25.07.2012

„Ich bin der Meinung, dass man hier auch etwas fürs Leben lernen kann“

Bericht vom Internationalen Jugendcamp Frankenberg

Die Jugendlichen beim Besuch der Stasi-Gedenkstätte in Dresden (Jan Müller)Die Jugendlichen beim Besuch der Stasi-Gedenkstätte in Dresden (Jan MĂĽller)
Knapp 100 Jugendliche nehmen beim Internationalen Jugendcamp teil (Jan MĂĽller)
„Gemeinsam stark für Toleranz und Demokratie“ - das hieß es vom 15. bis zum 19. Juli für knapp 100 Jugendliche aus Frankenberg in Sachsen, Polen, Tschechien und Ungarn. Beim Internationalen Jugendcamp Frankenberg hatten die 13-15jährigen die Möglichkeit, sich beim gemeinsamen Paddeln oder beim Lagerfeuer auszutauschen und kennenzulernen. Außerdem stand ein Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenburg sowie ein Besuch der Stasi-Gedenkstätte in Dresden auf dem Programm. Die Erlebnisse des Camps wurden auf einer Internationalen Pressekonferenz am 18. Juli aufgearbeitet, bei der neben ausgewählten Teilnehmenden auch Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft, sowie Dr. Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des Bündnisses für Demokratie und Toleranz (BfDT), diskutierten.

Das BfDT hat mit zwei Teilnehmerinnen vom Martin-Luther-Gymnasium Frankenberg gesprochen, die berichten, wie es Ihnen gefallen hat.

Wieso habt ihr euch entschlossen am Internationalen Jugendcamp teilzunehmen?


Julia Oethe, 14 Jahre: Einerseits wurden die Teilnahme von unserer Schule organisiert, aber ich finde die Aktivitäten auch sehr informativ. Ich bin der Meinung, dass man hier auch etwas fürs Leben lernen kann. Heute zum Beispiel waren wir in Dresden im Stasi-Museum. Ich wusste über das Thema DDR noch nicht so viel und jetzt weiß ich mehr.

Zum Beispiel?

Julia Oethe: Mir war nicht so bewusst, wie schlimm die Menschen behandelt wurden, wenn sie von der Stasi gefangen genommen wurden. Außerdem war die Stasi ein viel größeres System, als ich gedacht hatte.

Was habt ihr bisher erlebt?

Barbara Urbanski, 14 Jahre: Am ersten Tag waren wir paddeln, wir schlafen hier in Zelten. Wir haben auch Gruppenarbeit mit Spielen zum Kennenlernen gemacht, um auch die ausländischen Teilnehmer kennen zu lernen. Gestern hatten wir einen Sporttag mit Volleyball und Fußball und morgen besuchen wir einen politischen Workshop.

Die Hälfte eurer Zeit beim Jugendcamp ist nun vorbei. Gibt es schon etwas, was euch besonders bewegt habt oder was ihr mitnehmen werdet?

Julia Oethe: Ich habe heute viel fĂĽr den Geschichtsunterricht gelernt.

Barbara Urbanski: Wenn man hört wie die Leute im Konzentrationslager behandelt wurden ist das schon erschreckend. Trotzdem war der Besuch dort eine interessante Erfahrung.