09.11.2015

Vereine stark machen – 5. Nachmittag fĂŒr Vielfalt im Fußball

Dr. Peter Beckers, Bezirksstadtrat in Kreuzberg für Wirtschaft, Ordnung, Schule und Sport, begrüßte die Gäste (Foto: BfDT)Dr. Peter Beckers, Bezirksstadtrat in Kreuzberg fĂŒr Wirtschaft, Ordnung, Schule und Sport, begrĂŒĂŸte die GĂ€ste (Foto: BfDT)
Bereits zum fĂŒnften Mal fand am 6. November 2015 der Nachmittag fĂŒr Vielfalt im Fußball im Rathaus Kreuzberg statt. 100 vorwiegend ehrenamtlich im Sport Engagierte aus Berlin und Umgebung waren der Einladung gefolgt, um ĂŒber Respekt, Toleranz, Fairness und GewaltprĂ€vention auf und neben dem Fußballplatz zu diskutieren. Aber auch Teilnehmer/-innen aus Hamburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen, die sich von der Arbeit verschiedener Initiativen und Vereine inspirieren lassen, Kontakte knĂŒpfen und aktuelle Problemstellungen diskutieren wollten, reisten an.

Andreas Statzkowski, Staatssekretär für die Senatsverwaltung für Inneres und Sport des Landes Berlin, bei seinem Grußwort (Foto: BfDT)Andreas Statzkowski, StaatssekretĂ€r fĂŒr die Senatsverwaltung fĂŒr Inneres und Sport des Landes Berlin, bei seinem Grußwort (Foto: BfDT)
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch ein Grußwort von Dr. Peter Beckers, Bezirksstadtrat in Kreuzberg fĂŒr Wirtschaft, Ordnung, Schule und Sport, der das Thema der Veranstaltung als „Fragen, die den Fußball, die Gesellschaft und den Kiez tangieren“ zusammenfasste. Angesichts der aktuellen Lage nutzte er die Gelegenheit allerdings auch um fĂŒr VerstĂ€ndnis zu werben, dass zurzeit vermehrt Sporthallen als UnterkĂŒnfte fĂŒr GeflĂŒchtete genutzt wĂŒrden und der Sport erst einmal hinten anstehen mĂŒsse. Fußball sei mehr als nur ein entspannender und attraktiver Zeitvertreib, so Andreas Statzkowski, StaatssekretĂ€r fĂŒr die Senatsverwaltung fĂŒr Inneres und Sport des Landes Berlin, in seinem Grußwort. Deutschland sei mit 6,5 Millionen aktiven Fußballspielern in 27.000 organisierten Vereinen zweifelsohne eine Fußballnation und dies solle man sich zu Nutze machen: Es sei essentiell, Fairness, Toleranz und Respekt immer wieder einzufordern. Fußball könne einen „Einstieg in unsere Gesellschaft“ ermöglichen und helfen kulturelle, gesellschaftliche und soziale Unterschiede zu ĂŒberwinden.

Die Eröffnungsrunde mit Vertretern der Veranstalter (Foto: BfDT)Die Eröffnungsrunde mit Vertretern der Veranstalter (Foto: BfDT)
In einer kurzen Eröffnungsrunde stellten die Veranstalter ihre Motivation, den Nachmittag fĂŒr den Fußball zum 5. Mal anzubieten, vor. Bernd Schultz, PrĂ€sident des Berliner Fußball-Verbandes, rĂ€umte Herausforderungen im Fußball ein: SpielabbrĂŒche, Übergriffe auf Schiris und fehlende Toleranz gebe es weiterhin – weshalb Veranstaltungen wie diese sowie eine prĂ€ventive Jugendarbeit zentrale und vielversprechende LösungsansĂ€tze seien.

Gerade bei dem Thema Homophobie sieht Jörg Steinert, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg, noch viel Handlungsbedarf. Es gebe zwar Fortschritte zu verzeichnen, betonte er, aber er wĂŒnschte sich u.a. mehr Vereine, die sich an der AufklĂ€rungs- und Sensibilisierungskampagne „Rote Karte fĂŒr Homophobie“ beteiligen, die der Berliner Fußball-Verband gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg 2013 ins Leben gerufen hat.

Das BfDT wolle die ehrenamtlichen Akteure im Fußball unterstĂŒtzen und vernetzen. Zudem sei der Sport ein gutes Instrument, um Werte wie Toleranz, Antidiskriminierung und Respekt zu vermitteln. Denn um die Gesellschaft zu verĂ€ndern, mĂŒsse auch der Sport in den Blick genommen werden, erklĂ€rte Johanna Suwelack vom BĂŒndnis fĂŒr Demokratie und Toleranz.

Moderator Boris Knoblich bei der Befragung einzelner Teilnehmer/-innen in der Abschlussrunde (Foto: BfDT)Moderator Boris Knoblich bei der Befragung einzelner Teilnehmer/-innen in der Abschlussrunde (Foto: BfDT)
Anschließend konnten die Teilnehmenden in fĂŒnf praxisorientierten WerkstĂ€tten Ideen entwickeln um das Klima auf den FußballplĂ€tzen weiter zu verbessern. Dort wurden zahlreiche Fragen aufgeworfen: Wie kann der Umgang mit Schiedsrichtern verbessert werden? Was können Vereine gegen Homophobie tun? Wie lassen sich GeflĂŒchtete in Fußballvereine integrieren? Was tun bei sexuellen Übergriffen im Fußball? Und wie können effiziente Netzwerke im Kiez geschaffen werden?

In einer kurzweiligen Abschlussrunde befragte Moderator Boris Knoblich einzelne Teilnehmer/-innen zu ihrer persönlichen Motivation, die jeweilige Werkstatt besucht zu haben sowie nach den in den WerkstÀtten diskutierten Inhalten und Ergebnissen.

Anschließend bot die „3. Halbzeit“ Gelegenheit, sich auszutauschen und zu vernetzen sowie den Markt der Möglichkeiten zu besuchen, auf dem sich Projekte und Initiativen prĂ€sentierten.

Der 5. Nachmittag fĂŒr Vielfalt im Fußball im Rathaus Kreuzberg wurde vom BfDT gemeinsam mit dem Berliner Fußball-Verband e.V. (BFV), dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg und der Landeskommission Berlin gegen Gewalt organisiert.

Download-IconHier finden Sie die Dokumentation zu den einzelnen WerkstÀtten.