JĂĽdisches Leben und Antisemitismus

Der Sprachbrücke Halle e.V. betreut und unterstützt arabisch sprechende Geflüchtete, und will mit seinem Projekt „Jüdisches Leben und Antisemitismus“ im Rahmen des Sachsen-Anhaltinischen Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit die Wahrnehmung für Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus und antidemokratische Einstellungen stärken, indem er auf die Parallelen zum Antiislamismus hinweist, den die Migrant/-innen selbst erleben. In diesem Kontext organisierte er eine Fahrt zum Jüdischen Museum in Berlin. Zur Zielgruppe zählten geflüchtete und muslimische Frauen, die dort Themen wie Antisemitismus und jüdisches Leben diskutierten. Ziel war es, einen Dialog auf Augenhöhe zu initiieren und das Wissen rund um die Themen zu erweitern. Im Anschluss wurden die Erkenntnisse des Besuches evaluiert und Parallelen zwischen der islamischen und jüdischen Geschichte, aber auch zwischen antimuslimischem Rassismus und Antisemitismus besprochen. Für 2020 ist ein Folgeprojekt geplant. Anlass des Projektes war der Anschlag in Halle. Der Verein schreibt auf seiner homepage: “Die Ereignisse des 9. Oktober in Halle (Saale) haben uns alle zutiefst erschüttert und verunsichert. Jedes Mitglied unseres Vereins hat das Geschehene ganz unterschiedlich erlebt; das Bedürfnis, es zu besprechen, war bei allen gleichermaßen groß. Darüber hinaus wandten sich auch viele der von uns betreuten Migranten an uns, um diesen Anschlag in Gesprächen zu verarbeiten. Auch wenn die Tat vorrangig antisemitisch motiviert war, richtete sich der Anschlag zwar nicht geplant, jedoch zielgerichtet auch gegen einen (in den Augen des Täters) von islamischen Mitbürgern betriebenen Imbiss.“.

Das geweckte Interesse der Teilnehmenden an einer Annäherung durch Austausch und Informationen war groß. In Nachgesprächen wurde der Wunsch nach vertiefenden Projekten geäußert und mittlerweile geplant. Infolgedessen bildete dieses Projekt den Auftakt für das im Jahr 2020 laufende Projekt „Geflüchtete Frauen auf den Spuren Anne Franks“. Weitere Projekte sind geplant.

Preisträger im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2020, Preisgeld 2.000 €


Themen:Antisemitismus
Projektträger:SprachbrĂĽcke Halle e.V.
Ansprechpartner/-in:Annett Rauch
E-Mail:info@sprachbruecke-halle.de
Internet:www.sprachbruecke-halle.de