Hoffnungshaus

© David Franck© David Franck
Gemeinsam mit dem Städtebau-Institut der Universität Stuttgart und dem Architekturbüro andOffice hat die Hoffnungsträger Stiftung ein Modell entwickelt, mit dem integrativer, nachhaltiger und bezahlbarer Wohnraum für Menschen mit und ohne Fluchterfahrung geschaffen wird: das "Hoffnungshaus". Das Konzept stützt sich auf die Bausteine "Integratives Wohnen", "Gesellschaft und Ehrenamt", "Sozialarbeit und Sprachbildung", "Geistliches Leben" sowie "Ausbildung und Arbeit". Menschen mit Fluchterfahrung werden unabhängig von Asylstatus, Religionszugehörigkeit, Herkunftsland o.ä. individuelle Integrationswege ermöglicht. Die Hoffnungshäuser werden gemeinsam mit örtlichen Initiativen aufgebaut, die sich bereits um Zugewanderte kümmern, so dass im Ergebnis ein Netz ehrenamtlicher Helfer zur Verfügung steht. Die Konzeption der Häuser erlaubt es, dass sowohl Familien als auch Einzelpersonen Teil der Wohngemeinschaft werden können. Das integrative Wohnprojekt überbrückt kulturelle, religiöse und nationale Unterschiede und setzt einen ganzheitlichen Integrationsansatz um. Gemeinsam wird der Lebensort gestaltet. Es entsteht eine Lerngemeinschaft, die gesellschaftliche Themen bearbeitet, ihren Sozialraum prägt, Ehrenamt aktiviert und Gesellschaft mitgestaltet.

In den bislang neun Hoffnungshäusern in Leonberg, Esslingen, Liebenzell und Sinsheim leben 268 Menschen, davon 196 mit Fluchterfahrung. Im Herbst 2020 werden zwei weitere Häuser in Straubenhardt und vier weitere in Schwäbisch Gmünd eröffnet. 40 hauptamtliche Mitarbeitende und 60 Ehrenamtliche, die nicht in den Häusern leben, begleiten das Projekt. Ferner können Praktika und Bundesfreiwilligendienste in den Häusern absolviert werden.

Die Hoffnungshaus-Immobilie ist ein Impact-Investment der Hoffnungsträger Stiftung, die als serieller Wohnbau für bezahlbares Wohnen entwickelt wurde. Die Vermietung erfolgt an Kommunen bzw. direkt an einzelne Mieter. Mietverträge refinanzieren das Investment und werfen eine zusätzliche Rendite ab, die für die (Teil-)Finanzierung der inhaltlichen Arbeit im Haus verwendet wird. Darüber hinaus werden laufende und einmalige Spenden, Förderungen (Aktion Mensch) sowie Erträge des Stiftungsvermögens für die Finanzierung der inhaltlichen Arbeit eingesetzt. 2019 belegte das Projekt den dritten Platz des Integrationspreises des Landes Baden-Württemberg.

Preisträger im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2019, Preisgeld: € 3000


Themen:Toleranz, Integration
Projektträger:Hoffnungsträger Stiftung
Adresse:Heinrich-Längerer-Straße 27
71229 Leonberg
Ansprechpartner/-in:Manuel Plett
E-Mail:info@hoffnungstraeger.de
Internet:https://hoffnungstraeger.de/
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