21.11.2013

„Wir gedenken der Opfer und nicht der Täter!“

Gegenveranstaltung zum 2. Riegergedenkmarsch von Rechtsextremisten in Wunsiedel am 30. Oktober 2010

Für den 30. Oktober hat die NPD den nun 2. Rieger-Gedenkmarsch in Wunsiedel angemeldet, der den vom Bundesverfassungsgericht verbotenen Heß-Gedenkmarsch durch Wunsiedel ersetzen soll. Die Stadt Wunsiedel und zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen rufen zur friedlichen Gegenveranstaltung auf. Dr. Gregor Rosenthal, Geschäftsführer des Bündnisses für Demokratie und Toleranz (BfDT) unterstützt den Aktionstag vor Ort.

Die Tatsache, dass Rudolf Heß in Wunsiedel begraben liegt, hat dazu geführt, dass Rechtsextremisten aus Deutschland und Europa den Ort seit den 90er Jahren zunehmend als Wallfahrtstätte für ihre Aufmärsche benutzten. Die Bürgerinnen und Bürger Wunsiedels lehnten diesen Missbrauch ihrer Stadt von Anfang an ab, so dass sich ein breites Engagement gegen Rechtsextremismus in der Stadt gebildet hat. Im Jahr 2005 konnte ein endgültiges Verbot der Aufmärsche erreicht werden. Im vergangenen Jahr meldete die NPD jedoch einen Gedenkmarsch anlässlich des im Oktober 2009 verstorbenen NPD-Funktionärs Jürgen Rieger an. Dieser gleicht den früheren Heß-Gedenkmärschen weitestgehend, konnte jedoch bisher auch im Jahr 2010 noch nicht in letzter Instanz verboten werden konnte.

Vor diesem Hintergrund rufen die Stadt Wunsiedel und Ihre Bürger zu einem Aktionstag gegen die Veranstaltung der NPD auf. Das BfDT unterstützt dieses Engagement. Vorgesehen sind zunächst einige Ansprachen und Grußworte, ein gemeinsamer Gang durch die Stadt zur Friedhofskirche, der Besuch eines ökumenischen Gottesdienstes, eine Versammlung auf dem Markt mit verschiedenen Statements von Persönlichkeiten der Politik und Zivilgesellschaft sowie weitere Aktivitäten. Nähere Informationen zum Ablauf des Aktionstages finden sich Download-Iconhier.

Das BfDT ist seit Jahren in Wunsiedel aktiv und hat gemeinsam mit der Stadt und dem Bayrischen Bündnis für Toleranz und Menschenwürde das Wunsiedler Forum entwickelt, das erst vor wenigen Wochen am 13. Oktober zum dritten Mal stattfand. Rund 100 Vertreter der Kommunen und der Zivilgesellschaft kamen aus Bayern in Wunsiedel zusammen, um gemeinsam das Thema „Wie viel Demokratiefeindlichkeit muss die Demokratie zulassen?" engagiert und aus verschiedenen Blickwinkeln zu diskutieren.



Interner LinkArtikel zum 3. Wunsiedler Forum: „Verzweifeln Menschen nicht auch an unserer Demokratie?“
Download-IconFlyer Aktionstag gegen den Rieger-Gedenkmarsch 30.10.2010