21.11.2013

Vom religiösen Vorurteil zum säkularen Ressentiment

Sommeruniversität des Zentrums für Antisemitismusforschung vom 9. bis 11. September 2010

Foto: Antisemitische Schmierereien an einem jüdischen Kindergarten in Berlin; ZfAFoto: Antisemitische Schmierereien an einem jĂĽdischen Kindergarten in Berlin; ZfA
Die Sommeruniversität gegen Antisemitismus in Berlin ist ein etabliertes Wissensforum, das vom 9. bis 11. September bereits zum fünften Mal stattfindet. Veranstaltet wird sie vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin mit Unterstützung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz (BfDT) und der Hans-Böckler-Stiftung. In diesem Jahr trägt die Sommeruniversität den Titel „Vom religiösen Vorurteil zum säkularen Ressentiment“ – eine Überschrift, die bereits die vielfältigen Aspekte andeutet, die in den Komplex Antisemitismus hineinspielen.

Zum ersten Mal wird die Sommeruniversität vom Dokumentationszentrum Topographie des Terrors beherbergt, deren neue Ausstellungs- und Vortragsräume erst vor wenigen Monaten eröffnet wurden. Die Teilnehmer können an diesem historischen Ort Vorträge, Workshops und Filmvorführungen besuchen oder Exkursionen begleiten, die sich rund um das Thema Antisemitismus und Minderheitenforschung drehen. Die Geschichte des Judentums und seiner Verfolgung, die anthropologische und gesellschaftliche Dimension von Minderheiten, Stereotypenbildung im Alltag sowie aktuelle politische Fragen sind nur einige der Facetten, die während der Sommeruniversität beleuchtet werden. Die Vorträge am Anfang jedes Tages sorgen dabei für notwendiges Hintergrundwissen und wissenschaftliche Fundiertheit, um historische Entwicklungen und aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus in einem ideologiefreien Diskurs einordnen zu können. In den Workshops wenden sich die Teilnehmer dann vorrangig konkreten Beispielen und Problemstellungen zu, in die sie auch ihre eigenen Erfahrungen einbringen können.

So auch im Workshop „Zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus“, den Markus Priesterath, stellvertretender Geschäftsführer und Themenbereichsleiter Extremismus und Antisemitismus beim BfDT, durchführen wird. Nach einer allgemeinen Einführung in die Arbeit des BfDT und der Vorstellung der Aktivitäten im Bereich Antisemitismus erhalten die Besucher des Workshops die Gelegenheit, mit drei Praktikern ins Gespräch zu kommen. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. (DIG), ConAct - Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch und Yad Achat - Knowledge on Exchange, sind bereits in verschiedenen Vorhaben Partner des BfDT und werden sich und ihre Arbeit im Workshop darstellen. Während die DIG sich übergreifender mit dem Ausbau der deutsch-israelischen Freundschaft befasst, ist für ConAct als Einrichtung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) der direkte Austausch zwischen deutschen und israelischen Jugendlichen das Hauptanliegen. Yad Achat als Netzwerk von engagierten Historikern, Politologen, Pädagogen, Juristen und Journalisten fördert überwiegend den fachlichen Austausch, wobei alle drei auch Jugendreisen und -begegnungen organisieren. Vor allem verbindet sie jedoch eines: Der präventive Ansatz, der sich nicht mit den Auswirkungen von Antisemitismus befasst, sondern ihn von vornherein verhindern und ihm den Boden entziehen will.

Die Sommeruniversität richtet sich an ein breites Publikum. Sie ist für alle Multiplikatoren der politischen Bildung wie Lehrer und Journalisten, Mandats- und Funktionsträger von Parteien und Gewerkschaften, Studierende, Ausbilder und Vermittler und die interessierte Öffentlichkeit gedacht. Am Ende sollen die Teilnehmer mit dem Bewusstsein nach Hause gehen wichtige Kompetenzen erlangt zu haben, um gegen antisemitische Ressentiments – sei es auf akademischer, beruflicher oder privater Ebene – entschieden argumentieren zu können.


Interner LinkHomepage Zentrum fĂĽr Antisemitismusforschung (ZfA)
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