30.05.2012

„Die Teilnehmer haben Lust, sich auch über den Kongress hinaus auszutauschen“

Benjamin Winkler, vom „Netzwerk für Demokratie und Courage“ im Interview

Benjamin Winkler vom "Netzwerk für Demokratie und Courage"
Workshop "First Generation - Kick-off Workshop für ein Peer-Netzwerk"
Was bleibt nach drei Tagen Jugendkongress? Erstmals gibt es dieses Jahr die Möglichkeit, sich langfristig zu vernetzen und auch nach dem Jugendkongress gemeinsam Aktionen ins Leben zu rufen, bzw. sich auszutauschen. Dazu veranstaltete das „Netzwerk für Demokratie und Courage“ den Workshop „First Generation – Kick-off Workshop für ein Peer-Netzwerk“. Wie lief das ab? Benjamin Winkler, vom „Netzwerk für Demokratie und Courage“ im Interview.

Worum geht es in dem Workshop?


Die Idee ist, das Potential der vielen Jugendlichen, die hier zusammenkommen, zu nutzen, um zu überlegen, wie über den Kongress hinaus eine Vernetzung aussehen könnte. Wir wollten gar nicht so viele Inhalte vorgeben, sondern mit der Kreativität der Teilnehmenden arbeiten. Wo haben die schon Ideen? Wo sind die schon aktiv? Was kann Vernetzung bringen?

Der erste Workshop ist jetzt vorbei, nach der Mittagspause folgt ein zweiter. Wie lief es denn bisher?


Sehr erfolgreich! Das Konzept, keine Themen vorzugeben, war für die Teilnehmenden gut. Gleich am Anfang haben sie schon begonnen, viele Themen aufzuschreiben. Wir haben eine Zukunftswerkstatt gemacht, das heißt, die Teilnehmenden sollten überlegen: Was gibt es für Probleme in meinem Umfeld, in der Gesellschaft? Und: Was kann ich eigentlich dagegen tun? Was habe ich für Visionen? Zum Schluss sind wir konkreter geworden und haben erarbeitet: Was kann mir ein Austausch bei den einzelnen Themenschwerpunkten bringen? Was brauche ich für gemeinsame Projekte? Die Ergebnisse sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Teilnehmer Lust haben, sich auch über den Kongress hinaus auszutauschen und eigene Schwerpunkte zu setzen.

Was sind das für Schwerpunkte, die entwickelt wurden?


Wir hatten drei grobe Themen: Einerseits ging es um Auseinandersetzungen mit Religionen. Hier gibt es noch viele Vorurteile. Dann ist durch die Auseinandersetzung mit dem NSU auch das Thema Rechtsextremismus sehr präsent. Was kann ich machen, wenn ich von einem rechtsextremen Vorfall erfahre? Das dritte Thema war Diskriminierung allgemein. Hier haben wir auch Diskriminierung von Jugendlichen besprochen. Ein Teilnehmer hat zum Beispiel gesagt, es gebe in seiner Gegend einen Seniorenbeirat aber kein Jugendparlament. Das kann nicht sein! Auch Diskriminierung von Migranten war eins unserer Themen.

Wie soll es nach dem Workshop weitergehen?

Die Teilnehmenden wünschen sich weitere Vernetzung und Treffen, zum Beispiel im Rahmen von sozialen Netzwerken. Weil das heute ein erster Kick-Off-Workshop war, brauchen wir für eine richtige Vernetzung noch einmal ein richtiges Treffen mit mehr Zeit. Unsere Rolle ist es, das dann zu moderieren und zu begleiten. Die Teilnehmer sollen sich dort zurücklehnen können, sie sollen kommen, um gemeinsam etwas umzusetzen und sich nicht um die ganzen organisatorischen Fragen kümmern müssen.