20.03.2013

"Von Gestern fĂĽr Morgen Lernen - Zivilgesellschaftliches Engagement an Orten der Erinnerung"

Rückblick auf die Veranstaltung im NS-Dokumentationszentrum Köln

Am 22. und 23. Februar 2013 veranstalteten die bpb und das BfDT in Kooperation im NS-Dokumentationszentrum in Köln die Tagung "Von Gestern für Morgen lernen - Zivilgesellschaftliches Engagement an Orten der Erinnerung". Über 100 Teilnehmende aus der Gedenkstättenarbeit, aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft wurden bei der Veranstaltung zusammengeführt und kamen so miteinander ins Gespräch, tauschten ihre Erfahrungen aus und diskutierten neue Ideen, Herausforderungen und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen Gedenkstätten und Bündnissen gegen Rechtsextremismus.

Nach der Eröffnung durch Hanna Huhtasaari von der bpb, Julia Hasse vom Bündnis für Demokratie und Toleranz sowie Herrn Dr. Werner Jung vom NS-Dokumentationszentrum stand eine Führung durch die Veranstaltungsstätte, das EL-DE Haus, welches von 1935 bis 1945 Gestapogefängnis war, auf dem Programm. Das Programm des ersten Veranstaltungstages endete dann mit dem Theaterstück "HIN&WEG.sehen" und einer lebhaften Diskussion mit den Schauspielerinnen und Schauspielern. Bei einem gemeinsamen Abendessen wurden auch nach dem offiziellen Programm Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht.

Der zweite Veranstaltungstag hielt ein ambitioniertes Programm bereit, das pünktlich um 9.15 Uhr mit dem Vortrag von Dr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des Bündnisses für Demokratie und Toleranz, zum Thema "Präventionsarbeit heute - Möglichkeiten und Grenzen der zivilgesellschaftlichen Arbeit an Erinnerungsorten" begann. Das Impulsreferat hielt Dr. Juliane Wetzel vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin zu "Bezüge zwischen historischem Antisemitismus und aktuellem Rechtsextremismus". Im Anschluss an das Referat machten sich die Teilnehmenden die Anwesenheit der Expertise zu Nutzen und brachten viele eigene Fragen ein. In der Gesprächsrunde war dann Zeit für die Vorstellung von Best-Practice-Beispielen und es wurden im Gespräch mit dem Publikum Praxistipps ausgetauscht. So wurde die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-Dokumentationszentrum von Hans-Peter Killguss vorgestellt, Wolfgang Gerstner erläuterte das Projekt "Erinnern und Gedenken im Zeitalter des Web 2.0" vom Maximilian-Kolbe-Werk und Christa Hintermair und Dr. Wolfgang Sannwald berichteten von einem Projekt, das Jugendliche zu Jugend-Guides an Orten der Erinnerung ausbildet. Gerade zu letzterem Projekt gab es aus dem Kreise der Teilnehmenden zahlreiche Nachfragen und es wurden Tipps zur Finanzierung, der Ansprache und Motivierung von Jugendlichen ausgetauscht.

Mit zahlreichen Anregungen gingen die Teilnehmenden dann in die Mittagspause und in die Workshops am Nachmittag.

Dort wurden Problemstellungen, Praxistipps und Herausforderungen diskutiert und neue Ideen und Vorgehensweisen zu den folgenden Themen erarbeitet: Öffentliche Aufmerksamkeit für Gedenkstätten - Anlässe und Strategien; Missbrauch von Gedenkstätten durch Rechtsextremisten und aktuelle Bündnisarbeit mit historischem Bezug; Was hat die Erinnerung mit der Gegenwart zu tun - brauchen wir neue Gedenkorte?; Multimediale Angebote selbst gestalten; Ausstellungsgestaltung und Aktionen: Kooperationspartner gewinnen und professionell arbeiten; Selbst aktiv werden - Projekte mit Jugendlichen und für Jugendliche.

Die Diskussionen in den Workshops waren dabei von einer hohen Konzentration und großem Engagement geprägt. Die Teilnehmenden vernetzten sich, tauschten Ideen und Herangehensweisen aus und erarbeiteten so nicht zuletzt auch neue Möglichkeiten für die eigenen Projekte vor Ort. Die wichtigsten und besten Ideen aus den Workshops wurden anschließend im Plenum vorgestellt.

Nach einem letzten kreativen Gedankenanstoß durch das Projekt "Courage ins Spiel bringen" von Bettina Frank und Prof. Dr. phil. Nina Kölsch-Bunzen endete die Veranstaltung am Samstag pünktlich um 17.00 Uhr.

Nicht nur die hohe Teilnehmerzahl sondern auch die rege und lebhafte Beteiligung vor Ort lässt auf ein großes Interesse seitens der zivilgesellschaftlichen Akteure aber auch Gedenkstätten an einer weiteren Bearbeitung dieses Themas schließen. Folglich gingen nicht nur die Teilnehmenden mit neuen Ideen zurück in ihre Projekte vor Ort, sondern auch die Veranstalter nahmen zahlreiche Anregungen mit aus dem Austausch mit den an Erinnerungsorten aktiven Akteuren.