09.02.2011

‚ÄěPR in eigener Sache ist immer essentiell!‚Äú

Sonderveranstaltung ‚ÄěKommunikation und Vernetzung ‚Äď St√§rkung der Zivilgesellschaft durch effektive √Ėffentlichkeitsarbeit‚Äú am 22. Januar 2011 in Berlin

Foto: BfDT-Tagung am 22.01.2011
Foto: BfDT-Tagung am 22.01.2011
Foto (von links): Josephine Steffen, Matthias Weinhold, Moritz Eckert, Jens Thomas, Karsten Wenzlaff
Am 22. Januar 2011 war es soweit: Die Sonderveranstaltungen des B√ľndnisses f√ľr Demokratie und Toleranz (BfDT) anl√§sslich seines 10j√§hrigen Jubil√§ums gingen mit der Tagung ‚ÄěKommunikation und Vernetzung - St√§rkung der Zivilgesellschaft durch effektive √Ėffentlichkeitsarbeit" in die erste Runde. Rund 60 Teilnehmer kamen im Umweltforum Berlin in der umgebauten, ehemaligen Auferstehungskirche zusammen, um sich √ľber Strategien und Methoden einer gelungenen √Ėffentlichkeitsarbeit auszutauschen und dem BfDT eine R√ľckmeldung zu seiner eigenen √Ėffentlichkeitsarbeit in den vergangenen Jahren zu geben bzw. Erwartungen an dessen k√ľnftige Unterst√ľtzung in diesem Bereich zu formulieren.

Die Teilnehmer waren aus ganz Deutschland und sogar aus der Schweiz angereist, um sich in verschiedenen Workshops Fachkenntnisse von erfahrenen √ĖA-Experten vermitteln zu lassen, Netzwerke zu kn√ľpfen und nicht zuletzt Anregungen und Feedback zur Arbeit des BfDT zu geben. Das √Ėffentlichmachen der zivilgesellschaftlichen Arbeit zumeist ehrenamtlich engagierter B√ľrger in Deutschland ist eine der Kernaufgaben des BfDT. Daher war es den Mitarbeiter des BfDT besonders wichtig, ehrliche und auch kritische R√ľckmeldungen zu bekommen, wie seine bisherige √Ėffentlichkeitsarbeit zu bewerten ist und in welchen Bereichen in der Zukunft m√∂glicherweise noch mehr zu leisten ist. Dies geschah im Rahmen der f√ľnf Workshops, die das BfDT zusammengestellt hatte, um ein m√∂glichst breites Angebot an √ĖA-Themen f√ľr seine Partner und weitere zivilgesellschaftlich Engagierte zu machen.

Nach einer kurzen inhaltlichen Einf√ľhrung in die Zielsetzung der Veranstaltung durch Dr. Gregor Rosenthal und einer Vorstellung der einzelnen Workshops durch Josephine Steffen, BfDT-Themenbereichsleiterin f√ľr √Ėffentlichkeitsarbeit und Toleranz, im Plenum, teilten sich die Teilnehmer in die Workshops auf. Jeder Teilnehmer hatte Gelegenheit zwei der f√ľnf Workshops zu besuchen. In jeweils 2,5 Stunden wurde sowohl vormittags als auch nachmittags intensiv gearbeitet. Die hellen, durch transparente Glasw√§nde unterteilten R√§umlichkeiten des Umweltforums passten hierbei hervorragend zu den Grundgedanken der Veranstaltung: Einer transparenten Kommunikation, offenem Gedankenaustausch und M√∂glichkeiten der Vernetzung.

In Workshop 1 wurde das allseits pr√§sente Thema Social Media unter dem Titel ‚ÄěZivilgesellschaft 2.0 - Wie k√∂nnen soziale Netzwerke sinnvoll genutzt werden" behandelt. Karsten Wenzlaff, Gr√ľnder des Instituts f√ľr Kommunikation in sozialen Medien (www.ikosom.de) und sein Vater Karl-Heinz Wenzlaff, freiberuflicher Social Media-Trainer, gaben einen intensiven √úberblick √ľber Twitter, Facebook und Co. und vermittelten, wie zivilgesellschaftliche aber auch staatliche Organisationen wie das BfDT Social Media f√ľr ihre Zwecke nutzen k√∂nnten. Die Teilnehmer zeigten sich teils noch kritisch aber auch fasziniert von den M√∂glichkeiten, die das Web 2.0 zur Vermittlung der eigenen Anliegen bietet. Sorge bereitete den Teilnehmern die Offenheit der Internet-Plattformen, in denen beispielsweise auch Rechtsextreme Kommentare auf den eigenen Seiten hinterlassen k√∂nnten. Doch die Workshopleiter konnten hier Abhilfe schaffen, indem sie M√∂glichkeiten aufzeigten, wie die eigenen Seiten weitestgehend redigiert und kontrolliert werden k√∂nnten. Fazit des Workshops war, dass sich ein Auftritt im Web 2.0 in den heutigen Zeiten alle Mal lohnt, vor allem wenn eine jugendliche Zielgruppe angesprochen werden soll, die Social Media mit einer Selbstverst√§ndlichkeit nutzt wie √§ltere Generationen das Telefon.

Der zweite Workshop, geleitet von Jens Thomas, Dozent, Journalist und Chefredakteur des polli-magazin.de, behandelte vor allem die Grundlagen einer effektiven √Ėffentlichkeitsarbeit unter dem Titel: ‚Äě1x1 Zivilgesellschaftlicher √Ėffentlichkeitsarbeit - Steigerung der √∂ffentlichen Wahrnehmung durch effektive PR". Der gro√üe Bedarf an Grundlagenkenntnissen spiegelte sich in der regen Teilnahme an diesem voll besuchten Workshop. Die Teilnehmer gingen gemeinsam mit Jens Thomas verschiedene Elemente und Methoden einer klassischen √Ėffentlichkeitsarbeit durch und machten praktische √úbungen wie das Verfassen einer Pressemitteilung in eigener Sache. Zugleich wurde auch hier auf moderne Mittel der √Ėffentlichkeitsarbeit im Internet eingegangen. ‚ÄěAn Facebook und Co. f√ľhrt heute kein Weg mehr vorbei", erkl√§rte Jens Thomas.

Workshop 3 befasste sich mit dem spannenden Thema ‚Äě√Ėffentlichkeitswirksame Kampagnen und Networking - Organisationen aus dem Schatten holen". Geleitet wurde der Workshop von Moritz Eckert, Mitgr√ľnder und Gesch√§ftsleiter des Bereichs Marketing / PR bei der Spendenplattform betterplace.org. Die Teilnehmer befassten sich mit der Frage, wie sie unabh√§ngig von den klassischen Methoden der √Ėffentlichkeitsarbeit, gro√ü angelegte, medien- und √∂ffentlichkeitswirksame Aktionen durchf√ľhren k√∂nnen, um ihr Anliegen einer breiten √Ėffentlichkeit zu vermitteln. M√∂gliche Kampagnen veranschaulichte Moritz Eckert w√§hrend des Vormittagsworkshops am BfDT und Nachmittags an dem lokalen Berliner Projekt ‚ÄěDiscover Football", einem internationalen Frauen-Fu√üball-Turnier, das 2010 auch vom BfDT als Preistr√§ger im Wettbewerb ‚ÄěAktiv f√ľr Demokratie und Toleranz" ausgezeichnet wurde. ‚ÄěUm nach au√üen noch bekannter zu werden, sollte das BfDT vor allem auf Unterst√ľtzer setzen", erkl√§rte Moritz Eckert. Preistr√§ger, Leuchtturminitiativen und auch Politiker sollten st√§rker eingebunden werden, um PR f√ľr das B√ľndnis zu betreiben. Auch klassische Plakatkampagnen seien immer ein guter Weg, um √Ėffentlichkeit herzustellen, so Eckert.

Im vierten Workshop stieg man st√§rker in technische Themen ein, denn es ging um den ‚ÄěOptimalen Internetauftritt mit einfachen Mitteln". Viele zivilgesellschaftliche, ehrenamtliche Vereine k√∂nnen nur schwer finanzielle Mittel f√ľr einen durch Profis hergestellten Internetauftritt aufbringen. Daher zeigte der Workshopleiter Matthias Weinhold, bis Mitte 2009 Konzepter und Projektleiter bei der Internetagentur icomedias, jetzt Freiberufler, M√∂glichkeiten auf, einen professionellen Internetauftritt mit Open Source-Technologien selbst zu kreieren. Zugleich machte er deutlich, auf welche optischen, gestalterischen Merkmale es ankomme und gab auch viele hilfreiche Anregungen an das BfDT, wie der eigene Internetauftritt noch weiter zu optimieren sei. Zwar fanden die meisten Teilnehmer die Homepage des BfDT insgesamt sehr gelungen, doch bestimmte Angebote wie z.B. der Terminkalender oder die Initiativendatenbank k√∂nnten noch prominenter auf der Startseite platziert sein, um gleich als erstes die Aufmerksamkeit des Nutzers auf sich zu ziehen.

Der Workshop Nummer 5 behandelte ein Thema, das insbesondere auch f√ľr das BfDT von gro√üem Interesse war: ‚ÄěWeiterentwicklung von B√ľndnissen - Ein Best Practice Beispiel gelungener √Ėffentlichkeitsarbeit". Die Workshopleitung hatte Daniela K√ľhling vom Lesben- und Schwulenverband Deutschland, LSVD e.V., inne. Als Projektleiterin des Regenbogenschutzkreises in Berlin-Sch√∂neberg hat sie erfolgreich ein B√ľndnis aus der Taufe gehoben, Partner gewonnen, Weiterentwicklungen vorgenommen und die Initiative ausbauen k√∂nnen. Diese einzelnen Schritte ging sie gemeinsam mit den Teilnehmern durch und √ľbertrug sie auf deren Projektvorhaben. Vor allem komme es darauf an, Erfolgsfaktoren f√ľr ein starkes B√ľndnis zu bestimmen und anschlie√üend nach und nach umzusetzen, erkl√§rte Daniela K√ľhling: ‚ÄěPR in eigener Sache ist dabei ganz essentiell!"

Beim Abschlussplenum um 17:30 Uhr wurden die Ergebnisse aller Workshops kurz durch die Workshopleiter vorgetragen. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von den Angeboten des Tages. ‚ÄěIch habe heute Vieles gelernt, das ich f√ľr meine Arbeit nutzen kann", erkl√§rte eine Teilnehmerin. Ein weiterer bedauerte, dass es nicht die M√∂glichkeit gab, alle f√ľnf Workshops zu besuchen, und schlug vor, die Tagung in einigen Monaten zu wiederholen, damit noch mehr Initiativen und Vereine von dem Angebot profitieren k√∂nnten. Auch das Feedback zur √Ėffentlichkeitsarbeit des BfDT kam nicht zu kurz: Zusammenarbeit und Kommunikation mit dem BfDT funktionierten sehr gut, doch die meisten Teilnehmer waren sich einig, dass das BfDT als zentraler Ansprechpartner der Zivilgesellschaft in der √Ėffentlichkeit nicht bekannt genug sei, um die Zivilgesellschaft im Ganzen vollst√§ndig erreichen zu k√∂nnen. ‚ÄěHier sollte noch mehr getan werden, um einen gr√∂√üeren Bekanntheitsgrad herzustellen!", war das Fazit der Teilnehmer. Zudem waren sie sich einig, dass auch sie selbst noch viel tun k√∂nnen, um ihre eigene √Ėffentlichkeitsarbeit besser aufzustellen. Jens Thomas brachte die wesentlichen Faktoren in der Abschlussrunde auf den Punkt: ‚ÄěF√ľr den Erfolg eines jeden Projekts ist es ganz entscheidend, dass ich mir genau √ľberlege: Was will ich erreichen und was sind die besten Mittel, mit denen ich meine Ideen in der √Ėffentlichkeit vermitteln kann." Anschlie√üend muss man sie dann nur noch umsetzen.

Das BfDT hofft, seinen Partnern mit der Tagung ‚ÄěKommunikation und Vernetzung - St√§rkung der Zivilgesellschaft durch effektive √Ėffentlichkeitsarbeit" hilfreiche Methoden und Kenntnisse vermittelt zu haben, die sie in ihrer wichtigen, zivilgesellschaftlichen Arbeit unterst√ľtzen.

Die n√§chste Sonderveranstaltung des BfDT-Themenbereichs Demokratie findet am 12. Februar 2011 unter dem Titel Interner Link‚Äě10 Jahre B√ľndnis f√ľr Demokratie und Toleranz - Die Zukunft des Jugendkongresses" in Berlin statt.



Ank√ľndigung ‚ÄěKommunikation und Vernetzung ‚Äď St√§rkung der Zivilgesellschaft durch effektive √Ėffentlichkeitsarbeit‚Äú
Tagungsflyer "Kommunikation und Vernetzung"