01.06.2010

Wir sind die Teilnehmer beim Jugendkongress 2010!

Jugendgruppen im Portrait

An dieser Stelle lassen wir die zu Wort kommen, um die es beim Jugendkongress geht: Die Jugendlichen und ihre Betreuer! Wir haben drei Gruppen ausgewählt, um die Teilnehmer vorzustellen.


AFS Interkulturelle Begegnungen




Foto: Susanne Rosenthal (ganz links) und die Jugendgruppe von AFS Interkulturelle Begegnungen
Betreuerin Susanne Rosenthal, Ariel Rodriguez und Mariela Trelles erzählen.

„AFS ist eine der größten Austauschorganisationen auf ehrenamtlicher Basis in Deutschland. 2008 haben wir das 60-jährige Bestehen gefeiert. AFS hat ein weltweites Netzwerk, unsere Austauschschüler kommen aus über 50 Ländern. Im Vordergrund stehen der interkulturelle Austausch und das interkulturelle Lernen, also nicht unbedingt das Lernen einer anderen Sprache.

Ich bin zu AFS gekommen, weil mein Sohn ins Ausland gegangen ist und wir einen Austauschschüler aufgenommen haben. Da haben wir Feuer gefangen. Für mich ist die Arbeit bei AFS eine echte Bereicherung. Die Schüler werden vorbereitet und von uns begleitet. Wir haben drei Camps für alle Teilnehmer während des Austausches – eins zu Beginn, ein Midstay-Camp und eins am Ende. Das Midstay-Camp koordinieren wir zeitlich mit dem Jugendkongress. Da haben die Jugendlichen die Möglichkeit, noch andere Gastfamilien und Städte kennenzulernen und am Jugendkongress teilzunehmen, was immer eine tolle Erfahrung ist. In diesem Jahr haben wir wieder Austauschschüler aus den unterschiedlichsten Ländern mitgebracht.“

„Ich bin Ariel und komme aus Chile. Mit AFS bin ich in Jena. Das Midstay-Camp und der Jugendkongress sind super. So kann ich auch Berlin kennenlernen, die Hauptstadt von Deutschland. Durch den Jugendkongress kann ich die deutsche Kultur viel besser kennenlernen, als wenn man sich nur zum Spaß trifft. So kann ich auch sehen, ob es richtig ist, was man in anderen Ländern über Deutschland denkt. Viele sagen, die Deutschen sind kalt, das ist aber gar nicht so.“

„Ich bin Mariela aus Equador. Der Austausch mit AFS ist toll. Man lernt nicht nur die Sprache, sondern auch die andere Kultur kennen. Ich finde auch den Jugendkongress toll. Die Leute sind so offen, sie helfen einander und wollen voneinander lernen. Beim Jugendkongress finde ich besonders interessant, zu erfahren, was Deutsche über Demokratie und Toleranz denken und was für eine Bedeutung sie für sie haben.“

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold




Foto: Die Gruppe des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold mit Florian Kaiser (1. Reihe, 2. v.l.) und Hans Bonkas (1. Reihe 4. v.l.)
Florian Kaiser stellt vor.

„Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold wurde schon 1924 gegründet. Man hat damals die Republik schützen wollen durch die Gruppen und Parteien, die hinter ihr standen. 1933 wurde das Reichsbanner wie viele andere Gruppen zerschlagen und verboten und die Mitglieder verfolgt. Viele gingen in den Widerstand. Wiederbelebt wurde das Reichsbanner in den 50er Jahren und hat sich dann die Bildungsarbeit zum alleinigen Auftrag gemacht. Wir möchten anhand der von Diktatur geprägten deutschen Geschichte jungen Menschen den Wert der Demokratie begreiflich machen. Und das nicht mit verstaubten Büchern, sondern im Gespräch mit Zeitzeugen des Nationalsozialismus und der sowjetischen Besatzungszone, und der Begegnung am historischen Ort. Eine typische Zusammenarbeit mit Schulen ist zum Beispiel das Organisieren von Zeitzeugengesprächen. Auch unsere Ausstellung bringen wir an die Schulen, die sich mit dem Kampf um die Demokratie von 1924-1932 beschäftigt. Wir bieten außerdem Seminare und Ausflüge an. Die Schüler wissen sehr zu schätzen, wenn sie Geschichte mal abseits von Büchern kennenlernen. Viele sagen: "Ich habe in einer Woche in Berlin mehr gelernt, als in einem Jahr Unterricht." Der Jugendkongress ist so eine Veranstaltung.

Die Reise hierher macht immer sehr viel Spaß, ist aber auch eine kleine Herausforderung. Die Schüler haben ja viele verschiedene Hintergründe. Die muss man erstmal sammeln und kennenlernen. Die Teilnehmer in diesem Jahr sind wirklich sehr aktiv, engagiert und nicht auf den Mund gefallen. Zum einen ist der Jugendkongress für sie eine Belohnung. Zum anderen gibt er ihnen noch mal einen Anstoß. Hier lernen sie viele andere Menschen und ihre Initiativen kennen. Das saugen sie auf wie ein Schwamm. Sie bekommen viele Anregungen, die ja auch für ihre eigene Arbeit wichtig sind. Das nehmen sie auch wahr, ich finde das klasse.“

BĂĽrgerbĂĽndnis Werler Workshop Werte




Foto: Jeannine Bechhaus (hinten rechts) und die Gruppe des BĂĽrgerbĂĽndnisses Werler Workshop Werte
Betreuerin Jeannine Bechhaus, Ricardo Bergmann und Kira Kuhlmann geben Auskunft.

„In Werl hatte 2009 die NPD angefragt, ob sie die Stadthalle mieten könnte. Das Bürgerbündnis hat das verhindert, in dem es ein Festival der Toleranz zum gleichen Termin in der Stadthalle veranstaltete. Dieses Jahr hat die NPD es nicht versucht, aber weil das Festival so gut lief, gab es das Festival auch dieses Jahr. Wir alle hier haben daran teilgenommen und das Rahmenprogramm gestaltet, mit der Theatergruppe „Stagediver“, die ich leite, und mit einer Podiumsdiskussion. Es sind viele Jugendliche an Bord, aber auch viele Erwachsene, die für Toleranz einstehen wollen.“

„Zum Jugendkongress wollte ich, weil ich Berlin spannend finde. Außerdem ist es toll, andere Jugendliche zu treffen und ihre vielen verschiedenen Organisationen und Projekte kennenzulernen. Das motiviert. Man guckt auch nach Ideen für eigene Projekte. Es ist echt cool hier.“

„Als wir zum Jugendkongress eingeladen wurden, haben wir uns gefreut und gleich gesagt: Das ist eine Riesenchance, da machen wir mit! Auch um neue Perspektiven kennenzulernen. Gestern zum Beispiel haben wir Jugendliche von der Freiwilligen Feuerwehr getroffen. Das war total spannend. Ich hätte von mir aus nicht die Freiwillige Feuerwehr mit Demokratie und Toleranz in Verbindung gebracht. Aber die haben richtig tolle Projekte. Man bewegt sich hier wirklich mal vom eigenen Tellerrand weg. Ich hatte zwar keine bestimmten Erwartungen an den Kongress, aber bisher habe ich keine negativen Punkte entdeckt und werde sie bestimmt auch nicht entdecken.“