1000 Buchen

Unter dem Namen „1000 Buchen“ lässt das Lebenshilfe-Werk (LHW) Weimar Apolda seit 1999 zur Erinnerung an die Todesmärsche aus dem KZ Buchenwald sowie an die Opfer des Euthanasieprogrammes der Nationalsozialisten entlang der ehemaligen Route der Häftlinge des KZ einen lebendigen Erinnerungsweg entstehen. Dabei pflanzen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Bäume, um nicht nur an vergangenes Unrecht zu erinnern, sondern auch ein Zeichen für das Leben sowie für eine weltoffene und vielfältige Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Rassismus zu setzen. Für jeden Baum gibt es einen Baumpaten oder eine Baumpatin. Diese übernehmen die Kosten für Pflanzung und Pflege in den ersten drei Jahren. Die Pflege selbst übernimmt die Gartengruppe des LHW. Die Gartengruppe besteht aus Menschen mit Behinderungen, die in der Landschaftspflege tätig sind. Parallel dazu fand noch bis zum 20.09.2020 die Ausstellung „Euthanasie-Morde“ im Kulturzentrum „mon ami“ in Weimar statt, welche sich mit der Ermordung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen während der NS-Zeit beschäftigt. Die Führungen wurden von Menschen mit Behinderung begleitet, um eine Betroffenenperspektive zu ermöglichen. Ein besonderes Anliegen des Vereins ist neben der Erinnerungskultur auch die Inklusion von Menschen mit Behinderung.

Das Projekt wurde 1999 anlässlich des Ereignisses „Weimar – Kulturhauptstadt Europas 1999“ ins Leben gerufen. Seitdem wurden in 57 Pflanzaktionen insgesamt 122 Bäume gepflanzt. Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des KZ Buchenwald war eine große Pflanzaktion mit mehreren internationalen Akteur/-innen geplant, welche aufgrund der Pandemie bis auf Weiteres verschoben wurde.

Preisträger im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2020, Preisgeld 2.000 €


Themen:Extremismus, Antisemitismus
Projektträger:Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. (LHW)
Ansprechpartner/-in:Susan BlĂĽmel
E-Mail:s.bluemel@lhw-we-ap.de
Internet:https://lebenshilfewerk-weimar-apolda.de/