23.01.2014

Fachtagung "Politische Bildung in den neuen Medien"

Ein Interview mit der Robert Bosch Stiftung

Teilnehmer/-innen der Fachtagung (Quelle: Robert Bosch Stiftung)
Youtuber/-innen in der Talkrunde (Quelle: Robert Bosch Stiftung)Youtuber/-innen in der Talkrunde (Quelle: Robert Bosch Stiftung)
Fachtagung "Politische Bildung in den neuen Medien" Zwei Mitarbeiter der Geschäftsstelle des BfDT nahmen am 3. Dezember 2013 an der Fachtagung "Politische Bildung in den neuen Medien" der Robert Bosch Stiftung teil. In Impulsvorträgen stellten Expertinnen und Experten aktuelle Forschungsergebnisse zum Umgang mit Informationen von Jugendlichen dar und wiesen auf erfolgsversprechende Plattformen hin, über die politische Bildung an Jugendliche herangetragen werden kann. Die Studie "Politische Bildung in digitalen Umgebungen – Eine Fallstudie zum Projekt DU HAST DIE MACHT" können Sie sich Interner Linkhier anschauen.

In Workshops konnten die Teilnehmenden ihr Wissen in einzelnen Bereichen vertiefen. So wurde im Workshop "Partizipation im Web 2.0" das Projekt DU HAST DIE MACHT der Robert Bosch Stiftung vorgestellt, das auf vielen innovativen Wegen an die junge Zielgruppe herantritt. Informationen zu dem Projekt DU HAST DIE MACHT finden Sie unter Interner Linkwww.duhastdiemacht.de.

Im Workshop "Bewegtbild mit Bildungsanspruch" wurden Formate der politischen Bildung aus dem Fernsehen vorgestellt und deren Wirkung auf Jugendliche erläutert. So konnten beispielsweise die Formate des YouTubers LeFloid mehr junge Menschen erreichen, als vergleichbare Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sender. Denn vor allem neue Formate, die sich über YouTube verbreiten, sind sehr populär. Sie scheinen das Instrument der Zukunft zu sein.

Deshalb war es eigentlich logisch, dass die Talkrunde am Ende der Veranstaltung mit der Fragestellung "Wie viel Politik passt in einen YouTube-Clip?" zwischen drei sogenannten YouTubern/-innen stattfand. Marie Meimberg, dailyknoedel und Tilo Jung sprachen ĂĽber ihren Erfolg im Netz und ĂĽber ihre politische Motivation.

Während der gesamten Veranstaltung konnten die Teilnehmer/-innen ihre Eindrücke und Fragen via Interner Linktwitter in die Öffentlichkeit tragen.

Interview mit Melanie Dense, Projektleiterin "Jugend und Demokratie"


Frau Dense
Wen haben Sie mit der Fachtagung "Politische Bildung in den neuen Medien" erreicht? Wer hat daran teilgenommen?

An unserer Fachtagung in der Berliner Repräsentanz unserer Stiftung haben rund 140 Personen teilgenommen. Darunter waren Experten/-innen und Führungskräfte aus Unternehmen und öffentlichen Institutionen, (Bildungs)Praktiker/-innen, YouTuber/-innen, Spieleentwickler/-innen, Medienvertreter/-innen und Blogger/-innen, Stiftungen und andere mehr. Auffallend war die hohe Fachlichkeit der Tagungsbesucher/-innen. Sie hat für spannende Diskussionen und interessante Fragen gesorgt.

Während der Fachtagung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit ihre Eindrücke auf Twitter zu posten. Wie wurde dieses Angebot angenommen?

Die Twitteraktion war für uns ein voller Erfolg. Mehr als 250 Tweets wurden über den Hashtag #ftpb abgesetzt, den wir für die Tagung eingerichtet hatten. Aber nicht nur die Quantität hat uns überrascht, auch die Qualität der Tweets war hoch. Interessante Tweets wurden von der Moderation während der Veranstaltung immer wieder aufgegriffen und in die Tagung eingebracht. Über das Twittern hat die Tagung eine weitere inhaltliche Ebene hinzugewonnen, über die Austausch zwischen den Teilnehmenden möglich war. Für uns als Veranstalter lassen sich dadurch einige Eindrücke aus Besucherperspektive gewinnen, die wir sonst nicht kennen würden.

Die Teilnehmenden konnten bei der Fachtagung zwei Workshops wählen. Welche Workshops standen zur Auswahl? Wie war die Diskussionsbereitschaft in den Workshops? Welche Themen beschäftigten die Teilnehmenden besonders?

Folgende Workshops wurden von uns angeboten:

A) Games und Gamification Arne Busse, Bundeszentrale fĂĽr politische Bildung, Fachbereich Zielgruppenspezifische Angebote Prof. Dr. Christoph Klimmt, Hochschule fĂĽr Musik, Theater und Medien Hannover, Institut fĂĽr Journalistik und Kommunikationsforschung

B) Bewegtbild mit Bildungsanspruch Rainer Hassenewert, UFA GmbH, Leiter Medienforschung Prof. Dr. Claudia Wegener, Hochschule fĂĽr Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg, Medienwirtschaft und Digitale Medienkultur

C) Partizipation im Web 2.0 Peter Lange und Peter Birkenhauer, Technische Universität Dresden, Projektmitarbeiter Didaktik der politischen Bildung Anna Mauersberger, Projektleiterin "Du hast die Macht"

D) Revolutioniert Social Media die politische Bildung? Jöran Muuß-Merholz, J&K – Jöran und Konsorten, Agentur für Bildung, Organisation, Kommunikation Sebastian Jabbusch, Social Media Manager "Du hast die Macht"

Die Workshopteilnehmer/-innen waren ausgesprochen diskussionsfreudig und brachten ihre eigenen Erfahrungen und Anliegen in die Workshops ein. Besonders diskutiert wurden Fragen von Quantität und Qualität (wie wertvoll ist ein "like" in der politischen Bildung? Ist es bereits ein Qualitätsmerkmal, wenn viele Tausende Jugendliche mit Themen der politischen Bildung erreicht werden? Wie unterhaltungsorientiert muss und darf politische Bildung sein?)

Wie war das Feedback zur Veranstaltung? Sowohl von Teilnehmenden als auch von Referentinnen und Referenten?

Das Feedback war durchweg positiv, was ein schöner Erfolg für uns ist. Vor allem die Zusammensetzung der Teilnehmer/-innen wurde sehr gelobt. Es ist uns gelungen, nicht nur die "üblichen Verdächtigen" einzuladen, sondern viele verschiedene Perspektiven in der Tagung zu berücksichtigen.

Gab es ein allgemeines Ergebnis der Fachtagung? Spielen die neuen Medien in der politischen Bildung eine große Rolle? Sollten Organisationen der politischen Bildung ein größeres Augenmerk auf die neuen Medien legen?

Auf jeden Fall! Neue Medien sollten in der politischen Bildung ganz selbstverständlich genutzt werden und sie bieten viele Möglichkeiten, Jugendliche bei ihren Interessen und Medienrezeptionsgewohnheiten abzuholen. Dies muss allerdings gut gemacht sein – eine einfache Übertragung der politischen Bildungsinhalte ins Netz ist zu kurz gesprungen. Wer Partizipation im Netz anregen will, muss sich darum aktiv bemühen und dafür die nötigen Ressourcen einplanen.

Detaillierte Informationen und eine visuelle Dokumentation der Fachtagung finden Sie auf der Homepage der Robert Bosch Stiftung unter Interner Linkwww.bosch-stiftung.de/fachtagung_politische_bildung