Kultur – Integration – Sozial Antidiskriminierungsberatungszentrum (KISA) des Diamant e. V.

Foto: Kinderfest (Diamant e.V.)
Foto: Woche der Begegnung (Diamant e.V.)
Von Diana Sandler (Projektleiterin, Integrationsbeauftragte und Antidiskriminierungsberaterin bei KISA)

Der „DIAMANT“ Sozialer Integrationsverein für Zuwanderer des Landkreises Barnim e.V. nahm bereits im Jahr 2001 seine Arbeit auf. Dem lag die Erkenntnis zugrunde, dass Integration nur dann gelingen kann, wenn diese auch von Seiten der Zuwanderer/innen aktiv befördert wird. Schließlich ist Integration immer ein Aufeinanderzugehen von beiden Seiten. Neben der eigentlichen Integration, also dem Einleben der Zugewanderten in die neue Umgebung, galt es auch, die Zugewanderten für ein von Demokratie und Toleranz geprägtes Zusammenleben zu gewinnen, denn ein großer Teil von ihnen ist durch die ehemaligen oder noch existierenden autoritären Strukturen ihrer Herkunftsländer geprägt. Das Leben in einem demokratischen Land bringt da oft Herausforderungen mit sich. Hinzu kommen vielleicht private Probleme, wie die objektiv vorhandene oder subjektiv empfundene Perspektivlosigkeit, Nachbarschaftsstreitigkeiten, Suchtprobleme und die Erfahrungen mit hiesiger Intoleranz.

Der Verein „Diamant“ wurde deshalb von vielen Seiten um Hilfe gebeten. Aus dieser Ausgangssituation heraus entstand die Idee, ein Projekt zu entwickeln, welches dazu beiträgt, ein gutes Zusammenleben zwischen Menschen verschiedener Religionen, verschiedener Kulturen und Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu erreichen.

Eine wichtige Aufgabe nimmt der Verein durch seine Beratungstätigkeit wahr. So werden Migrant/innen nicht nur psychologisch betreut, sie erhalten auch Unterstützung in Fragen des deutschen Migrationsrechts und bei Fällen von Diskriminierung. Die Beratungsangebote sind dabei auf die verschiedenen Bedürfnisse abgestimmt und richten sich auch an spezielle Gruppen wie Frauen oder Migrant/innen mit Behinderungen und deren Familien. Ergänzend wirken integrationsbegleitende Maßnahmen wie Deutschkurse, kulturelle, soziale Bildungs- und Freizeitangebote, z. B. „Deutschland – mein neues Haus“, Workshops, Seminare und Begegnungsveranstaltungen. Der Verein begleitet die Migrant/innen auch zum Arzt, zum Krankenhaus und zu Ämtern und unterstützt Projekte gegen Antisemitismus, Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit. Er unterstützt und ermutigt sie aber auch dabei, ihr eigenes Potential zu entdecken und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in der Aufnahmegesellschaft einzubringen.

Orientierung und die Aufarbeitung der oft traumatischen Erlebnisse im Herkunftsland sowie die Erfahrung existenzieller Sprachbarrieren in ihrer neuen Heimat Deutschland werden aktiv und zielgerichtet durch den Verein angegangen, gerade dann, wenn sich konkrete Konflikte ergeben. Durch die Vermittlung zwischen den Migrant/innen und den Mitgliedern der Aufnahmegesellschaft soll es den Zugewanderten ermöglicht werden, ihren Platz in der deutschen Gesellschaft zu finden. Mit diesen Aktivitäten wollen wir für Demokratie und Toleranz wirken. Unsere Beratung ist vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym sowie unabhängig von Konfession, Weltanschauung und Nationalität.

Wir sind mit allen maßgeblichen Integrations- und Schutzpartnern vor Ort, wie Behörden, Polizei und Integrationskursträgern, vernetzt. Unsere Leistungen bieten wir bei Bedarf in den Sprachen Englisch, Russisch oder Französisch an. Es gibt regelmäßige offene Sprechstunden und wenn nötig werden auch Hausbesuche angeboten oder die Möglichkeit, sich an einem neutralen Ort zu treffen. Bei Konflikten zwischen Zugewanderten und Deutschen kann neben der mediatorischen Hilfe auch ein Dolmetscher zur Verfügung gestellt werden.

Bei meiner praktischen Arbeit als Integrationsbeauftragte und Antidiskriminierungsberaterin wird mir mehr und mehr klar, wie wichtig es ist, dass beide Seiten bereit sind, den Kontakt zueinander zu suchen. Der weitaus größte Teil der Konflikte wird durch das fehlende Verständnis der Mentalität des jeweils anderen begründet und weniger durch vorsätzliche Diskriminierung. In diesen Fällen konnte der Verein dazu beitragen, die Konflikte abzubauen.

Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin beim Job Center Bernau kennt die Telefonnummer des Vereins, so dass wir zügig bei Problemen und Konflikten mit Zugewanderten hinzugezogen werden können. Das Projekt ist mit dem Jobcenter abgestimmt. So kann zwischen den Parteien vermittelt und Missverständnisse schneller aufgeklärt werden. Gleichzeitig wird eine Vertrauensbasis zwischen dem Behördenmitarbeiter und dem Klienten geschaffen. Hilfe und Unterstützung erhält der Verein dankenswerter Weise durch verschiedene Kooperationspartner, wie das Büro der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg, die Beauftragte für Integration und Migration des Landkreises Barnim und die Jüdische Gemeinde Landkreis Barnim.

Wir hoffen, dass unser Engagement dazu beitragen kann, ein von demokratischen Grundsätzen geprägtes, gut nachbarschaftliches Miteinander zu stärken, in dem kulturelle und religiöse Unterschiede nicht als störend sondern als Bereicherung empfunden werden. In diesem Sinne hoffen wir auch für die bevorstehende Laufzeit unseres Projektes auf gute Zusammenarbeit mit allen regionalen und überregionalen Akteuren.




 

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