08.06.2011

Vermitteln, UnterstĂĽtzen, Sensibilisieren

Erstes Arbeitstreffen des „Beratungsnetzwerks verein(t) gegen Rechtsextremismus im Sport“ in Hannover

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Vor einigen Monaten war es in Berlin soweit. Vereint auf einem Podium sprachen sich die Minister des Bundesinnenministeriums (BMI) und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gemeinsam mit den Präsidenten des DOSB und des DFBs dafür aus verein(t) gegen Rechtsextremismus im Sport zu agieren, gemeinsame Ressourcen zu nutzen und langfristige Synergien zu schaffen.

Nun kamen erstmalig die Mitglieder der aus diesem gemeinsamen Schulterschluss resultierenden Arbeitsgruppe in Hannover zusammen. An einem Tisch saßen Vertreter der großen Sportverbände, der Kommunen und der Ministerien um dem Beschluss der Auftaktveranstaltung im Januar kurz- und mittelfristige Taten folgen zu lassen. Auch das Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) sowie die Bundeszentrale für politische Bildung bringen sich mit ihren Erfahrungen in die Arbeit dieses Netzwerkes ein. Den Vorsitz des Beratungsnetzwerkes wird zunächst Prof. Dr. Gunter Pilz innehaben.

Das partnerschaftliche Verhältnis und die konstruktive Diskussionskultur waren geprägt von den drei grundlegenden Zielstellungen dieses bisher einmaligen Beratungsnetzwerks: „Vermitteln, Unterstützen, Sensibilisieren“. Jeder der Partner hat eigene Kompetenzen und Projekte, die den Akteuren der anderen Handlungsebenen nützen können. Vorrangiges Ziel ist es diese Kompetenzen in gemeinsamen Handlungsempfehlungen und Veranstaltungen für die unzähligen engagierten und aktiven Vereine in Deutschland nutzbar zu machen. So informierten die dsj/der DOSB und das BfDT die anwesenden Netzwerkpartner bereits über eine gemeinsame im Herbst geplante Auftaktveranstaltung zur Schulung und Weiterqualifizierung von Akteuren und MultiplikatorInnen des Sports gegen Rechtsextremismus.

Sensibilisieren ist eine weitere Kernaufgabe des Netzwerks. Dem Sport wohnt ein enormes erzieherisches und prägendes Potential inne, doch machte insbesondere auch das BfDT mit seinen Regionaltouren und praxisnahen Veranstaltungen die Erfahrung: Der Sport kann nicht alles leisten. Ein Großteil der Engagierten in den Vereinen arbeitet ehrenamtlich neben dem Beruf, nach dem Feierabend und insbesondere an den Wochenenden. Sich politisch im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu positionieren und konsequent zu handeln erfordert auch ein Mehr an Wissen. Fragen wie: „Wie reagiere ich, wenn ein Rechtsextremer sein Kind bei uns anmeldet?“ oder „Wie kann ich eingreifen, wenn ich bemerke, dass der Jugendliche in meinem Verein abdriftet?“ sind hier  Alltagserfahrung. Es geht insbesondere auch darum den Sport nicht noch stärker mit Regeln und Verboten zu konfrontieren bzw. ihm fremde Beratungsstrukturen aufzudrängen, sondern es soll erreicht werden mit schlichten, wie umfassenden Qualifizierungs- und insbesondere Kontaktangeboten die Akteure vor Ort zu unterstützen, zwischen ihnen zu vermitteln und eben auch langfristig für ein Aufhorchen und Einschreiten zu sensibilisieren.

Dies geht nur mit den Akteuren aus dem Sport. Sie zu stärken ist das Ziel dieses Beratungsnetzwerks, das sich von nun an regelmäßig trifft und austauscht und mittelfristig mit einer Internetpräsenz für alle Interessierten erreichbar ist.

Sportlich geht es auch im Doppel am 28. Juni in der Geschäftsstelle des BfDTs weiter. Neben dem Expertenforum Discover Footballs, bei dem internationale Mannschafts-Trainerinnen zu spezifischen Engagement- und sportpolitischen Fragen mit dem Bündnis diskutieren werden, tagt ebenfalls die DFB-Arbeitsgruppe „Für Toleranz und Anerkennung - gegen Rassismus und Diskriminierung“ in den Räumen des Bündnisses für Demokratie und Toleranz.