04.05.2008

ÔÇ×Der schwarze PeterÔÇť ein Theaterst├╝ck von Kunstd├╝nger ÔÇô die Agentur f├╝r Kulturdesign

Preistr├Ąger im Wettbewerb "Aktiv f├╝r Demokratie und Toleranz 2007"

Foto: "Der schwarze Peter", Agentur Kunstd├╝nger
Gewalt und Diskriminierung gegenüber dem "schwarzen Peter"Foto: "Der schwarze Peter", Agentur Kunstd├╝nger
Foto: "Der schwarze Peter", Agentur Kunstd├╝nger
von Jean-Francois Drozak
(Kunstd├╝nger - die Agentur f├╝r Kulturdesign)

Das Theaterst├╝ck "Der schwarze Peter" setzt sich mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit auseinander. Das Projekt wurde von ÔÇ×Kunstd├╝nger" - die Agentur f├╝r Kulturdesign aus N├╝rnberg konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband f├╝r das Erzbistum Berlin e.V. - Region Vorpommern im Jahr 2007 in Mecklenburg-Vorpommern aufgef├╝hrt. Die Zielgruppe waren insbesondere Jugendliche aus der Region Ost-Vorpommern, wo rechtsextreme Parteien wie die NPD besonders stark und vergleichbare pr├Ąventive Projekte gegen Rechts eher selten sind. Das Theaterst├╝ck, aufgef├╝hrt von jugendlichen Schauspielern, tourte an Schulen in der Region Anklam. ├ťber 1000 Jugendliche sahen das St├╝ck, dass auf besondere Art und Weise f├╝r die Themen Toleranz und Demokratie sensibilisiert. Das Theaterst├╝ck gewann einen Preis im Rahmen des Wettbewerbs ÔÇ×Aktiv f├╝r Demokratie und Toleranz 2007" des B├╝ndnisses f├╝r Demokratie und Toleranz. Der Preis wurde am 1. April im Rathaus der Hansestadt Stralsund verliehen.

Intention / Handlung
ÔÇ×Toleranz und Demokratie lernen durch Erleben!" lautet das Motto des Pr├Ąventionsprojekts ÔÇ×Der schwarze Peter", das sich vor allem gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wendet. Die Sch├╝ler werden direkt mit Demokratie und Toleranz konfrontiert, anstatt nur einen moralischen Vortrag zu erleben. Die direkte Teilnahme per Abstimmung vermittelt den Sch├╝lern spielerisch Grundwerte der Demokratie.

Als Peter eines Morgens aufwacht, muss er mit erschrecken erkennen, dass sich seine Hautfarbe ver├Ąndert hat. Zun├Ąchst glaubt er die Verf├Ąrbung abwaschen zu k├Ânnen. Er muss allerdings bald begreifen, dass die Farbe von seiner Haut nicht mehr abgeht. In der Klinik sagt man Peter, er sei v├Âllig gesund. Er geht in die Schule, wo er aufgrund seiner neuen Hautfarbe von seinen Mitsch├╝ler schikaniert wird. Die Lehrkr├Ąfte sind ├╝berfordert und wissen mit der Situation nicht umzugehen. Peters Freunde und sein Bruder distanzieren sich von ihm. Vorlage zur Entwicklung des Theaterst├╝cks war die Hauptfigur ÔÇ×Gregor Samsa" des Romans ÔÇ×Die Verwandlung" von Franz Kafka. Samsa wacht eines Tages als ├╝berdimensionaler K├Ąfer auf und muss sich in seiner neuen Rolle zurechtfinden. Die daraus entstehenden Probleme und Konflikte mit dem Umfeld inspirierten zu dem St├╝ck ÔÇ×Der schwarze Peter".

Die aktive Teilnahme am St├╝ck wird von den Zuschauern immer wieder gefordert. Die Sch├╝ler stimmen bei brenzligen Situationen demokratisch ab. Der Handlungsverlauf liegt in der Hand der Zuschauer. Eigene Entscheidungen m├╝ssen getroffen werden, die Hauptfigur muss die Konsequenzen tragen und lernen, mit sich und ihrer Umgebung klar zu kommen. Einige Sch├╝ler werden vom Moderator nach ihren Entscheidungen befragt, die Thematik wird vertieft und diskutiert.

Erfahrungswerte
F├╝r die Zuschauer spiegelt die Geschichte um Peter, der aufgrund seiner Hautfarbe diskriminiert wird, Teile der Realit├Ąt wider. Das St├╝ck scheint den Sch├╝lern nicht unbekannt zu sein, Schl├Ągereien und Gewalt sind an der Tagesordnung. Trotz Gel├Ąchter und abf├Ąlliger Kommentare sind auch viele nachdenklich gestimmte Gesichter im Publikum zu sehen. Die Nacharbeit der Lehrkr├Ąfte mit dem Begleitheft ist ein wichtiger Bestandteil einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema. Der Bedarf an der Auseinandersetzung mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit ist hoch und gerade in Deutschland von gro├čer Wichtigkeit.

Ethnische Vorurteile ablegen / Aufeinander zugehen
Der konstruktive Umgang mit anderen Kulturen ist eine Grundkompetenz, die Jugendliche in Deutschland erlernen m├╝ssen.

Ethnische Diskriminierung hautnah erlebt / Eigene Entscheidungen treffen
Die Zuschauer k├Ânnen sich in dem lebensnahen St├╝ck in das Opfer hineinversetzen. Sie werden in das Geschehen eingebunden, indem sie entscheiden, was als n├Ąchstes passiert.

Nachhaltigkeit durch Nacharbeit
Das Beiheft f├╝r die Lehrkr├Ąfte der jeweiligen Schulen ist wichtiger Baustein des Pr├Ąventionsprojekts. Es dient zur Vertiefung und Aufarbeitung der Thematik.



Interner LinkKunstd├╝nger - Die Agentur f├╝r Kulturdesign