28.09.2020

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

in wenigen Tagen jährt sich der rechtsterroristische Anschlag von Halle: Am 09. Oktober 2019, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, versuchte ein schwer bewaffneter Mann in die Synagoge in Halle einzudringen. Es war der Versuch eines Massenmordes an Jüd/-innen, der an einer Tür der Synagoge scheiterte. Der antisemitische Täter Stephan B. tötete im Anschluss zwei Menschen und floh mit seinem Auto.

Das Attentat von Halle ist der traurige Höhepunkt einer Reihe antisemitischer Straftaten. Etwa 2000 Straftaten gegen Jüd/-innen und jüdische Einrichtungen wurden 2019 bundesweit gemeldet – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Jahr 2018 (1799 Straftaten). Auch nach Halle gehören antisemitische Straftaten und Vorfälle weiterhin zum Alltag von Jüd/-innen in Deutschland: Mitte August fand beispielsweise ein Brandanschlag auf eine jüdisch geführte Kneipe in Berlin Lichtenberg statt. Der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) beobachtet zudem die Verwendung von antisemitischen Symbolen bei Corona-Demonstrationen und warnt vor der Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien.

Auch das BfDT verfolgt die aktuellen Entwicklungen mit großer Besorgnis und plant für Anfang Dezember ein bundessweites Vernetzungstreffen in Erfurt. Die zweitägige Veranstaltung findet in Kooperation mit der Interner LinkKreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.) und der Interner LinkJüdischen Landesgemeinde Thüringen statt. An dieser Stelle möchten wir Sie herzlich einladen, sich den 6. und 7. Dezember vorzumerken. Die Ausschreibung des Vernetzungstreffens ist für Ende Oktober geplant.

Viele GrĂĽĂźe,
die Geschäftsstelle des BfDT