Das BfDT auf der Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2017 in Hannover

„Vielfalt verbindet." – unter diesem Motto wird im September die bundesweite Interkulturelle Woche 2017 stattfinden. Zur diesjährigen Vorbereitungstagung der IKW am 17. und 18. Februar 2017 kamen gut 160 Haupt- und Ehrenamtliche, die sich in den Themenbereichen Migration, Antirassismus, Partizipation und Flüchtlingsarbeit engagieren, nach Hannover, um sich gemeinsam über aktuelle Fragestellungen zur Gestaltung von Vielfalt in Deutschland auszutauschen. "Was haben die Parteien im Wahljahr 2017 vor – wie definieren sie Vielfalt?", "Was brauchen Flüchtlinge und was Ehrenamtliche?", "Wie kann Engagement gegen Rassismus, Rechtspopulismus und Islamophobie aussehen?", oder "Wie gelingt Teilhabe durch Bildung und Arbeit für (junge) Flüchtlinge?" waren dabei die Kernfragen.

Podiumsdiskussion auf der IKW Vorbereitungstagung 2017 (Foto: BfDT)Podiumsdiskussion auf der IKW Vorbereitungstagung 2017 (Foto: BfDT)
Diskussionsrunde (Foto: BfDT)Diskussionsrunde (Foto: BfDT)
Nach der Begrüßung und einer Podiumsdiskussion zum Thema "Deutschland 2017: Vielfalt im Wahljahr" mit Farhad Dilmarghani von DeutschPlus e.V., der Journalistin Kübra Gümüşay und dem Sozialwissenschaftler Dr. Jens Schneider, Universität Osnabrück, ging es in die Arbeitsgruppen.

Judith Bartsch, Mitarbeiterin des BfDT, moderierte die Arbeitsgruppe 1 zum Thema „Was Flüchtlinge brauchen, was Ehrenamtliche brauchen“. Nach drei kurzen Impulsen von Kai Weber, Geschäftsführer des Flüchtlingsrats Niedersachsen, Dr. Peyman Javaher-Haghighi vom interkulturellen Verein kargah e.V. und Asia Afaneh-Zureiki, Islam- und Nahostwissenschaftlerin, diskutierten die Teilnehmenden untereinander die verschiedenen Thesen. Einen Schwerpunkt nahm dabei die Koordination von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Geflüchtetenarbeit ein. So wurde darauf hingewiesen, dass nicht Ehrenamtliche in vollem Umfang die Aufgaben übernehmen könnten, die staatliche Institutionen abdecken müssten. Ehrenamtliche könnten jedoch ergänzend tätig werden und dabei u.a. persönliche Beziehungen zu Geflüchteten aufbauen, was Hauptamtlichen aus Kapazitätsgründen oft nicht möglich sei. Geflüchteten würde es jedoch sehr helfen, nicht nur als „Fall“ betrachtet zu werden, sondern auch eine emotionale Bindung zu ihren Ansprechpersonen einzugehen. Die akutesten Bedarfe von Geflüchteten seien jedoch, eine Bleibeperspektive zu bekommen, was für sie mit dem Nachzug ihrer Familie einhergehe. Außerdem sei die Achtung der Privatsphäre ebenso wichtig wie die Anbindung an Mitmenschen.

Bei der Frage, wie sich Geflüchtete und wie Ehrenamtliche organisieren könnten, wurde darauf hingewiesen, dass eine spezifische Entwicklung von Formaten für Geflüchtete notwendig sei. Außerdem müssten die Migrantenselbstorganisationen noch einen höheren Stellenwert in der Wahrnehmung des ehrenamtlichen Engagements einnehmen.

Für die Zusammenarbeit mit Kommunen wurden sich eine bessere Struktur und Kommunikation, eine strukturierte Koordination sowie eine konkrete Ansprechperson gewünscht. Zudem wurden ein Runder Tisch und Weiterbildungsmöglichkeiten für Ehrenamtliche gefordert.

Am nächsten Tag hatten die Teilnehmenden der Vorbereitungstagung die Möglichkeit, ihre Anliegen Vertreter/-innen von Bundestagsparteien mitzuteilen. Neben BfDT-Beiratsmitglied Barbara Woltmann (CDU) stellten sich auch Svenja Stadler (SPD) sowie Volker Beck (Bündnis90/Die Grünen) den Fragen und Forderungen des Publikums.


 

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