26.04.2017

UnterstĂĽtzung in den Themenbereichen Demokratie und Extremismus: Weicheng Huang

Liebe Leserinnen und Leser,

Weicheng Huang an seinem Arbeitsplatz (Foto: BfDT)Weicheng Huang an seinem Arbeitsplatz (Foto: BfDT)
ich freue mich, seit April diesen Jahres Praktikant in der Geschäftsstelle des BfDT sein zu dürfen und den internationalen Anteil des BfDT in unserem kleinen, aber sehr familiären Team erhöhen zu können. Ich möchte nicht falsch verstanden werden und mich keinesfalls mit dem Etikett „international“ oder „Ausländer“ aufwerten, wie manche Kritiker/-innen einer multikulturellen Gesellschaft uns häufig unterstellen mögen.

Im Gegenteil, die mit „international“ gemeinte Vielfältigkeit besitzt an sich keinen normativen Wert, dies erläuterte bereits der Soziologe Claus Offe. Wertvoll ist allerdings, dass man trotz der Diversität und der damit einhergehenden Differenzen die Anderen als gleichwertig betrachtet und behandelt. Demokratie, Offenheit, Toleranz – dafür trete ich ein. Eine Wahlstimme habe ich zwar nicht, aber laut bin ich trotzdem.

Apropos Wahlstimme, die ist mir als gebürtiger Chinese schon immer ferngeblieben. Als ich mit 18 das gesetzliche Alter zur Wahlberechtigung erreicht hatte, bin ich aufgrund des Studiums von Shanghai nach Hongkong gezogen. Es gibt keinen besseren Ort als Hongkong, um die Scheinheiligkeit eines solchen Stimmzettels zu erkennen, wo hunderttausende Studierende für ein wahres universal suffrage, also ein allgemeines Wahlrecht, auf die Straße gegangen sind. Den Mut und die Entschlossenheit meiner Kommiliton/-innen damals hätte ich ohne mein Studium der European Studies und der Politikwissenschaft in Hongkong und Heidelberg nicht begreifen können.

Nun ist es mittlerweile schon fast zwei Jahre her, dass ich nach Deutschland gezogen bin. Demokratie ist für mich jetzt kein leeres Gerede von Wahlrecht und Autonomie mehr, wenn ich die aktuellen Geschehnisse hierzulande verfolge. Es werden Unterkünfte für schutzsuchende Menschen attackiert. Hat nicht schon längst Artikel 1 des Grundgesetzes deutlich gemacht, dass alle Menschen in Würde leben sollen? Oder täusche ich mich?

Ich denke, dass Engagement die Antwort auf viele dieser Fragen ist. Umso mehr freue ich mich, nun neben meiner Tätigkeit als Teamer beim „Team meX“ der baden-württembergischen Landeszentrale für politische Bildung und beim Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. (NDC) auch als Praktikant beim BfDT einen Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft leisten zu können. Mit meiner Arbeit im BfDT möchte ich meine bisherige Erfahrung in politischer Bildungsarbeit um weitere Perspektiven ergänzen. Insbesondere freue ich mich darauf, anderen jungen Menschen meine Ideen und Motivationen für Engagement weitergeben zu können.

In diesem Sinne, mit vielen GrĂĽĂźen
Weicheng Huang