tani, ich bin 39 Jahre alt, Politikwissenschaftlerin mit weiteren AbschlĂĽssen in Islamwissenschaften und Ethnologie und darf seit dem 16.7.2018 das BĂĽndnis fĂĽr Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt als weitere Referentin unterstĂĽtzen. Ich freue mich sehr auf unsere gemeinsame Zeit!

Meine berufliche Laufbahn begann zunächst in London, wo ich für mehrere Jahre bei internationalen Organisationen als Projektmitarbeiterin und Projektleitung in Themenfeldern wie Future Justice, Violence is not our Culture, Learning to Live in a Multicultural World und Women Creators of Peace tätig war. Dort habe ich auch die klassische Geschäftsstellenarbeit großer (internationaler) Bündnisse und Netzwerke gelernt. Meine nächste Station war dann München. Hier habe ich zunächst als Referentin im Bereich Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung ein Konzept für Prävention, Beratung und Schutz für die LH München erarbeitet. In den folgenden Jahren stand für mich die Beratung von zivilgesellschaftlichen Organisationen im Vordergrund, für die ich bspw. Strategien zur Gewinnung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen entwickelte, Projektanträge auf den Weg brachte, Drittmittel akquirierte oder interkulturelle Netzwerke aufbaute. Mit großer Leidenschaft leitete ich Politische Salons und gründete das Aktions- und Bildungsnetzwerk Frauen- der-Welt. Auch im Ausland war ich immer wieder tätig bspw. als Beraterin für eine Menschenrechtsorganisation in Algerien oder als Mitarbeiterin für Organisation und Durchführung internationaler Konferenzen in der Schweiz und in Istanbul. Meine letzte Station war dann Hannover, wo ich als Ehrenamtskoordinatorin im Bereich der Flüchtlingshilfe für das Deutsche Rote Kreuz arbeitete. Die Gewinnung, Beratung und Begleitung von Engagierten und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die Initiierung und Unterstützung von Integrationsprojekten, Qualifizierung und Veranstaltungsorganisation waren hier wichtige Arbeitsinhalte sowie auch das Impulse geben und aufnehmen, das Schlichten von Konflikten und das Bauen von Brücken zwischen Menschen. Gerade diese Tätigkeit empfinde ich im Rückblick als große Bereicherung. Unglaublich viel habe ich von und mit den Ehrenamtlichen gelernt, war immer wieder sprachlos und begeistert von dem Ausmaß an Engagement, der Kreativität und dem Einfallsreichtum für eine gelingende Integration und Teilhabe von Geflüchteten.

Die Themen Gewalt und Extremismus begleiten mich seit vielen Jahren in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen, bei Women Living Under Muslim Laws in London, bei Djazairouna des Victimes du Terrorisme, in meiner Arbeit im Bereich Gewalt im Namen der Ehre oder in der Begegnung mit salafistischen Gruppierungen in der Flüchtlingshilfe lernte ich verschiedene Facetten und Präventionsansätze kennen.

Ehrenamtlich engagiere ich mich seit meinem 14. Lebensjahr. Ein Erdkundelehrer begeisterte mich damals für die örtliche Amnesty International Gruppe, und seitdem kann ich nicht mehr davon lassen. Bei der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit, in der Arbeit mit Sans Papiers in Paris, in einem Frauenhaus in Marokko, in einer Camphill Community in Nordirland und seit mehreren Jahren in meinem Engagement für eine Sharing Economy und kritischen Konsum versuch(t)e ich, meinen Beitrag für eine kritische und mitgestaltende Zivilgesellschaft, für Teilhabe und Chancengerechtigkeit zu leisten.

Ehrenamtliches Engagement ist ein wichtiger Faktor für eine lebendige und demokratische Gesellschaft, eine Notwendigkeit für gesellschaftlichen Zusammenhalt und mir ein Grundbedürfnis. Ehrenamt füllt wichtige gesellschaftspolitische Lücken, greift die Anliegen einer Gesellschaft auf und zeigt Politik und Verwaltung immer wieder Wege und Lösungsmöglichkeiten auf. Ein demokratischer Staat wird erst zu einem solchen durch engagierte und interessierte Bürger/-innen, die ihre Rechte und Pflichten einfordern und wahrnehmen. Engagement schafft Bindungen und Freundschaften, integriert und bereichert. Und Ehrenamt braucht Hauptamt, auch das konnte ich immer wieder ganz exemplarisch und als Akteurin auf beiden Seiten erfahren. So hoffe ich, dass ich dem Bündnis, Ihnen und den vielen im Bereich Demokratie- und Toleranzförderung engagierten Menschen in den kommenden Jahren eine hilfreiche Unterstützung sein kann.