AKTE/NSU

AKTE/NSU in der LOFT Bühne Berlin 2018 (Bild: Michael Pliwischkies)AKTE/NSU in der LOFT Bühne Berlin 2018 (Bild: Michael Pliwischkies)
Im Projekt „AKTE/NSU“ verarbeiten rund 30 Jugendliche mit überwiegend Migrationshintergrund des Jugendclubs Night Flight und zehn Schauspieler/-innen des dokumentartheater berlin e.V. die Hintergründe des NSU-Komplex in einem Theaterstück. Welche Rolle Politik und Behörden spielten und was das gesellschaftliche Klima zur Mordserie des NSU beigetragen hat, wird dabei unter anderem bearbeitet. Durch mehrwöchige Workshops entstand eine szenische Collage mit Originalzitaten aus Zeitungen und Filmmaterial, Plenarprotokollen und Fachliteratur. Persönliche Erfahrungen mit Rassismus und rechter Gewalt wurden in das Stück eingeflochten. Das Stück beginnt mit einem Rückblick auf die Einwanderungswelle der „Gastarbeiter/-innen“ in den 50er Jahren, zieht sich über die ausländerfeindlichen Krawalle in Rostock Lichtenhagen Anfang der 90er Jahre, das Kennenlernen von Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe bis hin zu Gerichtsszenen und den aktuellsten Prozessständen. Das Projekt wird kontinuierlich weiterentwickelt und aufgeführt. So werden neue Details zum NSU-Komplex und -Prozess eingearbeitet. Parallel zum Theater finden Workshops zu den Themen Antisemitismus und jüdisches Leben in Deutschland statt, es werden Holocaust-Gedenkstätten besucht und verschiedene Einheiten zur Förderung von Zivilcourage angeboten.

Seit Beginn des Projekts erhielten mehrere 100 junge Menschen durch die Mittel des Theaters politisch demokratische Bildung. Das Stück wurde mittlerweile ca. 40 Mal in Theatern und an Schulen aufgeführt.

Für die Premiere wurde das Projekt durch den Verein Stark gemacht e.V. gefördert.

Preisträger im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2018, Preisgeld: 3.000€


Projektträger:das dokumentartheater berlin e.V.
Ansprechpartner/-in:Marina Schubarth
E-Mail:marina_schubarth@hotmail.com
Internet:www.das-dokumentartheater-berlin.de