28.05.2014

Preisverleihungen im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2013 in Düsseldorf

Alle Preisträger/-innen aus Nordrhein-Westfalen
Der Minister für Arbeit, Integration und Soziales, Herr Guntram Schneider, begrüßte die Gäste der Festveranstaltung
BfDT-Beiratsmitglied Herr Leo Monz bei der Urkundenüberreichung an die Preisträger/-innen
Die Jugendinitiative "Fit in Fairplay" des Malteser Hilfsdienst e.V. bei der Vorstellung ihres Projektes
Die musikalische Begleitung rundete das Programm der Festveranstaltung ab
Zum dreizehnten Mal in Folge hat das Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt im Jahr 2013 den Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" ausgeschrieben. 152 Vereine und Initiativen sind dem Aufruf gefolgt und haben eine Bewerbung eingereicht. Davon wurden in einem intensiven Auswertungsprozess im November 2013 vom Beirat des BfDT die 42 Preisträger/-innen ausgewählt.

Ziel des Wettbewerbes „Aktiv für Demokratie und Toleranz" ist es, zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland sichtbar zu machen. Unter dem Motto „Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden" sollen in der Praxis bewährte Projekte, die bereits eine gewisse Verstetigung vorweisen können, prämiert werden. So können sie als Beispiel guter Praxis für Engagierte andernorts dienen.

Die zweite Preisverleihung im Rahmen des Wettbewerbes „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ fand für sechs Preisträger/-innen aus Nordrhein-Westfalen am 29. April 2014 im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf statt. Der Minister für Arbeit, Integration und Soziales, Herr Guntram Schneider, begrüßte die Gäste des Festaktes. Herr Dr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, stellte die Arbeit des BfDT vor. Die Auszeichnung übernahm BfDT-Beiratsmitglied Herr Leo Monz, Leiter des Bereichs Migration & Qualifizierung beim DGB Bildungswerk e. V.

Folgende Projekte und Vereine/Personen wurden ausgezeichnet:

Projekt Deutsch lernen
Dörte Frisch - Velbert

Seit 2011 bietet Dörte Frisch mit ihrem Projekt "Deutsch lernen" kostenlosen Sprachunterricht für Flüchtlinge und Asylbewerber/-innen in Velbert an. Für das Unterrichtsprogramm, das aus einem Anfängerkurs und zwei Fortgeschrittenenkursen besteht, bringt Frau Frisch mehr als zehn Stunden ehrenamtliches Engagement in der Woche auf. Das Unterrichtskonzept ist den Integrationskursen nachgebildet, zu denen die Flüchtlinge und Asylbewerber/-innen keinen Zugang haben. Es bietet somit einen Weg aus Isolation und Ausgrenzung und ermöglicht es den Menschen, die zur Bewältigung des Lebensalltages notwendigen Sprachkenntnisse zu erwerben. Zudem stellt Frau Frisch Kontakt zu Wohlfahrtsverbänden, Volkshochschulen und Kommunalpolitikern her, und lädt diese als Unterrichtsgäste in die Sprachkurse ein. Das Ziel des Projekts geht somit über den Spracherwerb hinaus: durch das gemeinsame Lernen soll eine Begegnungsstätte geschaffen werden, in der sich Lehrende, Lernende und Gäste auf Augenhöhe begegnen. Ausdrücklich gefördert wird die Hilfe der fortgeschrittenen Teilnehmenden gegenüber den Neuzugängen. (ausgezeichnet mit 4000 Euro)

Zukunft braucht Erinnerung
FC Borussia Dröschede e.V. - Iserlohn

In dem Projekt "Zukunft braucht Erinnerung" des FC Borussia Dröschede 1911 e.V. setzte sich der Verein aktiv mit der Geschichte der Judenverfolgung und des Nationalsozialismus auseinander und initiierte eine Reihe von Veranstaltungen und Aktionen. Dazu zählten unter anderem ein Fußball-Jugendturnier, bei dem ein Mahnmal gesetzt sowie die Sonderausstellung "Juden im deutschen Fußball - Juden in Iserlohn" eröffnet wurde. Darüber hinaus feierte der Verein einen Gottesdienst "Fair Play - Fair Life" und organisierte ein Promi-Einlagespiel, bei dem lokale Prominente gegen eine Mixmannschaft A-Junioren zusammen mit Iserlohner Behinderten- Werkstätten antraten. Das Event wurde zugleich genutzt, um mit den Unterlagen "Aktiv gegen Nazis", die an die teilnehmenden Mannschaften verteilt wurden, für Toleranz und Offenheit im Fußball zu werben. Im Vorfeld recherchierten Vereinsmitglieder die Geschichte des FC Borussia Dröschede, informierten sich über ehemalige jüdische Mitglieder und versuchten, deren Schicksale nachzuverfolgen. Zudem nahmen 20 Mitglieder an einem historischen Stadtrundgang sowie 30 an einem Zeitzeugenvortrag teil, um sich auf das Projekt vorzubereiten. (ausgezeichnet mit 3000 Euro)

Geschichte eines Knopfes
KogelStreetNews - Schülerzeitung der GtHS Kogelshäuserstraße - Stolberg
Das Filmprojekt "Geschichte eines Knopfes" entstand zusätzlich zur Arbeit der Schülerzeitung "KogelStreetNews" der Ganztageshauptschule Kogelhäuserstraße in Stolberg. Bei einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am 9. November 1938 erhielten die Schüler/-innen 2011 einen silbernen Knopf aus der Zeit des Nationalsozialismus, der ursprünglich einer jüdischen Stolbergerin gehörte. Sie begannen, die Geschichte des Knopfes sowie der Menschen um ihn herum zu erforschen: Wer waren diese Menschen? Was für ein Schicksal hatten sie? Und was genau geschah in jener Zeit eigentlich? Dabei recherchierten die Jugendlichen im Stadtarchiv und intervieweten Menschen, die von der Zeit des Nationalsozialmus in Stolberg berichten konnten.Entstanden ist ein Film, der eine Geschichte von Liebe, Hass, Feigheit und Mut sowie dem Leben während des Nationalsozialismus erzählt. Das Projekt fand zwischen November 2012 und April 2013 statt. (ausgezeichnet mit 3000 Euro)

Barrierefreier - Integrativer – Sport
TV Schiefbahn 1899 e.V. - Willich

Das Projekt "Barrierefreier - Integrativer - Sport" der Kindersportgruppe des TV Schiefbahn 1899 e.V. in Willich wurde im November 2001 mit dem Ziel gegründet, Barrieren abzubauen und Toleranz durch den Sport zu fördern. Das Projekt richtet sich an Kinder unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft und bindet aktiv junge Menschen mit Beeinträchtigung oder Krankheit in den Sport ein. Durch die gemeinsamen Erfahrungen in der Gruppe soll Akzeptanz und Toleranz im Umgang miteinander geübt und gestärkt werden. Neben dem Sportprogramm, das von Trampolin springen zu Fußballturnieren reicht, setzt sich die integrative Sportgruppe auch außerhalb des Vereins für die Jugendlichen ein. So bietet das Projekt Ferienprogramme und Jugendherbergsfahrten an und hilft seinen Mitgliedern unter anderem bei der Suche nach Lehrstellen und erleichtert für Kinder mit Migrationshintergrund den Einstieg in die deutsche Sprache. Alle Mitarbeitenden sind ehrenamtlich für das Projekt tätig. (ausgezeichnet mit 3000 Euro)

Jugendinitiative "Fit in Fairplay"
Malteser Hilfsdienst e.V. in der Erzdiözese Köln

Die Jugendinitiative "Fit in Fair Play" des Malteser Hilfsdienst e.V. in Köln wird seit 2010 jährlich als Wettbewerb für Kinder und Jugendliche durchgeführt. 2013 organisierte der Malteser Hilfsdienst zudem einen bundesweiten "Fair Play"- Jugendkongress, auf dem sich die Teilnehmenden durch Workshops mit den Themen Mobbing und Gewalt an Schulen auseinandersetzten und aktiv ein faires, respektvolles und gewaltfreies Miteinander üben konnten. Ziel des Projekts ist es, Sozialkompetenzen sowie Gemeinschaftsgefühl der Jugendlichen zu stärken und somit zur Reduzierung von Gewalt auf dem Schulhof und im privaten Bereich beizutragen. Jährlich wird als Ergebnis des Wettbewerbs die "Fair Play Trophy" an das beste Schul- und Sportprojekt überreicht. Neben den Kindern und Jugendlichen werden auch Lehrer/-innen in den Jugendkongress miteinbezogen, und nehmen getrennt von den Schüler/-innen an Vorträgen und Diskussionsrunden teil. Zum Jugendkongress können sich bis zu vier Jugendliche aus Schulen oder Vereinen anmelden, die zuvor ein Projekt eingereicht haben. Alle Workshopleiter/-innen waren ehrenamtlich für das Projekt tätig. Die Organisation lief über vier Hauptamtliche des Malteser Hilfsdiensts e.V. Köln. (ausgezeichnet mit 2000 Euro)

"Handlungsorientierte qualifizierte Schulungsmodule im Rahmen der Aktion NOTEINGANG"
Netzwerk Gewaltprävention und Konfliktregelung Münster

Das "Netzwerk Gewaltprävention und Konfliktregelung Münster" bietet seit 2003 mit dem Projekt "Noteingang" Zivilcourage-Schulungen für jung und alt an. Das multiprofessionelle Team, bestehend aus der Polizei Münster, Beratungsstellen, der Kommune sowie freien Trägern, schult Institutionen und Geschäftsleute, die bereit sind ihre Haltung zur Zivilcourage weiterzuentwickeln. Nur in Verbindung mit der Teilnahme an einer solchen Schulung werden in Münster die Aufkleber mit der Aufschrift "Noteingang" vergeben, die signalisieren, dass diese Einrichtungen und Geschäfte Menschen, die mit oder ohne Gewalt bedroht werden, zur Seite stehen. Ziel des Projektes ist es, Zivilcourage zu stärken, Handlungskompetenz zu vermitteln und die Bereitschaft zur Hilfe sowie die Solidarität mit Betroffenen zu erhöhen. Dadurch sollen rassistische und diskriminierende Übergriffe vorgebeugt werden. Darüber hinaus wird den Teilnehmenden die Möglichkeit zur Vernetzung geboten. Als Multiplikatoren/-innen sorgen sie zudem dafür, dass das Projekt einen nachhaltigen Charakter erhält. „Aktion Noteingang“ wird zu 50 Prozent ehrenamtlich durchgeführt. (ausgezeichnet mit 2000 Euro)

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Pressekontakt:


Johanna Suwelack
Geschäftsstelle Bündnis für Demokratie und Toleranz
in der Bundeszentrale für politische Bildung
Themenbereichsleiterin Öffentlichkeitsarbeit
Friedrichstraße 50
10117 Berlin
Tel +49 (0)30 254504-464
Fax +49 (0)30 254504-478
E-Mail: johanna.suwelack@bpb.bund.de
www.buendnis-toleranz.de