19.02.2020

Rückblick: "Bürgerdialog – Gemeinsam aktiv gegen Antiziganismus" in Dortmund

Am vergangenen Wochenende führte das BfDT gemeinsam mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der Stadt Dortmund eine zweitägige Veranstaltung zu neuen Formen der Partizipation im Bereich des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen Antiziganismus durch.

Rund 100 Teilnehmende aus sieben Bundesländern kamen im Dortmunder U zusammen, um die Methode „Bürgerdialog“ als Möglichkeit der Begegnung kennen- und anwenden zu lernen und sich gezielt mit Fragen des Engagements gegen Antiziganismus in ihrem Arbeitsfeld auseinanderzusetzen.
Emran Elmazi ©BfDTEmran Elmazi ©BfDT

Die Veranstaltung begann mit einer Schweigeminute für die Opfer des rechtsextremistischen Anschlags in Hanau. In Vertretung für Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, der wegen des Anschlags in Hanau die Angehörigen der Opfer der Minderheit besuchte, führte Emran Elmazi, Leiter des Referats „Dialog“ im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, am Freitagmittag in die Thematik ein. Er betonte dabei die Notwendigkeit neuer Formate zur Überwindung gesellschaftlicher Risse: „Wenn wir die Entwicklungen der letzten Jahre betrachten, dann ist es so, als sei unsere demokratische Gesellschaft, der wir über 70 Jahre inneren und äußeren Frieden verdanken, ernsthaft bedroht. Hier dürfen wir als Zivilgesellschaft nicht wegschauen, hier müssen wir den Finger immer wieder in die Wunde legen. Bürgerdialoge bieten die Möglichkeit, in einem demokratischen und integrativen Format gegen den Antiziganismus in der Gesellschaft vorzugehen.“ Gerade in Anbetracht der dramatischen Ereignisse vom 19. Februar in Hanau schienen die Worte aktueller denn je.

Impulse von Edzard Schönrock, Kommunikationsexperte bei BürgerDIALOG, der die Methode Bürgerdialog auf der theoretischen Ebene vorstellte, sowie Oswald Marschall, Vorsitzender des Bildungszentrums „Mer Ketne Wir Zusammen!“ in Minden, erfahrener Praktiker für die Anwendung von Bürgerdialogen jeglicher Art, legten den Grundstein für die anschließende vertiefende Arbeit. In vier Werkstätten erarbeiteten sich die Teilnehmenden den Bürgerdialog mit seinen Rahmen- und Gelingensbedingungen. Zum Abschluss des Tages zeigten die lebhaften Romano Than Kids aus Dortmund traditionelle rumänische Roma-Tänze und eigens choreographierte HipHop-Darbietungen.

Werkstatt "Hate Speech online melden!" © BfDTWerkstatt "Hate Speech online melden!" © BfDT
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der praktischen Anwendung des am Vortag Besprochenen. In Werkstätten zu Möglichkeiten der Begegnung und Sensibilisierung in Vereinen, der Nachbarschaft, Bildungseinrichtungen und sozialen Medien wurde am Samstag die konkrete Umsetzung des Bürgerdialogs in der ehrenamtlich-zivilgesellschaftlichen Arbeit gegen Antiziganismus diskutiert und praktiziert. Es herrschte ein reger Austausch zwischen Referierenden und Teilnehmenden, aber auch der Teilnehmenden untereinander. Beispiele guter Praxis und Erfahrungen wurden ausgetauscht. Die aktive Vernetzung fand nicht nur hier, sondern auch intensiv während der Pausen statt.

Am Tagungsort Dortmund gibt es bereits eine Tradition und viel Best Practice-Beispiele in der interkulturellen Begegnungsarbeit. „Dortmund ist eine Stadt der Kulturen und eine Einwanderungsstadt, in der der inter- und transkulturelle Dialog seit langem praktiziert wird“, sagte Dortmunds Stadtdirektor Jörg Stüdemann, der an beiden Veranstaltungstagen in den Werkstätten engagiert mitwirkte.

Zusammenfassung und Ausblick © BfDTZusammenfassung und Ausblick © BfDT
Die Veranstaltung konnte während der zwei Tage einen großen Beitrag für den Austausch zwischen der Minderheit und der Mehrheitsgesellschaft leisten. Zeitgleich wurde auch die Methode des Bürgerdialogs als Möglichkeit der Begegnung den Teilnehmenden bekannt(er) gemacht. Als Fazit lässt sich Folgendes festhalten: „Es ist wichtig, dass wir mehr voneinander wissen und statt Vorurteilen und Stereotypen das Gespräch miteinander in den Vordergrund stellen […]“, wie Dr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, die Veranstaltung zusammenfasste. Die Verstetigung des Dialogs zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen darf nicht vernachlässigt werden und muss fortgeführt werden, um Vorbehalte abbauen zu können und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu stärken.

Wir bedanken uns auch an dieser Stelle nochmals bei allen Referentinnen und Referenten, die, zum Teil selbst aus der ehrenamtlichen Arbeit kommend, ihr Know How aktiv geteilt und damit wesentlich zum engagierten Diskurs beigetragen haben. Auch bei allen Teilnehmenden bedanken wir uns für ihre engagierte Mitgestaltung!



Interner LinkHier finden Sie weitere Impressionen der Veranstaltung.



Am vergangenen Wochenende führte das BfDT gemeinsam mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der Stadt Dortmund eine zweitägige Veranstaltung zu neuen Formen der Partizipation im Bereich des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen Antiziganismus durch.

Rund 100 Teilnehmende aus sieben Bundesländern kamen im Dortmunder U zusammen, um die Methode „Bürgerdialog“ als Möglichkeit der Begegnung kennen- und anwenden zu lernen und sich gezielt mit Fragen des Engagements gegen Antiziganismus in ihrem Arbeitsfeld auseinanderzusetzen.
Emran Elmazi ©BfDTEmran Elmazi ©BfDT

Die Veranstaltung begann mit einer Schweigeminute für die Opfer des rechtsextremistischen Anschlags in Hanau. In Vertretung für Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, der wegen des Anschlags in Hanau die Angehörigen der Opfer aus der Minderheit besuchte, führte Emran Elmazi, Leiter des Referats „Dialog“ im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, am Freitagmittag in die Thematik ein. Er betonte dabei die Notwendigkeit neuer Formate zur Überwindung gesellschaftlicher Risse: „Wenn wir die Entwicklungen der letzten Jahre betrachten, dann ist es so, als sei unsere demokratische Gesellschaft, der wir über 70 Jahre inneren und äußeren Frieden verdanken, ernsthaft bedroht. Hier dürfen wir als Zivilgesellschaft nicht wegschauen, hier müssen wir den Finger immer wieder in die Wunde legen. Bürgerdialoge bieten die Möglichkeit, in einem demokratischen und integrativen Format gegen den Antiziganismus in der Gesellschaft vorzugehen.“ Gerade in Anbetracht der dramatischen Ereignisse vom 19. Februar in Hanau schienen die Worte aktueller denn je.

Impulse von Edzard Schönrock, Kommunikationsexperte bei BürgerDIALOG, der die Methode Bürgerdialog auf der theoretischen Ebene vorstellte, sowie Oswald Marschall, Vorsitzender des Bildungszentrums „Mer Ketne Wir Zusammen!“ in Minden, erfahrener Praktiker für die Anwendung von Bürgerdialogen jeglicher Art, legten den Grundstein für die anschließende vertiefende Arbeit. In vier Werkstätten erarbeiteten sich die Teilnehmenden den Bürgerdialog mit seinen Rahmen- und Gelingensbedingungen. Zum Abschluss des Tages zeigten die lebhaften Romano Than Kids aus Dortmund traditionelle rumänische Roma-Tänze und eigens choreographierte HipHop-Darbietungen.

Werkstatt "Hate Speech online melden!" © BfDTWerkstatt "Hate Speech online melden!" © BfDT
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der praktischen Anwendung des am Vortag Besprochenen. In Werkstätten zu Möglichkeiten der Begegnung und Sensibilisierung in Vereinen, der Nachbarschaft, Bildungseinrichtungen und sozialen Medien wurde am Samstag die konkrete Umsetzung des Bürgerdialogs in der ehrenamtlich-zivilgesellschaftlichen Arbeit gegen Antiziganismus diskutiert und praktiziert. Es herrschte ein reger Austausch zwischen Referierenden und Teilnehmenden, aber auch der Teilnehmenden untereinander. Beispiele guter Praxis und Erfahrungen wurden ausgetauscht. Die aktive Vernetzung fand nicht nur hier, sondern auch intensiv während der Pausen statt.

Am Tagungsort Dortmund gibt es bereits eine Tradition und viel Best Practice-Beispiele in der interkulturellen Begegnungsarbeit. „Dortmund ist eine Stadt der Kulturen und eine Einwanderungsstadt, in der der inter- und transkulturelle Dialog seit langem praktiziert wird“, sagte Dortmunds Stadtdirektor Jörg Stüdemann, der an beiden Veranstaltungstagen in den Werkstätten engagiert mitwirkte.

Jörg Stüdemann, Oswald Marschall, Dr. Gregor Rosenthal © BfDTJörg Stüdemann, Oswald Marschall, Dr. Gregor Rosenthal © BfDT

Die Veranstaltung konnte während der zwei Tage einen großen Beitrag für den Austausch zwischen der Minderheit und der Mehrheitsgesellschaft leisten. Zeitgleich wurde auch die Methode des Bürgerdialogs als Möglichkeit der Begegnung den Teilnehmenden bekannt(er) gemacht. Als Fazit lässt sich Folgendes festhalten: „Es ist wichtig, dass wir mehr voneinander wissen und statt Vorurteilen und Stereotypen das Gespräch miteinander in den Vordergrund stellen […]“, wie Dr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, die Veranstaltung zusammenfasste. Die Verstetigung des Dialogs zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen darf nicht vernachlässigt werden und muss fortgeführt werden, um Vorbehalte abbauen zu können und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu stärken.

Wir bedanken uns auch an dieser Stelle nochmals bei allen Referentinnen und Referenten, die, zum Teil selbst aus der ehrenamtlichen Arbeit kommend, ihr Know How aktiv geteilt und damit wesentlich zum engagierten Diskurs beigetragen haben. Auch bei allen Teilnehmenden bedanken wir uns für ihre engagierte Mitgestaltung!



Interner LinkHier finden Sie weitere Impressionen der Veranstaltung.