26.11.2020

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

langsam, aber sicher neigt sich das Jahr dem Ende zu. Das Jahr 2020 forderte uns nicht nur privat durch viele Einschränkungen heraus, sondern auch unser Bewusstsein für Demokratie und Toleranz. Es war von vielen Schreckensnachrichten geprägt: Anfang Januar schossen anonyme Täter/-innen auf das Bürgerbüro des Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby, im Februar tötete ein Attentäter in Hanau neun Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die Polizei deckte zudem verschiedene rechtsextreme Terrornetzwerke auf.

Auch andere Entwicklungen sind besorgniserregend: In den vergangenen Monaten haben wir erlebt, wie rechte Gruppen Anti-Corona Demonstrationen instrumentalisieren und wie antisemitische Verschwörungstheorien im Zuge der Pandemie verbreitet werden. Zuletzt verglichen sich Akteur/-innen der "Querdenken"-Bewegung mit Personen wie der Widerstandskämpferin Sophie Scholl oder dem jüdischen Mädchen Anne Frank – beide wurden von den Nationalsozialisten ermordet.

All dies ist beunruhigend und verdeutlicht zugleich, dass wir auch 2021 Menschen brauchen, die mit ihren Aktionen und ihrem Engagement für mehr Zusammenhalt, Vielfalt und Empathie einstehen und die sich – oft unermüdlich – gegen jegliche Form der Menschenfeindlichkeit einsetzen.

Zivilcourage benötigen wir heute aber nicht nur physisch vor Ort. In einer Zeit, in der zwischenmenschliche Kontakte einschränkt sind und viele Aktivitäten ins Netz verlagert werden, brauchen wir umso mehr eine digital zivilcouragierte Gesellschaft. Häufig fehlt es uns hier jedoch noch an Wissen und Know-How. Wir freuen uns daher sehr, dass wir Anfang Dezember noch eine Veranstaltung der Reihe JEDI zum Thema "Engagement im Fokus – digitale Zivilcourage" anbieten können.

Wir wĂĽnschen Ihnen viel SpaĂź beim Lesen!

Viele GrĂĽĂźe und bleiben Sie gesund,
die Geschäftsstelle des BfDT