08.09.2015

Preisverleihung im Rahmen des Wettbewerbs "Aktiv fĂĽr Demokratie und Toleranz" 2014 in Hannover

Thomas Hermann, Ratsvorsitzender und Bürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, begrüßte die Gäste der Preisverleihung (Foto: BfDT)Thomas Hermann, Ratsvorsitzender und BĂĽrgermeister der Landeshauptstadt Hannover, begrĂĽĂźte die Gäste der Preisverleihung (Foto: BfDT)
Antje Niewisch-Lennartz, Justizministerin des Landes Niedersachsen, hielt ein Grußwort für die Gäste (Foto: BfDT)Antje Niewisch-Lennartz, Justizministerin des Landes Niedersachsen, hielt ein GruĂźwort fĂĽr die Gäste (Foto: BfDT)
Die letzte Preisverleihung des bundesweiten Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2014 fand am 04.09.2015 im Neuen Rathaus in Hannover statt. Die Vertreter von insgesamt zehn Projekten aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen kamen im Mosaiksaal zusammen, um im feierlichen Rahmen ihre Ehrungen entgegen zu nehmen. Die Auszeichnung der Preisträger übernahmen Antje Niewisch-Lennartz, Justizministerin des Landes Niedersachsen, Thomas Hermann, Ratsvorsitzender und Bürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, sowie Barbara Woltmann (MdB) als Beiratsmitglied des Bündnisses für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT).

285 Vereine und Initiativen hatten sich im Jahr 2014 beim BfDT im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ beworben. Der Beirat des BfDT hat daraus 66 Initiativen und Projekte für ihr vorbildliches und nachahmenswertes zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und Toleranz als Preisträger ausgewählt.

Die Preisverleihung wurde durch zwei Grußworte von Herrn Thomas Hermann und Frau Antje Niewisch-Lennartz eröffnet. Justizministerin Niewisch-Lennartz betonte die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements der Preisträger für die Gesellschaft: „Sie schützen unsere demokratischen Werte. Dieser Schutz ist an vielen Orten und insbesondere dann unverzichtbar, wenn demokratische Werte missachtet, Menschenrechte negiert oder die Gleichwertigkeit von Menschen in Frage gestellt werden." Das Engagement für Demokratie und Toleranz sei vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsproblematik und vor fremdenfeindlichen Übergriffen besonders wichtig.
Dr. Gregor Rosenthal, der Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, stellte in seinem Grußwort die Arbeit des BfDT und die Geschichte des Wettbewerbs vor. Darauf folgend wurden die Preise vergeben und die Preisträger bekamen die Gelegenheit, ihre Projekte und ihre Arbeit zu präsentieren. Dabei berichteten sie über bisherige Herausforderungen, von ihren zukünftigen Zielen und von neu geplanten Projekten.
Die ausgezeichneten Preisträger/-innen im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2014 in Hannover (Foto: BfDT)Die ausgezeichneten Preisträger/-innen im Wettbewerb "Aktiv fĂĽr Demokratie und Toleranz" 2014 in Hannover (Foto: BfDT)
Im Laufe der Preisverleihung wurde darĂĽber hinaus das Publikum von zwei tĂĽrkischen Volksliedern, gespielt vom Geschwisterpaar Sinem und Mete Koldere, verzaubert.
Anschließend waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Empfang eingeladen, wo sie die Möglichkeit hatten, miteinander ins Gespräch zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen und alte Bekannte wiederzusehen.

Ziel des Wettbewerbes "Aktiv für Demokratie und Toleranz" ist es, zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland sichtbar zu machen. Der Wettbewerb wird jährlich vom Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt ausgeschrieben. Unter dem Motto "Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden" sollen in der Praxis bewährte, gut nachahmbare Projekte, die bereits eine gewisse Verstetigung vorweisen können, identifiziert und mit Preisgeldern zwischen 1.000 und 5.000 Euro prämiert werden. So können sie als Beispiel guter Praxis für Engagierte andernorts dienen.

Folgende Projekte und Initiativen wurden ausgezeichnet:

Niedersachsen



Preisträger: Boxteam Goslar / Jürgenohl e.V., Goslar
Projektname: Boxteam Goslar / JĂĽrgenohl e.V.


Ausgezeichnet wurde das Projekt Boxteam Goslar / Jürgenohl vom Boxteam Goslar / Jürgenohl e.V. durch  Antje Niewisch-Lennartz, Justizministerin des Landes Niedersachsen (Foto: BfDT)Ausgezeichnet wurde das Projekt Boxteam Goslar / JĂĽrgenohl vom Boxteam Goslar / JĂĽrgenohl e.V. durch Antje Niewisch-Lennartz, Justizministerin des Landes Niedersachsen (Foto: BfDT)
Das Boxteam Goslar/Jürgenohl ist ein beitragsfreies, ehrenamtliches Boxsportprojekt, welches 2008 von der Polizei Goslar, einem Jugendzentrum und dem Weißen Ring für Kinder im Stadtteil Jürgenohl geschaffen wurde, um ihnen eine sinnvolle Freizeitmöglichkeit zu bieten. Beim Training und für die Freizeit gelten klare Regeln wie Fairness und keine Gewalt. Bei Verstoß kommt es zum Ausschluss aus dem Boxteam. Vandalismus und Jugendkriminalität sind seitdem stark zurückgegangen, insgesamt nehmen 75 Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund am Training am Freitagabend teil, das von einem ehrenamtlichen Trainer geleitet wird. Mittlerweile trainieren Kinder aus 17 Nationen in dem Verein. Ziele sind neben einem erfolgreichen Wettkampfsport und Gewaltprävention auch Integration, der Abbau von Vorurteilen gegenüber anderen Nationen, die Unterstützung bei der Suche von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen, sowie bei Behördengängen und beim Erlernen der deutschen Sprache. 2013 hat das Projekt, das fast ausschließlich von einer Einzelperson getragen wird, vier Landesmeister gestellt.
4000 € Preisgeld

Preisträger: gEMiDe beim BTEU e.V., Hannover
Projektname: gEMiDe


gEMiDe beim BTEU e.V. Hannover mit dem Projekt gEMiDe, ausgezeichnet durch Thomas Hermann, Ratsvorsitzender und Bürgermeister der Landeshauptstadt Hannover (Foto: BfDT)gEMiDe beim BTEU e.V. Hannover mit dem Projekt gEMiDe, ausgezeichnet durch Thomas Hermann, Ratsvorsitzender und BĂĽrgermeister der Landeshauptstadt Hannover (Foto: BfDT)
gEMiDe steht für „gesellschaftliches Engagement von Migrantinnen, Migranten und Deutschen“ und bildet eine Schnittstelle zwischen an ehrenamtlicher Tätigkeit interessierten Migrant/-innen und Einheimischen. Migrant/-innen erhalten Qualifizierungen und Unterstützung bei der Suche nach Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements in gesellschaftlichen und sozialen Bereichen, um die Gesellschaft mitzugestalten. Die Migrant/-innen werden motiviert, die deutsche Sprache zu lernen und zu gemeinsamen Ausflügen eingeladen. Ziel ist die Förderung der Integrationsbereitschaft, der individuellen Fähigkeiten sowie der gegenseitigen Anerkennung von Deutschen und Migrant/-innen. Außerdem will gEMiDe die Selbsthilfepotentiale fördern und die Qualifizierung zur Lösung sozialer Probleme,
die Aufrechterhaltung oder Neuorganisation sozialer Kontakte schaffen. Die Teilnehmenden sollen befähigt und unterstützt werden, ihre mitgebrachte Lebensgeschichte in Interaktion mit der neuen Umgebung zu erweitern.
4000 € Preisgeld

Preisträger: Gemeindejugendpflege Algermissen, Algermissen
Projektname: Projekt Demokratie und Toleranz


Gemeindejugendpflege Algermissen mit dem Projekt Demokratie und Toleranz, ausgezeichnet durch Antje Niewisch-Lennartz, Justizministerin des Landes Niedersachsen (Foto: BfDT)Gemeindejugendpflege Algermissen mit dem Projekt Demokratie und Toleranz, ausgezeichnet durch Antje Niewisch-Lennartz, Justizministerin des Landes Niedersachsen (Foto: BfDT)
In der Gemeinde Algermissen gab es im Sommer 2012 Hinweise auf eine verstärkte rechte Orientierung bei Jugendlichen. Daraufhin haben sich ca. 20 Jugendliche, ehrenamtliche Jugendleiter/-innen und Jugendbetreuer/-innen, aus den Bereichen Jugendfeuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz und der Gemeindejugendpflege unter dem Dach der Gemeindejugendpflege zusammengefunden, um an der Projektgruppe „Demokratie und Toleranz" mitzuwirken. Im Rahmen dieses Projekts setzten sie sich gegen Rechtsextremismus und Gewalt und für eine tolerante, gewaltfreie und demokratische Gesellschaft ein. Bis Ende 2013 wurden mehrere Teilprojekte umgesetzt: Es wurden Armbänder und Logos entwickelt, ein Informationsabend mit einem Aussteiger aus der rechten Szene, ein Kreativ-Künstlerischer Wettbewerb mit einem Workshoptag, acht Gruppenprojekte und zwei dezentrale Zukunftswerkstätten, zu denen alle Kinder zwischen 8-18 Jahren mit einem Brief persönlich eingeladen wurden, veranstaltet.
3000 € Preisgeld

Preisträger: Stadtteileltern des FaBiZ, Buxtehude
Projektname: Willkommen Vielfalt – Wir brauchen uns!


Die Stadtteileltern des FaBiZ aus Buxtehude mit ihrem ProjektWillkommen Vielfalt – Wir brauchen uns!, ausgezeichnet durch Barbara Woltmann MdB, Beiratsmitglied des BfDT (Foto: BfDT)Die Stadtteileltern des FaBiZ aus Buxtehude mit ihrem ProjektWillkommen Vielfalt – Wir brauchen uns!, ausgezeichnet durch Barbara Woltmann MdB, Beiratsmitglied des BfDT (Foto: BfDT)
Die Stadtteileltern des FaBiZ in Buxtehude wollen mit dem generationen- und kulturübergreifenden Projekt „Willkommen Vielfalt – Wir brauchen uns!“ kulturelle Brücken bauen. Mit einer Plakat-Wanderausstellung, die 15 Buxtehuder/-innen mit unterschiedlicher Herkunft zeigt, einem Mentoring-Projekt für Schüler/-innen, der Produktion mehrsprachiger Kinderbücher und unterschiedlichen Veranstaltungen sowie Öffentlichkeitsarbeit wurde die Buxtehuder Öffentlichkeit für ein besseres Miteinander und die interkulturelle Öffnung der Aufnahmegesellschaft sensibilisiert. Die Plakatkampagne ist bereits bis 2015 für Ausstellungen im Landkreis gebucht. Durch die Kampagne kam es zur Vernetzung mit anderen Initiativen, Vereinen und Schulen. Eine Schule hat sich von den Plakaten inspirieren lassen und eigene erstellt. Stadtteileltern aus einem anderen Buxtehuder Stadtteil haben eine ähnliche Kampagne gestartet. Zudem geht seit dem Beginn des Projekts Sachbeschädigung und Vandalismus im Stadtteil zurück. Durch den großen Erfolg wurde das Projekt im Oktober und November 2014 fortgesetzt. Für 2015 sind schon weitere Ausstellungseröffnungen und Veranstaltungen geplant.
3000 € Preisgeld

Preisträger: Niedersächsische Landjugend e.V. & Westfälisch-Lippische Landjugend e.V
Projektname: Der Norden ist bunt

Auszeichnung des Projekts Der Norden ist bunt vom Niedersächsische Landjugend e.V. & Westfälisch-Lippische Landjugend e.V. durch Barbara Woltmann MdB, Mitglied im Beirat des BfDT (Foto: BfDT)Auszeichnung des Projekts Der Norden ist bunt vom Niedersächsische Landjugend e.V. & Westfälisch-Lippische Landjugend e.V. durch Barbara Woltmann MdB, Mitglied im Beirat des BfDT (Foto: BfDT)
Das Projekt „Der Norden ist bunt“ entstand als Kooperation der Niedersächsischen und der Westfälisch-Lippischen Landjugend. Ziele sind die Prävention rechtsextremistischer Unterwanderung, ein Statement für eine bunte und vielfältige Landjugend und sich als Verband stark zu machen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt, damit Rechtsextremismus keine Chance hat. Mit einer Foto- und einer Plakataktion, Armbändern und einem Luftballonwettbewerb, die unter anderem beim Deutschen Landjugendtag umgesetzt wurden, konnten viele Ehrenamtliche motiviert werden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und aktiv zu werden. Durch gezielte Imagearbeit sollte eine sehr zielgerichtete und dennoch niederschwellige Aktion entstehen. Das Projekt sollte die Angst der Multiplikator/-innen und Entscheider/-innen im Ehrenamt vor der aktiven Auseinandersetzung mit Antirassismusarbeit nehmen und für alternative Sichtweisen sensibilisieren. Zielgruppe waren vorrangig junge Menschen im ländlichen Raum und die Untergliederungen des eigenen Verbandes sowie Multiplikator/-innen in den Landesverbänden der Landjugend. Durch die Einbindung des Projektes in den Deutschen Landjugendtag konnte die Zielgruppe bundesweit erweitert werden. Darüber hinaus gehörten zur erweiterten Zielgruppen Entscheider/-innen in Verbänden, Vereinen und der Politik sowie andere Jugendverbände innerhalb der Landesjugendringe in den beiden Bundesländern.
3000 € Preisgeld

Preisträger: Netzwerk Jugendhaus Buer e.V., Buer
Projektname: Angekommen – Buer und seine Gastarbeiter


Netzwerk Jugendhaus Buer e.V. mit dem Projekt Angekommen – Buer und seine Gastarbeiter, ausgezeichnet durch Antje Niewisch-Lennartz, Justizministerin des Landes Niedersachsen (Foto: BfDT)Netzwerk Jugendhaus Buer e.V. mit dem Projekt Angekommen – Buer und seine Gastarbeiter, ausgezeichnet durch Antje Niewisch-Lennartz, Justizministerin des Landes Niedersachsen (Foto: BfDT)
Beim Projekt „Angekommen – Buer und seine Gastarbeiter“ des Netzwerks Jugendhaus Buer schrieben Jugendliche der Oberschule Buer ein Buch über die Geschichte der „Gastarbeiter/-innen“. Dieses enthält Biografien, Fotos und Gespräche mit verschiedenen Zeitzeug/-innen, darunter auch damalige Kolleg/-innen, Nachbar/-innen, Geschäfts- und Gaststätteninhaber/-innen sowie Vermieter/-innen. In dem eineinhalb Jahre dauernden Projekt wurden nicht nur Fakten, sondern auch Anekdoten, Gebräuche und Sitten gesammelt und niedergeschrieben. Durch das Projekt sollten nicht nur die Gastarbeitergeschichte festgehalten und Biografien sowie persönliche Erlebnisse der Gastarbeiter/-innen wiedergeben werden. Es ging auch darum, Kontakte zwischen jungen und älteren Menschen und Toleranz zu schaffen. Außerdem sollte die Ortsgeschichte aufgezeigt, verstanden und persönliche Beziehungen hergestellt, sowie kulturelle Brücken gebaut werden. Zudem wurde eine Ausstellung erstellt.
Doris-Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe Niedersachsens, war Schirmherrin des Projekts.
2000 € Preisgeld

Nordrhein-Westfalen



Preisträger: SJC Hövelriege, Hövelhof
Projektname: Erinnerungs- und Kulturarbeit im FuĂźballverein


SJC Hövelriege mit dem Projekt Erinnerungs- und Kulturarbeit im Fußballverein, ausgezeichnet durch Antje Niewisch-Lennartz, Justizministerin des Landes Niedersachsen (Foto: BfDT)SJC Hövelriege mit dem Projekt Erinnerungs- und Kulturarbeit im FuĂźballverein, ausgezeichnet durch Antje Niewisch-Lennartz, Justizministerin des Landes Niedersachsen (Foto: BfDT)
Eine jährliche Jugendreise ins europäische Ausland zum Kennenlernen der Geschichte, Mythologie und Kultur des Landes gehört seit 1973 zu den Traditionen des Vereins SJC Hövelriege (NRW). 2012 fuhren die Fußballer für drei Wochen nach Griechenland. Die Fahrt, die in Kooperation mit dem Jugendheim Hövelriege organisiert wurde, hatte das traurigste Kapitel der deutsch-griechischen Geschichte zum Thema: die deutsche Besetzung von 1941 bis 1944. Die Gedenkstätten der Massaker in Kalvrita und Distomo wurden mit 40 jugendlichen und 20 erwachsenen Fußballern besucht. Außerdem bekamen die Teilnehmenden die Gelegenheit, durch Zeitzeugengespräche einen Eindruck von den schrecklichen Erlebnissen während der deutschen Besetzung zu erhalten. Anschließend wurden diese Erlebnisse in einem Theaterstück mit dem Titel "Du sollst nicht töten!" verarbeitet. An diesem Theaterprojekt waren 12 Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren beteiligt. Durch diese Nachbereitung konnten die gewonnenen Eindrücke weiteren Menschen vermittelt werden.
4000 € Preisgeld

Preisträger: Jugendtheater-Werkstatt e.V., Münster
Projektname: Wer zuletzt lacht, macht das Licht aus.


Das Projekt Wer zuletzt lacht, macht das Licht aus vom Jugendtheater-Werkstatt e.V. Münster, ausgezeichnet durch Barbara Woltmann MdB, Mitglied im Beirat des BfDT (Foto: BfDT)Das Projekt Wer zuletzt lacht, macht das Licht aus vom Jugendtheater-Werkstatt e.V. MĂĽnster, ausgezeichnet durch Barbara Woltmann MdB, Mitglied im Beirat des BfDT (Foto: BfDT)
Der Jugendtheater-Werkstatt e.V. aus Münster produzierte als „Cactus – junges Theater“ im Frühjahr 2013 ein interkulturelles Stück bzw. eine Komödie/Stand-Up Comedy zur "political correctness". Dabei arbeiteten neun Jugendliche mit vorwiegend afrikanischer Migrationsgeschichte und aus Herkunftsländern wie Serbien und Rumänien im Alter von 15 - 21 Jahren zum Thema Humor in und zwischen den Kulturen. Das Stück beleuchtet Begegnungen und Missverständnisse im Alltag humorvoll und sensibilisiert für die Reibung, die entsteht, wenn unterschiedliche Kulturen und unterschiedlicher Humor aufeinanderprallen. Ziel ist es sich bewusst und nachhaltig mit den eigenen Erlebnissen und Anekdoten des "Ausländerseins" im Alltagsleben sowie mit den eigenen Themen humorvoll, selbstironisch und komödiantisch auseinanderzusetzen. Die Premiere wurde am 12. Februar 2014 aufgeführt, es folgten vier weitere Aufführungen.
2000 € Preisgeld

Preisträger: Gemeinsam für Vielfalt, Löhne
Projektname: Löhne gegen Rechts

Gemeinsam für Vielfalt Löhne mit dem Projekt Löhne gegen Rechts, ausgezeichnet durch Barbara Woltmann MdB, Beiratsmitglied des BfDT (Foto: BfDT)Gemeinsam fĂĽr Vielfalt Löhne mit dem Projekt Löhne gegen Rechts, ausgezeichnet durch Barbara Woltmann MdB, Beiratsmitglied des BfDT (Foto: BfDT)
Das Bündnis ,,Gemeinsam für Vielfalt" hat sich im Jahre 2012 anlässlich der Ansiedlung einer sogenannten ,,Botschaft" von Reichsbürger/-innen in Löhne/Westfalen gegründet. Die Reichsbürger/-innen bestreiten die rechtmäßige Existenz der Bundesrepublik Deutschland und dessen Grundgesetz. Sie behaupten, das Deutsche Reich bestünde in den Grenzen von 1937 fort. Sie betrachten ihr ,,Botschaftsgelände" als exterritoriales Staatsgebiet. Darüber hinaus äußern sie sich rassistisch und antisemitisch und betreiben eine sog. ,,Justizopferhilfe" (JOH). Das Bündnis sieht es als seine Aufgabe an, Bürger über die politischen Hintergründe der JOH zu warnen, zu informieren und ihnen bei Rückfragen adäquat Antwort zu geben. Darüber hinaus möchte das Bündnis Bürgern eine Plattform zum Engagement gegen die rechtsradikalen Positionen der Reichsbürger bieten. Das Bündnis organisiert Veranstaltungen wie Vortragsabende, Lesungen, Fahrten und ein Lichtermeer, um deutlich Stellung gegen rechte und antisemitische Botschaften zu beziehen und die Löhner Bürger/-innen zu informieren.
2000 € Preisgeld

Preisträger: JFK Stemwede e.V., Stemwede
Projektname: JUNG – Jugendliche machen Wahlkampf


JFK Stemwede e.V. mit ihrem Projekt JUNG – Jugendliche machen Wahlkampf, ausgezeichnet durch Barbara Woltmann MdB, Mitglied im Beirat des BfDT (Foto: BfDT)JFK Stemwede e.V. mit ihrem Projekt JUNG – Jugendliche machen Wahlkampf, ausgezeichnet durch Barbara Woltmann MdB, Mitglied im Beirat des BfDT (Foto: BfDT)
Der JFK Stemwede e.V. hat mit Jugendlichen aus dem Ort Stemwede eine eigene Partei gegründet: JUNG (jugendlich, unangepasst, neugierig und genial). Sie erarbeiteten ein eigenes Wahlprogramm, fertigten 250 Plakate und eine eigene Internetseite an. Die Forderungen der JUNG waren beispielsweise schnelleres Internet für ganz Stemwede, mehr Sportevents und ein verbessertes öffentliches Verkehrsnetz sowie mehr Jugendtreffpunkte in dem Ort. Zur Wahl selber traten sie nicht an, dafür führten sie eine Elefantenrunde mit Stemweder Politiker/-innen durch. Dabei wurden ausgiebig die Themen der JUNG angesprochen. Mit diesem Projekt, das von Januar bis Mai 2014 durchgeführt wurde, sollten Jugendliche überzeugt werden, dass demokratische Mitbestimmung wichtig ist, Wählen ein gutes Recht ist und junge Themen den etablierten Parteien und Politikern nahe gebracht werden müssen. Der Ort hat 13.446 Einwohner/-innen und liegt in Nordrhein-Westfalen. Dieses Projekt wurde durch 21 Schüler/-innen des Sozialwissenschafts-Kurses der Klasse 9 durchgeführt. 107 wahlberechtigte Schüler/-innen der Stemweder Berg Schule konnten durch dieses Projekt angesprochen, zum Wahlgang motiviert und für das Thema Kommunalpolitik sensibilisiert werden.
1000 € Preisgeld

Große Aufmerksamkeit erfuhr die Preisverleihung und das Engagement der Preisträger in der Presse, Radio und Fernsehen:
Interner LinkNeue Westfälische
Interner LinkOsnabrĂĽcker Zeitung
Interner LinkNiedersächsisches Justizministerium
Interner LinkTageblatt Buxdehude
Interner LinkCactus-Theater
Interner LinkBĂĽndnis 90/Die GrĂĽnen; Belit Onay
Interner LinkWochenblatt
Interner LinkWestfälisch-Lippischen Landjugend e.V.
Interner LinkNeue Westfälische
Interner LinkJuwa Buer
Interner LinkStadt Melle
Interner LinkBĂĽndnis 90/Die GrĂĽnen, Filiz Polat
Interner LinkRadio Westfalica
Interner LinkStadt Stemwede
Interner LinkGeneralanzeiger Goslar
Interner LinkGoslarsche