Entscheidung für die Zukunft

Freiwilliges Jahr im Politischen Leben beim Bündnis für Demokratie und Toleranz

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Von Larissa Krause (FJPlerin beim BfDT)

„Du bist ja groß geworden!", „Gestern wurdest du doch erst eingeschult", „Mensch, wie schnell die Zeit vergeht!" - Welcher Jugendliche kennt diese Sätze von Verwandten und Freunden der Eltern nicht? Meistens winkt man genervt ab und fragt sich, ob die Zeit wohl wirklich immer schneller vergeht, umso älter man wird. Im letzten Sommer tat ich das nicht. Denn im letzten Sommer konnte ich die Floskeln der Erwachsenen zum ersten Mal nachvollziehen. Mit dem Abitur in der Hand fragte ich mich, wie 13 Jahre Schulzeit bloß so schnell vergehen konnten. Plötzlich war ich groß geworden. Und was jetzt? Studium? Ausbildung? Ausland? Fragezeichen machten sich in meinem Kopf breit. War es nicht zu früh für eine Entscheidung über meinen Berufsweg?

Vor einem halben Jahr habe ich dann einen Entschluss gefasst. Und zwar mich noch nicht dem Hörsaal hinzuwenden oder meiner Heimatstadt den Rücken zu kehren und ins Ausland zu gehen, sondern einen Freiwilligendienst zu leisten. Nach kleinen Krisen, großem Grübeln und einem tollen Angebot von meiner Vermittlungsorganisation IJGD, bewarb ich mich bei der Geschäftsstelle des Bündnisses für Demokratie und Toleranz für ein Freiwilliges Jahr im Politischen Leben(FJP). Das bot mir einige Vorteile. Zum einen kann man sich für ein Jahr in einem Berufsfeld ausprobieren (beim Bündnis liegt der Schwerpunkt in der Projektarbeit), gleichzeitig leistet man durch die ehrenamtliche Arbeit einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander. Außerdem sind anerkannte Freiwilligendienste in Deutschland mittlerweile zu einer gesetzlich geregelten Tätigkeit geworden. Sie bieten die Möglichkeit wichtige Erfahrungen zu sammeln und sich zu orientieren. Am bekanntesten ist das Freiwillige Soziale Jahr, in dem man in einer sozialen Einrichtung, wie z.B. in einem Kindergarten oder in einem Krankenhaus, arbeitet.

Das Freiwillige Jahrim Politischen Lebensteckt in Berlin allerdings noch vollkommen in den Kinderschuhen. Das Bündnis ist, nachdem es sich auf meine Bewerbung positiv entschied, seit September die einzige Einsatzstelle in Berlin, in der man in den politischen Bereich reinschnuppern kann (andere FJP-Einsatzstellen gibt es in Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und in Mecklenburg-Vorpommern). Wie beim FSJ, beim FSJ- Kultur oder beim Freiwilligen Ökologischen Jahr erhalte ich ein monatliches Taschengeld und nehme an verschiedenen Seminaren mit anderen FSJlerInnen teil. Ich unterstütze das Bündnis als volle Arbeitskraft, hauptsächlich im Themenbereich Demokratie. Deshalb bin ich auch in den Teams zum Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz" und zum jährlichen Jugendkongress. Meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Ich recherchiere über Projekte und Vereine, wirke kreativ bei Ideensammlungen mit, helfe bei der Organisation und Planung von Projekten und mache alles, was gerade ansteht.

Nach fünf Monaten in der Geschäftstelle habe ich mich gut eingelebt und viele Erfahrungen sammeln können. Ich weiß jetzt, dass ich beruflich auf jeden Fall in den Bereich der Projektarbeit/Veranstaltungsorganisation gehen möchte. Auch die Nähe zur Politik, wie sie beim Bündnis durch die Angliederung zum Bundesministerium des Innern und zum Bundesministerium der Justiz gegeben ist, finde ich höchst spannend. Was mir besonders an der Arbeit beim Bündnis gefällt ist die schöne Aufgabe, aktive Personen oder Initiativen für ihr Engagement zu würdigen bzw. durch Preise auszuzeichnen und gleichzeitig Veranstaltungen zu organisieren und unterstützen, die Werte wie Toleranz und Demokratieverständnis fördern. Meine persönlichen Höhepunkte in den letzten Monaten waren eine Geschäftsreise zum Wunsiedler Forum (eine Vernetzungsveranstaltung gegen Rechtsextremismus), die Auswahl der Preisträger für den Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz" und der Weihnachtsausflug nach Dresden mit den Kollegen.

Insgesamt kann ich jedem ein Freiwilliges Jahr im Politschen Leben empfehlen, weil man einen guten Einblick in die politische Arbeit bekommt, sehr viel dazulernt und einen abwechslungsreichen und spannenden Arbeitsalltag erleben kann. Man sollte politisches Interesse mitbringen, sich selbst vielleicht schon vorher in Projekten engagiert und natürlich das zu vertretende Werteverständnis haben, für das man sich einsetzt. Dann muss man sich nur noch seine Vermittlungs- und Betreuungsorganisation suchen und sich bei der passenden Einsatzstelle bewerben. Ich selbst blicke bereits jetzt auf eine tolle Zeit zurück. Einige von den Fragezeichen, die sich mir nach meinem Abitur gestellt hatten, sind ausgeräumt und ich stürze mich motiviert in die zweite Phase des FJPs, nämlich in die Vorbereitung des Jugendkongresses. Und mal wieder denke ich: „Mensch - wie schnell die Zeit vergeht!"

Weitere Informationen zum FJP unter http://www.ijgd.de/.

Kontakt und weitere Informationen
Larissa Krause
Bündnis für Demokratie und Toleranz
Friedrichstr. 50
10117 Berlin

Tel. +49 (0)30 - 236 34 08 - 17
Fax +49 (0)30 - 236 34 08 - 88
E-Mail: krause@bfdt.de




 

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