Biberbrunnen – worüber wir nicht gesprochen haben

Aufführung des Live-Hörspiels im Herbst 2019 © Patrick JunkerAuffĂĽhrung des Live-Hörspiels im Herbst 2019 © Patrick Junker
Das Live-Hörspielprojekt "Biberbrunnen - worüber wir nicht gesprochen haben" wurde von der in Beverstedt aufgewachsenen Filmemacherin Nele Dehnenkamp aus Berlin (BE) initiiert: Beverstedt ist ein niedersächsisches Dorf mit ca. 7.000 Einwohner/-innen. In den 90er-Jahren formte sich unter den Augen der Dorfgemeinschaft eine rechtsradikale Jugendgruppe, die zahlreiche Straftaten verübte und Beverstedt bundesweit als "Nazi-Dorf" bekannt machte. Lange wurde nicht über diese Vorkommnisse gesprochen. Mit einer Langzeitrecherche und einem daraus entwickelten partizipativen Live-Hörspiel wollten Frau Dehnenkamp und die weiteren Engagierten den Dialog um dieses dunkle Kapitel der Dorfgeschichte wieder aufleben lassen und so rechten Tendenzen im Ort nachhaltig entgegenwirken. In dem Live-Hörspiel wurden die Geschehnisse von damals szenisch nachgestellt und Meinungen der Beverstedter/-innen anonym nachgesprochen. Anschließend positionierte sich das Publikum/die Dorfgemeinschaft dazu. Insgesamt waren 21 Personen ehrenamtlich an der Durchführung des Gesamtprojektes beteiligt.

Das Live-Hörspiel wurde im Rahmen des Beverstedter Herbstmarkts 2019 zweimal aufgeführt und von ca. 200 Personen besucht. Im Anschluss diskutierte das Publikum gemeinsam am Biberbrunnen. Im Rahmen der Recherche und mittels einer Flyer-Aktion wurden hunderte Beverstedter/-innen dazu bewegt, über die Geschehnisse von damals zu sprechen. An den vier Schulworkshops nahmen ca. 100 Schüler/-innen teil. Durch eine Social-Media-Kampagne, die Projektwebsite sowie (über-)regionale Berichterstattung wurde die Thematik nachhaltig im Bewusstsein der Dorfbewohner/-innen verankert.

Preisträger im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2021, Preisgeld € 3000


Adresse: Berlin