27.01.2015

Projekttage zur Antisemitismusprävention - KIgA e.V. – Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus

(Foto: KIgA e.V./Jirko Piberger)(Foto: KIgA e.V./Jirko Piberger)
Im Sommer 2014 befanden sich Israel und die Hamas im Krieg. Die Kämpfe im Gaza-Streifen wurden nicht zuletzt in Deutschland kontrovers diskutiert. KIgA e.V. nahm diese hitzigen Debatten zum Anlass, um im letzten Quartal des Jahres 2014 an verschiedenen Schulen in den Berliner Stadtbezirken Kreuzberg und Neukölln zwei- bis dreitägige Workshops zum Thema Antisemitismus zu veranstalten. Im Mittelpunkt der außerschulischen Workshops standen die Geschichte des Nahostkonflikts, aber auch Fragen von Identität und Zugehörigkeit, von Religion und Diskriminierungserfahrungen. Ebenso wurden mit den Schülerinnen und Schülern die Wahrnehmung und Auswirkungen des immer wieder aufflammenden Nahostkonfliktes auf das tagtägliche Zusammenleben in Berlin diskutiert.
In den drei Workshops, die auf Schülerinnen und Schülern der neunten Jahrgangsstufe zugeschnitten waren, wurden eine Vielzahl von unterschiedlichen Methoden und Medien herangezogen. Die Bildungsangebote von KIgA e.V. sind im Allgemeinen für die Arbeit in herkunftsheterogenen Lerngruppen entwickelt, um sich durch non-formelle Methoden den Hintergründen und Realitäten des Nahostkonfliktes anzunähern und dabei zu versuchen, problematische Verkürzungen und einseitige Beschuldigungen zu entkräften.
Mittels interaktiver Quizspiele und einem gemeinsam erarbeiteten Zeitstrahl erweiterten die Schülerinnen und Schüler folglich ihr Wissen über die historischen Hintergründe und Entwicklungen des israelisch-palästinensischen Konfliktes. Durch die kritische Beschäftigung mit Filmen lernten sie vielfältige Sichtweisen jüdischer und muslimischer Jugendlicher in Berlin kennen. Des Weiteren erkundeten sie in Gruppenarbeiten Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei großen monotheistischen Religionen. Der Austausch untereinander stand dabei stets im Mittelpunkt: Unter Einbeziehung des Peer-to-Peer-Ansatzes diskutierten die Schülerinnen und Schüler Fragen von Identität und Zugehörigkeit und reflektierten gemeinsam über Selbst- und Fremdzuschreibungen.
Die Schülerinnen und Schüler schulten somit ihre demokratischen Kompetenzen, um antisemitischen Stereotypen auch im alltäglichen Miteinander entgegenzuwirken und religiöse, nationalistische und islamistische Deutungsmuster immer wieder kritisch zu hinterfragen.

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