Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Die Berliner Geschichtswerkstatt macht seit 1981 Forschungs- und Ausstellungsprojekte, Stadtführungen und Archivarbeit zur Berlingeschichte, insbesondere zum Nationalsozialismus, zur Geschlechtergeschichte und zur Minderheitenforschung. Dabei greift sie auch immer wieder in Debatten um Entschädigung und ein angemessenes Gedenken ein. Charakteristisch ist die Verbindung der akademischen Forschung (Schwerpunkte Oral History, Bildquellenforschung, Mentalitätsgeschichte) mit der lokalen Spurensuche und Gedenkstättenarbeit sowie intensiven ZeitzeugInnenkontakten.

Die Berliner Geschichtswerkstatt ist ein gemeinnütziger Verein mit rund 75 Mitgliedern. Sie knüpft an die Traditionen der skandinavischen „Grabe-wo-du-stehst“- und der angelsächsischen „history-workshop“-Bewegung an.

In der kritischen Auseinandersetzung mit den traditionellen Methoden der Geschichtswissenschaft ist eine neue Bewegung zur Erforschung der „Geschichte von unten“ entstanden. Wir wollen historische Fragestellungen über dem rein-akademischen Bereich hinaustragen und Geschichte zusammen mit Zeitzeugen und anderen Interessierten erforschen.

Als politisch erfolgreichste Arbeitsgruppe des Vereins kann die Gruppe zur Zwangsarbeit in Berlin genannt werden, der es zu verdanken ist, dass 2006 das staatlich geförderte „Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin“ in Berlin-Schöneweide gegründet wurde. Der Verein hat sich durch zahlreiche Initiativen für Gedenktafeln, Straßen- und Brückenbenennungen (Rosa-Luxemburg-Steg), Stolpersteine etc. an der Diskussion um eine zeitgemäße Erinnerungskultur beteiligt. Öffentliche Veranstaltungen wie z.B. zur Erinnerung die Studentenbewegung und den Mauerfall 1989 gehören ebenfalls zur Tätigkeit des Vereins. 2018 wurde auf Initiative des Vereins im polnischen Legnica/Liegnitz eine zweisprachige Gedenktafel für Paul Löbe angebracht. Der Verein engagiert sich auch bei anderen Geschichtsinitiativen, wie der Initiative „Gedenkort für Annededore und Julius Leber“ in Schöneberg. Durch besondere Veranstaltungsreihen setzt der Verein regelmäßig Schwerpunkte. Dabei ging es z.B. um die Frage des individuellen Widerstands in der NS-Zeit, dem Neuanfang in Berlin 1945 und dem besonderen Verhältnis von Berlin zu Russland. Im Jahr 2020 führt er eine Veranstaltungsreihe „100 Jahre Groß-Berlin – 1920 Aufbruch aus dem Chaos“ durch.


Themen:Vereine
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Telefon:030 / 2154450
Internet:www.berliner-geschichtswerkstatt.de
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