25.03.2008

Begr├╝├čungsansprache

Dr. Gregor Rosenthal

Anfang: 23.05.2007

Redner: Dr. Gregor Rosenthal, Gesch├Ąftsf├╝hrer des B├╝ndnisses f├╝r Demokratie und Toleranz

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Zypries,
sehr geehrter Herr Bundesminister Dr. Sch├Ąuble,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Deutschen Bundestages und verschiedener Landesparlamente,
verehrte Mitglieder des Beirats unseres B├╝ndnisses,
sehr geehrte G├Ąste des Festakts und last but not least
liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesj├Ąhrigen Jugendkongresses,

ich freue mich, Sie alle zum Festakt am Tag des Grundgesetzes begr├╝├čen zu k├Ânnen. Ihre Anwesenheit macht deutlich, welchen Stellenwert Sie der heutigen Verleihung des Preises ÔÇ×Botschafter der Toleranz" beimessen.

Mit diesem Preis werden seit der Gr├╝ndung des B├╝ndnisses f├╝r Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt am 23. Mai des Jahres 2000 j├Ąhrlich Pers├Ânlichkeiten und Initiativen der Zivilgesellschaft ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise aktiv f├╝r die Werte unseres Grundgesetzes einsetzen und diese mit ihrer Arbeit vorbildlich praktisch umsetzen. Die Preisverleihung stellt zudem den H├Âhepunkt unseres Jugendkongresses ÔÇ×Europa gestalten - demokratisch und tolerant" dar. Hier haben seit dem vergangenen Sonntag mehr als 420 engagierte Jugendliche aus allen Regionen unseres Landes und aus vielf├Ąltigen Gruppen, Initiativen und Verb├Ąnden der Zivilgesellschaft in Workshops und Diskussionsforen zu einer Vielzahl von Themen der demokratischen Meinungsbildung gemeinsam gearbeitet, sich untereinander ausgetauscht und einander kennengelernt.

Das Themenspektrum umfasste eine breite Palette des zivilgesellschaftlichen Engagements, etwa Schule ohne Rassismus, Hintergr├╝nde des Antisemitismus, Menschenrechte, einen Demokratieworkshop, kulturelle Vielfalt oder die Bedeutung des Ehrenamtes in der B├╝rgergesellschaft. Wir haben bei der Planung vor allem Wert auf solche Angebote gelegt, bei denen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen praktisches Handwerkszeug f├╝r ihr ├Ârtliches zivilgesellschaftliches Engagement aneignen k├Ânnen. Diese Form der praktischen Netzwerkbildung ist ein wichtiges Ziel unserer Bem├╝hungen. Nur wenn vor Ort ein enges Zusammenwirken aller Beteiligten, das hei├čt von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Kr├Ąften mit Medien, den Kirchen, der Wirtschaft, der Wissenschaft, Gewerkschaften, Sportvereinen, den Jugendverb├Ąnden und vielen anderen stattfindet, werden wir im Kampf gegen Extremismus und Fremdenfeindlichkeit, f├╝r Demokratie und Toleranz auf Dauer wirklich erfolgreich sein.

(Anrede der Anwesenden),
der Kampf gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus wird aufgrund der geschichtlichen Verantwortung Deutschlands immer im Mittelpunkt der Aktivit├Ąten unseres B├╝ndnisses stehen, wir m├╝ssen und wollen uns allerdings auch inhaltlich weiter entwickeln. Dies entspricht nicht nur der Aufgabenstellung, sondern auch der Erwartungshaltung gegen├╝ber unserem B├╝ndnis als zentralen Ansprechpartner und Impulsgeber f├╝r die Zivilgesellschaft. Die weiteren Formen des Extremismus, einschlie├člich seiner internationalen Bez├╝ge, praktische Hilfestellungen zur Integration und der Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung im Sport sind daher bereits ebenfalls Inhalt unserer Aufgabenplanung. Dabei geht es auch insoweit darum, unterschiedlichen Formen und Gruppen der zivilgesellschaftlichen Partizipation ein ├Âffentliches Forum f├╝r ihr Engagement zu verschaffen und den B├╝ndnisgedanken noch st├Ąrker f├╝r eine Vernetzung vorhandener Aktivit├Ąten vor Ort zu nutzen:

So haben wir im Februar diesen Jahres in einer bundesweiten Kommunaltagung praxisorientierte Hilfen zum Umgang mit rechtsextremistischen Aktivit├Ąten angeboten. Der Einladung sind die B├╝rgermeister, Haupt- und Ordnungsamtsleiter sowie Vertreter der Zivilgesellschaft aus mehr als 50 Kommunen aus 12 Bundesl├Ąndern gefolgt. Neben einem Erfahrungsaustausch ├╝ber erfolgreiche Handlungsstrategien wurden gemeinsam L├Âsungsans├Ątze fortentwickelt und vor allem die wichtige Netzwerkbildung vertieft.

Im M├Ąrz folgte eine gemeinsame Veranstaltung mit der US-amerikanischen Botschaft zur ÔÇ×Darstellung von Migranten in den Medien", bei der rund 250 Jugendliche aus ├╝berwiegend internationalen Schulen und Einrichtungen sich mit Journalisten ├╝ber ihre Erfahrungen austauschten und praktische Tipps erhielten, wie sie ihre Projekte und Initiativen erfolgreich in den Medien pr├Ąsentieren k├Ânnen bzw. sie selbst sich in ihrer Verschiedenheit und Vielschichtigkeit ausreichend differenziert darstellen k├Ânnen.

Als weiteres Beispiel f├╝r diese sogenannten ÔÇ×integrierten lokalen Strategien" bereiten wir in Kooperation mit dem Deutschen Basketballbund und verschiedenen ├Âffentlichen Einrichtungen und Initiativen der Zivilgesellschaft derzeit in mehreren Orten Mecklenburg-Vorpommerns ÔÇ×Basketball-Camps f├╝r Fairness und Toleranz" vor, bei denen neben der Regelvermittlung im Spiel sich vor allem die ├Ârtlichen Initiativen f├╝r Demokratie und Toleranz in einem ÔÇ×Markt der M├Âglichkeiten" pr├Ąsentieren werden. Es ist wichtig, dass der zum Teil starken Pr├Ąsenz rechtsextremer Kreise sinnvolle Alternativen des zivilgesellschaftlichen Engagements und der Freizeitgestaltung entgegengesetzt werden.

F├╝r den Herbst ist eine bundesweite Veranstaltung ÔÇ×Jugendengagement f├╝r Demokratie und Toleranz" speziell f├╝r Tr├Ąger und Initiativen der Jugendarbeit vorgesehen, bei der vor allem die Themen ÔÇ×Arbeit" und ÔÇ×Bildung" im Mittelpunkt stehen sollen.

Zum Jahresende planen wir au├čerdem gemeinsam mit der Koordinierungsstelle Fanprojekte der Deutschen Sportjugend (KOS) einen bundesweiten Fankongress, bei dem neben einem Erfahrungsaustausch insbesondere auch ein Handbuch f├╝r sich neugr├╝ndende Faninitiativen im Fu├čball erarbeitet werden soll, in dem diese praktische Tipps f├╝r die schwierige Startphase erhalten.

(Anrede der Anwesenden),
nach der Pr├Ąambel des Koalitionsvertrages der Bundesregierung sind Toleranz und Weltoffenheit Markenzeichen einer freiheitlichen Gesellschaft. Deshalb d├╝rfen Extremismus, Rassismus und Antisemitismus keine Chance haben. Die Aktivit├Ąten des B├╝ndnisses f├╝r Demokratie und Toleranz sind daher in einem Kernbereich unserer demokratischen Gesellschaft angesiedelt. Eine Investition in diesem Bereich ist eine Zukunftsinvestition in die Demokratie. Wir alle sind pers├Ânlich gefordert, die Werte unserer Verfassung am jeweiligen Platz und mit den individuellen M├Âglichkeiten zu f├Ârdern und zu unterst├╝tzen. Dabei k├Ânnen uns die heutigen Preistr├Ąger, die Frau Bundesministerin Zypries und Herr Bundesminister Dr. Sch├Ąuble in wenigen Minuten auszeichnen werden, Ansporn und Vorbild f├╝r die eigenen Bem├╝hungen sein.

Ich w├╝nsche Ihnen weiterhin viel Freude an der heutigen Veranstaltung und danke f├╝r Ihre Aufmerksamkeit.

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